NRW-Messerstatistik: Natürlich mehrheitlich „deutsche“ Täter

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Düsseldorf – Erschreckende Zahlen zur Messer-Kriminalität in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland – und das trotz statistischer Halbwahrheiten und Beschönigungen durch die Düsseldorfer Landesregierung. Die „Deutschen“ sind nach wie vor zwar die statistisch größte Tätergruppe – doch erst, wenn man die Hintergrundfakten richtig interpretiert, erschließt sich das wahre Lagebild.

Bei Personen, die durch Gewalttaten und insbesondere „Messerkriminalität“ auffielen, ist die Gruppe der Ausländer und unter diesen vor allem die der Zuwanderer (Asylbewerber, Flüchtlinge, Geduldete und Abschiebepflichtige) weit überrepräsentiert: Wie „Bild“ unter Berufung auf Zahlen des Ministeriums berichtet, gab es bei Messerstraftaten insgesamt 6736 Tatverdächtige, von denen 2645 „nicht die deutsche Staatsangehörigkeit“ haben. Der Anteil der Zuwanderer an dieser Gruppe beträgt 39,8 Prozent.

Doch diese fast dreifach überhöhte Prävalenz entsprechender nichtdeutscher Täter ist nicht die ganze Wahrheit: Die verbleibende, in absoluten Zahlen gegebene Mehrheit der deutschen Täter weist in beträchtlichem Maße einen Migrationshintergrund auf. Dieser lag auf die Gesamtbevölkerung bezogen in NRW 2018 bei 28,7 Prozent, der Ausländeranteil hingegen bei nur rund der Hälfte (14,8 Prozent).

Wesentlichen Angaben zum Migrationshintergrund unterschlagen

Somit muss ein beträchtlicher Teil der Täter, die hier als Deutsche geführt werden, ihrerseits einen Migrationshintergrund aufweisen, der auf dieselbe kulturelle Verwurzelung und Sozialisation wie bei den ausländischen Tätergruppen schließen lässt. Wie hoch dieser Anteil nun ist, soll der Öffentlichkeit vorenthalten werden: Da die Regierung nichts über den Migrationshintergrund der „deutschen“ Messertäter sagt und nach der Devise „deutsch ist deutsch“ hier geborene, ethnische Mitteleuropäer in dieselbe Kategorie stopft wie Passdeutsche, die erst vor kurzem ihre Staatsbürgerschaft erhielten, bleibt jede Menge Raum für Spekulationen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der die somit letztlich irreführende Statistik präsentierte, hatte seit dem brutalen Messerangriff an der Gesamtschule in Lünen vor zwei Jahren die Erweiterung des sogenannten „Tatmittelkatalogs“ um Stichwaffen und Messer durchführen lassen, was die separate Erfassung entsprechender Delikte ermöglichte. Die vorgestellten Zahlen beweisen jedenfalls, dass die Präferenz für Stichwaffen eindeutig ein mit der Zuwanderung angestiegendes Phänomen darstellt – und wenn morgen alle von der Gesamtschutzquote erfassten Personen und sogar alle sofort Ausreisepflichtigen zu „Deutschen“ gemacht würden, so würde der entsprechende Migrationshintergrund dennoch beweisen, dass es sich um ein letztlich importiertes Problem handelt. (DM)