Straßburg: Ansichten zum Jahreswechsel wie im Krieg und einen Tag danach

– Feuerwehrmänner im Straßburger Banlieue Cronenbourg in Hinterhalt gelockt.
Im Sender Alsace 3, dem Regionalsender des französischen Staatsfernsehens, kam der Generalsekretär der elsässischen Zivilschutzkräfte (SDIS, Service départemental d’incendie et de secours du Bas-Rhin), Céderic Hatzenberger, zu Wort. Er sprach von katastrophalen Zuständen in der Neujahrsnacht und davon, dass in Cronenbourg ein Löschtrupp von 50 jungen Männern mit Eisenstangen, Mörsern und Steinen während Löscharbeiten angegriffen wurde. Hatzenberger berichtete von seinen freiwilligen und Berufs-Feuerwehrkräften: „Ich sah meine Kollegen weinen. Viele Wehrleute wurden in dieser Nacht durch die Ereignisse traumatisiert. Einige fragen sich, ob sie wirklich für diese Gesellschaft noch ihr Leben riskieren sollen.“
Der Sender spricht von fast 300 Fahrzeugen, die im gesamten Departement Haut-Rhin durch „junge Männer“ abgefackelt wurden. Hatzenberger war in dieser Nacht nicht im Dienst, musste aber in Gesprächen mit seiner Mannschaft die Geschehnisse der Nacht aufarbeiten. „Die Kollegen hatten Angst. Nein, nicht vor den Flammen, sondern vor Schlägen und Steinwürfen. Und das ist ein neues Phänomen.“ Schon „Anfang Dezember haben wir eine Zunahme der Gewalt festgestellt und eine deutliche Zunahme in der letzten Woche. Bereits in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember brannten hunderte Autos und flogen Steine. Wir wussten, dass Silvester schwierig werden würde“, so Hatzenberger weiter, „aber nicht in diesem Ausmaß. Es gab bereits im Vorfeld eine Besorgnis, in diese Bezirke reinzugehen“, dass aber regelrechte Hinterhalte für die Feuerwehrleute gelegt wurde, war eine neue Entwicklung, die noch dadurch problematischer wurde, dass die Polizei mit den Einsätzen nicht hinterherkam und die Feuerwehren ohne Schutz waren. „Hier ging es schief“. Besonders große Probleme gab es im Banlieue Cronenbourg. „Das Ziel war einfach: Die Feuerwehrmänner aus ihrem Fahrzeug zu ziehen. Wenn es ihnen gelungen wäre, wären meine Kollegen gelyncht worden. Ganz einfach.“

(Quelle)