Umweltschutz und Klima als Vorwand für Abzocke: Emissionszertifikate werden immer teurer

Emissionshandel (Montage:Imago/Ohde)
Etikettenschwindel Emissionshandel: Deutschland profitiert ganz unmittelbar von der Verknappung der Papiere, mit denen atmosphärische Verschmutzung legal kontingentiert wird: Der Preis steigt. In diesem Jahr lagen die Versteigerungserlöse für die Emissionszertifikate um satte rund 600 Millionen Euro höher als im Vorjahr.
Insgesamt kamen über 3,06 Milliarden Euro an den Auktion zusammen, wie das Portal „fimico“ berichtet. Eigentlich sollte der EU-weite Emissionshandel die Wirtschaft und private Investoren animieren, in grüne, erneuerbare Energien zu investieren. Mit den Auktionseinnahmen wird der europäische Energie- und Klimafond aufgefüllt, aus dem die „Energiewende“  finanziert werden soll. Doch der Ausbau der grünen Energie ist ins Stocken geraten: der zunehmende Widerstand der Bevölkerung vor allem gegen neue Windkraftanlagen führte dazu, dass mit 160 Einheiten bis November im Jahr 2019 so wenige Anlagen neuinstalliert wurden wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Da sich zudem massive Lücken in der künftigen Versorgungssicherheit abzeichnen, die durch den überhasteten Ausstieg aus der Atom- und demnächst auch Kohlewirtschaft noch verstärkt werden, sind die Hauptlastenträger der Energieversorgung nach wie vor fossile Träger. Der Energiemix sieht Kohle, Gas und Atomkraft – ob nun im Inland produziert oder im Ausland importiert – für Deutschland ganz oben, die nach wie vor „um Marktanteile streiten“, so „fimico“.
Kohle gegen Gas ausgespielt

Vor allem die Kohlewirtschaft braucht die Zertifikate für die Verschmutzungsrechte – und ihre Verknappung lässt die Preise rasant ansteigen. „Lag der Preis pro 1 Tonne zu Beginn des Handels noch bei rund 10 Euro, so ist der Preis 2018 bereits auf 14,92 Euro gestiegen“, so das Portal. In diesem Jahr würden sogar Werte von bis zu 24,65 Euro für ein 1-Tonnen-CO2-Zertifikat erreicht. Weil am Spotmarkt die Gaspreise historisch niedrig ausfielen, die Zertifikate hingegen preislich durch die Decke gehen, wurde Kohlestrom allerdings immer unwirtschaftlicher, während Gaskraftwerke boomen.

Der gesamte Emissionshandel erweist sich klimapolitisch bei solchen Konkurrenzszenarien innerhalb der fossilen Energieforme als unwirksam. Es handelt sich ohnehin um einen Inbegriff von „Greenwashing at its best“: Tatsächlich ist es ein europweiter schamloser Basar mit verlogen-aufgesetztem „guten Gewissen“ Frei- und Ablassbriefen. Ganz im Sinne der Umwelt- und Klimapolitik der Bundesregierung, deren Hauptanliegen nicht Natur- und Umweltschutz oder eine „grüne Zukunft“ sind, sondern das Ziel, die Bürger listenreich abzukassieren, Wirtschaft und Leistungsträger mit künstlichen Kosten und Abgaben zu belasten und auszusaugen, während der fette Staat – und die Abhängigkeit von politischen Regulierungen – immer weiter anwächst. So stirbt zuerst der Wohlstand, dann die Freiheit. (DM)