War es Suizid? Serbe ging mit Schwert auf Polizei los – erschossen

Symbolfoto:Von Andrea Danti/shutterstock

Stuttgart – Nachdem ein offenbar psychisch verwirrter Mann nach einer Amokfahrt im Raum Stuttgart die Polizei mit einem Schwert attackierte und daraufhin erschossen wurde, haben jetzt die Beamten Details des Zwischenfalles veröffentlicht. Demnach handelt es sich bei dem Toten um einen 32jährigen Serben. In einem ähnlichen Fall in Essen im Juni dieses Jahres hatte ein Mann Beamte mit einem Messer angegriffen und dabei mutmaßlich gezielt seinen eigenen Tod herbeigeführt.     

Laut Polizeibericht ermittelte die Kriminalpolizeidirektion Ludwigsburg, dass der 32-jährige offensichtlich psychisch Kranke zusammen mit seiner 69-jährigen Mutter am Freitagabend vom gemeinsamen Wohnort im Zollernalbkreis in seinem Pkw losgefahren. Zeugen war die unsichere Fahrweise des Wagens aufgefallen. Sie verständigten kurz nach Mitternacht die Polizei. Bei der Fahndung entdeckte eine Streifenbesatzung den Pkw, nachdem er auf einer Landstraße frontal gegen eine Litfaßsäule geprallt war.

Fahrer und Mitfahrerin hatten sich zu Fuß vom Unfallauto entfernt und wurden von der Polizei nach etwa 100 Metern eingeholt. Der 32-Jährige führte ein Schwert mit einer Klingenlänge von ca. 70 Zentimetern mit sich, mit dem er die Beamten bedrohte und auf sie zuging.

„Nachdem er den Anweisungen, die Waffe abzulegen, keine Folge leistete und auch ein anschließender Pfeffersprayeinsatz nicht zur Beendigung des Angriffs führte, machten die Polizeibeamtin und ihr Kollege von der Schusswaffe Gebrauch.

Der 32-Jährige wurde mehrmals getroffen und erlag seinen Verletzungen in einem Krankenhaus. Bei seiner 69-jährigen Mutter wurden Verletzungen festgestellt, die eine stationäre Aufnahme in einer Klinik erforderlich machten. Die Herkunft der Verletzungen ist derzeit noch nicht geklärt. Die Durchsuchung der Wohnung des 32-jährigen Serben führte mittlerweile zur Sicherstellung von zwei Gaspistolen, einer Armbrust und eines weiteren Schwertes.“

Im Falle des bei einer ähnlichen Aktion umgekommenen Mannes in Essen berichtete die Bild im Juni dieses Jahres von einem in jüngster Zeit wohl häufiger auftretenden Phänomen. Kriminalisten würden es  „suicide by cop“ nennen (engl. für Suizid durch Polizeibeamte). (KL)