Frankreich feierte Silvester: Fast 1500 abgefackelte Autos

Symbolfoto: (Von Bumble Dee/shutterstock.com)
Symbolfoto: (Von Bumble Dee/shutterstock.com)

In Frankreich brannten in der Silvesternacht fast 1500 Autos – ein neuer Rekord. Doch den „Jugendlichen“ gehe es nicht in erster Linie um ihr spezielles „Feuerwerk“. Damit würden sie bloß die Löschkräfte auf den Plan rufen wollen, um die Männer dann gezielt anzugreifen. „Es geht ihnen darum, jemanden zu verletzen“, so der Präsident des Feuerwehr- und Rettungsdienstes. 

Ganze 1.457 Fahrzeuge wurden laut Europe 1  in der Nacht zum neuen Jahr in Brand gesteckt. Damit wurde der bisherige Rekord von 1.290 Fahrzeugen, die im Vorjahr landesweit in Brand gesteckt worden waren, übertroffen.

Damit stieg die Zahl der Autobrände seit 2018 um 13 Prozent. Die französische Polizei habe angeblich versucht, diese Zahl geheim zu halten, um keine „Eskalation“ zu verursachen, so Europa 1.

Die französischen Behörden behaupten offiziell, dass die Anzahl abgefackelten Fahrzeuge wesentlich weniger schwerwiegend gewesen sei als 2018 und berichtet auch über angeblich sinkende gewaltsame Angriffe gegenüber der Polizei.

In den Vorjahren hatten sich die französischen Behörden angesichts brennender Autos weitgehend in Schweigen gehüllt. Das Innenministerium zählte 2017 beispielsweise nur die Autos, die direkt in Brand gesetzt wurden, nicht aber die, die dadurch mit beschädigt wurden.

Während die französischen Behörden in Bezug auf die Zahlen auch in 2020 offiziell still bleiben, zeigen Zahlen aus Städten wie Straßburg, dass die vorsätzliche gelegten Brände weiter ein großes Problem für Polizei und Regierung darstellen. Allein in Straßburg brannten in der diesjährigen Silvesternacht 220 Fahrzeuge aus, berichtet 20minutes.

In Straßburg kam es auch zu mehreren Vorfällen, in denen Feuerwehrleute am Silvesterabend angegriffen wurden. Thierry Carbiener, Präsident des Feuerwehr- und Rettungsdienstes, beschrieb die Jugendlichen als „ultra-gewalttätige städtische Guerilla“ und gut organisiert.

screenshot Facebook

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir haben es mit sehr mobilen Gruppen zu tun, die Feuer anzünden, um zu sehen, wie die Feuerwehrleute und die Polizei eintreffen und sich ihnen dann stellen. Wir haben einen neuen Meilenstein erreicht: Sie zielen nicht mehr auf Fahrzeuge, sondern auf Männer. Sie tun das, um sie zu verletzen “, erklärte Carbiener.

Die Feuerwehrleute hätten große Angst. Sie seien in der Silvesternacht in Hinterhalte gelockt worden, eine Besatzung sah sich sogar einem Lynchversuch ausgesetzt. Eine „Jugendbande“ soll die Feuerwehrmänner mit Brechstangen und Ketten angegriffen habe, nur in letzter Sekunde sei es dem Fahrer gelungen, zu fliehen. Es habe auch Einsatzkräfte mit Stichverletzungen gegeben. „Psychologisch ist es für sie sehr schwer. Sie werden Feuerwehrmann, um der Bevölkerung zu helfen, nicht um angegriffen zu werden“, klagt der Feuerwehrpräsident.

Oftmals würden die Angreifer darüberhinaus die Gewaltszenen filmen. Feuerwehrleute würden sich dadurch vor möglichen Repressalien fürchten. Einige hätten bereits den Wunsch geäußert, in bestimmten Bereichen nicht mehr einzugreifen. Inzwischen gebe es für die Löschkräfte in einigen Gegenden Polizeischutz, so Carbienier in dem Interview mit 20min.

Insgesamt seien landesweit 454 Menschen festgenommen worden. 301 wurden in Gewahrsam genommen, berichtet Breitbart. (MS)