Steigende Arbeitslosenzahlen: Die Krise ist längst da

Die Zukunft des Industriestandorts Deutschland (Foto: Imago)

Nürnberg – „Die Arbeitslosigkeit liegt erstmals seit der Wiedervereinigung unter 2,3 Millionen!“, triumphierten gestern deutsche Tageszeitungen, unter anderem die „Welt“. Eine Irreführung, die über die tatsächliche konjunkturelle Lage krass hinwegtäuscht: Tatsächlich stehen die Zeichen am Arbeitsmarkt auf Sturm. Erstmals seit 2013 ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat nämlich massiv gestiegen.

18.000 Menschen mehr als im Dezember 2018 waren vergangenen Monat arbeitslos. Damit hat die schwache Konjunktur Deutschland kalt erwischt – und die sich abzeichnende Krise wirkt sich umso fataler aus, als gerade die früheren Wachstumsmotoren der Wirtschaft ins Straucheln geraten sind. Die Automobilindustrie ist Hauptleidtragende der von der Politik verordneten, klimaideologischen „Volksbeglückungen“ – und baut Stellen im großen Stil ab, während immer mehr Firmen der Zulieferindustrie komplett dichtmachen.

Deshalb ist der Trend der letzten Monate am Arbeitsmarkt bedenklich – die Richtung zeigt steil abwärts: Alleine von November auf Dezember 2019 stieg die Zahl der Arbeitslosen um 47.000 Personen. Hier schlägt die lange angekündigte Trendwende also voll zu: Wenn erstmals seit sechs Jahren derartige Einbrüche in den Wintermonaten zu verzeichnen sind, ist dies kein Ausreißer. Die Einschätzung des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeits, Detlef Scheele, ist daher mehr als beschönigend, der Arbeitsmarkt habe sich „auch zum Jahresende weitestgehend stabil“ gezeigt, wie die „Welt“ ihn zitiert. Die alarmierenden Arbeitslosenzuwächse sind für ihn lediglich „Spuren der konjunkturellen Schwäche sind aber erkennbar“.

Auch BA-Stellenindex schmiert ab

Infolge gesunkener Zahlen bei den Langzeitarbeitslosen sank die Gesamtarbeitslosigkeit zwar auf 4,8 Prozent. Doch dieser Erfolg ist relativ; die Nachfrage nach Arbeitskräften geht derzeit weiterhin stark zurück. nach. Der anhand aktueller und tatsächlicher Stellengesuche deutscher Unternehmen errechnete sogenannte „Stellenindex“ der Bundesagentur („BA-X“) sinkt seit März 2018 kontinuierlich. Im Dezember 2019 gab er gegenüber November um fünf Punkte nach, verglichen mit Dezember 2018 lag der Rückgang jedoch sogar bei 31 Punkten.