Willkommenes Ablenkungsmanöver: Linke Medienmacher trommeln Solidarität mit WDR-Freelancer Danny Holleck

Herr Restle, der Linke unter den Linken (Foto: Imago)

Köln / Berlin – Das kam wie gerufen – und die übliche Kamarilla formiert sich: Linksextreme und ihre Sympathisanten bringen sich in Stellung, weil einer der ihren von „Rechten“ bedroht wird – nachdem er zuvor im WDR-Kinderchor-Gate die ganz dicke Lippe riskiert hatte. Ihre Heuchelei und Doppelmoral angesichts nur angedrohter Gewalt von rechts korrespondiert mit der zynischen Gleichgültigkeit gegenüber realen Opfern linker Übergriffe.

Vor ein paar Tagen stärkte Danny Holleck auf Twitter dem WDR2-Kinderchor nach dessen unterirdischen Schmäh-Kinderlied noch den Rücken und erweiterte die angeblich „satirische“ Pointe „Oma ist ne alte Umweltsau“ um die ernstgemeinte Attribuierung „Nazisau“. Jetzt jedoch, nachdem die erwartbare (und ja gewollte) Entrüstung auch ihn traf, stilisiert er sich als Opfer des rasenden rechten Mobs – weil ein paar dubiose Gestalten vor seiner Haustür herumlungerten, gibt er den „eingeschüchterten“, in seiner Arbeit bedrohten „Journalisten“ und ruft damit die Solidarisierung gleichgesinnter Medienvertreter aus der Übergangszone zum militanten Linksextremismus auf den Plan. „Haufenweise Morddrohungen“ habe Holleck erhalten.

Man fragt sich wirklich, was in den Köpfen der Meinungsschaffenden in diesem Land vorgeht. Glauben sie ernsthaft, man könne Großteile seiner Landleute beleidigen, die Spaltung der Gesellschaft aktiv durch (mutmaßlich sogar volksverhetzende) Tweets vorantreiben – ohne dass dies Gegenreaktionen auf den Plan ruft?

Holleck, das Opfer – keiner redet mehr vom Kinderchor

In einer „Solidarisierungswelle“ versuchen vor allem die mit ihrem an Kindesmissbrauch grenzenden Klima-Spaltersong unter Druck geratenen Framer der öffentlich-rechtlichen Anstalten, von sich abzulenken und den Blick der Öffentlichkeit auf die üblichen Feindbilder zu lenken: Die rechte Dauergefahr. Inbesondere schießen sie sich dabei auf WDR-Intendanten Tom Buhrow ein, der sich von Hollecks perversem Tweet zu Recht distanziert hatte und auf dessen lediglich freie Mitarbeiterschaft bei der Redaktion der „Aktuellen Stunde“ verwiesen hatte.

„Monitor“-Frontman und (jedenfalls vormalige) Antifa-Sympathisant Georg Restle ließ sich in der Causa Holleck nicht lumpen: Prompt setzte er die Betroffenheitsmiene auf und twitterte salbungsvoll:

Screenshot:Twitter

Wenn die „schwächsten Glieder im ÖRR“ Senioren als Nazis anpampen, dann ist das für Restle also „Meinungsfreiheit“. Wenn sich Menschen daran stoßen und der Shitstorm tobt, steht plötzlich die Demokratie auf dem Spiel?

„Spiegel“-Hetzmäuschen Margarete Stokowski („Antifaschismus ist Handarbeit“) verstieg sich zu folgendem Tweet (man achte übrigens auf den Like ihres nicht minder spalterischen Spiegel-Online-Kollegen Hasnain Kazim!):

Screenshot:Twitter

„fucking Floskel“ ist übrigens eine sprachliche Offenbarung, die sich optimal zur Umschreibung von Stokowskis journalistischem Schaffen insgesamt eignet. Vielleicht sollte sie ihre Spiegel-Online-Kolumne so nennen. Bei ihr ist generell jeder „Nazi“ und „Rechter“, der ihrem anarchisch-kulturskeptischen Antireaktionismus nicht folgen mag; ihr inflationärer Gebrauch der Nazi-Keule ist so pathologisch, dass sich mit Fug und Recht sagen lässt: Wohl kein deutscher Multiplikator des Medienbetriebs hat sich um die Verharmlosung der eigentlichen Greuel und Schrecken, für die der Nationalsozialismus einst stand, verdienter gemacht als diese Dame.

Zu Buhrows Distanzierung: Was hätte dieser denn tun sollen laut Stokowski? Hätte er Holleck gleich eine lebenslange Anstellung samt Schutzbrief ausstellen sollen? Der Skandal liegt hier allein darin, dass Holleck mit seiner eindeutigen Nähe zu linksextremen Kreisen überhaupt – und auch nur als Freelancer – für einen gebührenfinanzierten Staatssender arbeiten durfte.

Unstreitig ist: Sollte Holleck tatsächlich bedroht werden, kann dies nicht angehen, völlig d’accord. Wieso aber, bitte, ist bei ihm plötzlich „Standhaftigkeit – gegen die Feinde der Demokratie“ (Restle) gefordert, nicht aber bei den unzähligen Opfern linksextremer Übergriffe – von niedergebrüllten und vor laufenden Kameras physisch bedrohten Uniprofessoren, Polizisten, Abgeordneten, Hausbesitzer oder konservativer Politiker?

Augen zu, Klappe zu bei linksextremem Terror

Überhaupt ist interessant, wann bei Stokowski, Restle & Konsorten die Alarmglocken angehen: Wenn etwa eine überhaupt nicht in der Öffentlichkeit stehende Bauleiterin einer Leipziger Immobilienfirma wegen Antifa-missliebiger Neubauprojekte in ihrer Wohnung von vermummten Autonomen nach SA-Manier überfallen und zusammengeschlagen wird, ist ihnen das keine Silbe wert. Wenn sich Linksradikale vor dem Privathaus von Björn Höcke zusammenrotten und seine Familie bedrohen, ist das für sie leidenschaftlicher Einsatz für die „Demokratie“. Wenn AfD-Politiker Opfer von Vandalismus, Prügelattacken werden und praktisch täglich Brandanschläge auf ihre Büros, Geschäfte oder Autos verübt werden (so wie heute Nacht erst wieder in Dresden), hört man kein Wort.

Aber wenn einer aktiv bis aufs Messer provoziert, aktiv die Gesellschaft spaltet, Hass sät zwischen Vertretern unterschiedlicher Meinungen, zwischen Generationen und dann Gegenwind erfährt – dann erheben sie ihn zum Protegé der bedrohten Freiheit und Demokratie – eine Demokratie, von der sie selbst nichts verstehen und die sie selbst nicht leben, weil jeder Andersdenkende für sie Nazi ist und jeder, der ihre Dogmen kritisiert, ein rechter Hater.

Dass der Deutsche Journalistenverband (DJV) bei diesem Schmierentheater noch mitmacht und sogar die Kritik an Buhrow übernimmt, ist ein großes Ärgernis. Ausgerechnet ein Berufsverband, der für ausgewogene Berichterstattung und Einhaltung presserechtlicher Standards einstehen sollte, verwechselt Ursache und Wirkung – und meldet sich erst zu Wort, wenn Großmaul Holleck als in die Defensive gerät; nicht jedoch, wenn dieser „Journalist“ die ihm vom gebührenfinanzierten Staatsfunk zuteil gewordene Öffentlichkeit ausnutzt, um ältere Menschen als „Nazisäue“ zu diffamieren.