Linksgrüner Autohass: Über den Verbotsstaat zurück in die Steinzeit

Die linke Agrar-Zukunft Deutschlands? (Symbolbild: pxhere.com)

Berlin – Im Streit über ein Tempolimit auf Autobahnen macht Linken-Chef Bernd Riexinger die Großen Koalition nun sogar für tödliche Verkehrsunfälle mitverantwortlich. Motto: Wer nicht unsere Freiheitsbeschränkungen mittragen will, ist ein Mörder. Die „grüne Jugend“ geht derweil noch einen Schritt weiter: Sie will Deutschland gleich komplett autofrei machen.

Wenn es zur allgemeinen Entrüstungskultur oder Politikern in den Kram passt, sind plötzlich indirekte Schuldzuweisungen an die Regierung statthaft, bis hin zur Verantwortung für Todesopfer: „Die Untätigkeit der Regierung“ infolge der Weigerung, auf Autobahnen generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erlassen, koste „ganz konkret Menschenleben“, erklärte der Ober-Linke heute laut „dts Nachrichtenagentur“ gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Koalition lasse zu, dass „weiter Menschen durch überhöhte Geschwindigkeit zu Tode kommen“.

Erstaunlich: Zur Anprangerung der Mitschuld durch „Unterlassen“ (beziehungsweise eher: Nicht-Erlassen, und zwar dirigistischer Verbotsfetische wie dem Autobahn-Tempolimit) dürfen Tote plötzlich instrumentiert werden. Wird die Bundesregierung mit genau derselben Logik von den Gegnern einer zügellosen Flüchtlingspolitik für von kriminellen Migranten Getötete mitverantwortlich gemacht, jaulen gerade die Linken als allererste und empören sich über zynischen Populismus. Nichts anderes legen sie selbst an den Tag, wenn es ihren eigenen populistischen Zwecken dient.

Der Mythos von der höheren Sicherheit durchs Tempolimit

Dabei ist Riexinger in seiner Lust am Durchreglementieren selbst für die letzten paar Prozente deutscher Wegstrecken, auf denen noch kein Limit herrscht, schlicht schief gewickelt, wenn er ausgerechnet hier die größte Gefahr für Menschenleben verortet: Laut Unfallstatistikbericht des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) für 2018 ereigneten sich im vergangenen Jahr auf deutschen Autobahnen nur 6,7 % aller Unfälle mit Personenschaden und nur und 12,9 % aller tödlichen Unfälle gezählt. Mit 25 Getöteten auf 1.000 Unfälle mit Personenschaden liegen die Landstraßen – wo durchgehendes Tempolimit herrscht – unter den Streckentypen ganz vorne. Die bis 2012 konstant gesunkenen Unfallzahlen auf deutschen Autobahnen nahmen zwar seit 2013 wieder leicht zu, jedoch nicht in dem Maße, wie sich das Verkehrsaufkommen auf den Fernstraßen insgesamt vergrößert hat. Hinzu kommt, dass es auch ohne generelles Tempolimit von Jahr zu Jahr weniger „freie“ Strecken gibt: Seit Jahren steigt der Anteil an geschwindigkeitsbeschränkten Autobahnkilometern an; inzwischen sind laut ADAC bereits über 30 Prozent des deutschen Autobahnnetzes mit Tempolimits belegt – nicht gerechnet die etlichen Baustellenabschnitte, die ohnehin limitiert sind. In summa gilt somit schon heute auf mehr als der Hälfte der 13.100 deutschen Autobahnkilometer ein Tempolimit – und trotzdem stiegen die Unfallzahlen in den letzten fünf Jahren an.

Von solchen klaren statistischen Zahlen unbeleckt ziehen die Linken in trauter Eintracht mit Grünen und neuerdings auch SPD ihre dogmatischen Verbotsforderungen durch – und wenn es nicht über die Panikmache mit Todesopfern fruchtet, dann eben über Klima und Umwelt: Ein generelles Tempolimit – im Raum stehen wie gesagt maximal 130 Stundenkilometer –  bedeute „mehr Sicherheit auf den Straßen und weniger Umweltbelastung durch den Verkehr“, so Riexinger. Es sei „beschämend“, dass man sich in Deutschland „noch immer vor diesem zivilisatorischen Fortschritt drückt.“

Rückenwind dürfte Verkehrsbremser Riexinger von den Steinzeit-Ökos der „Grünen Jugend“ bekommen: Für diese sind Tempolimits allenfalls eine Übergangslösung; ihr Fernziel heißt: Tempolimit Null Stundenkilometer – durch verordneten Autostillstand. Unter der Devise „Schöner leben ohne Autos“ fordert die grüne Nachwuchsorganisation grundsätzlich „autofreie Innenstädte“ und – „langfristig“ – nicht weniger als ein Verbot des motorisierten Individualverkehrs. O-Ton grünjuvenilen Zivilisations-Selbsthasses laut eigener Homepage der Jungorganisation: „Autos sind gefährlich, laut und stinken. Sie verursachen große Umweltverschmutzung: Der Straßenbau zerstört Lebensräume, allein der Verkehr ist für 17% des CO2-Ausstoßes in Deutschland verantwortlich. Es ist an der Zeit, die Versprechen und Ziele im Klimaschutz auf die Verkehrspolitik herunterzubrechen.“ Nutzbringendes für Menschen und Wirtschaft können die wohlstandsverwahrlosten Kids im Individualverkehr nicht finden: „Wir wissen: Ohne Autos könnten wir schöner leben. Insbesondere in den Städten beschränken sie die selbstständige Mobilität von Kindern und Menschen mit Behinderung. Sie besetzen den öffentlichen Raum und degradieren ihn zum Verkehrsweg. Wir wollen die Autos zurückdrängen, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern.“

Grüne Jugendsekte dreht frei

Und weil das Geld auf den Bäumen wächst, Menschen auch alle von zuhause arbeiten können, Strom aus der Steckdose und Essen aus dem Kühlschrank kommt, sind auch dekadent-naturzerstörende Infrastruktumaßnahmen aus grüner Sicht entbehrlich: „Statt Milliarden in den Straßenbau und kostspielige Prestigeprojekte zu stecken, müssen endlich sinnvolle und günstige öffentliche Alternativen zum Autoverkehr geschaffen werden.“

Unklar bleibt hier allein, ob schizophrene Verblendung, fortwährender Schulstreik oder Gehirnwäsche von außen für derartige Plattitüden ursächlich sind, die bezeichnenderweise mit der tatsächlichen Lebenswirklichkeit des grünen Nachwuchses nichts zu tun haben – wie die Facebook-Profile und Instagram-Accounts der Wortführer solcher Wahnsinnspostulate zeigen. Die weitgereiste Vielfliegerin Luisa Neubauer,  FFF-Ikone und ebenfalls Exponentin der „Grünen Jugend“, lässt grüßen… (DM)