Balkan-Route Reloaded: An Ungarns Grenzen staut es sich wieder – alle wollen nach Deutschland

Fluchtroute Serbien in Richtung Ungarn (Foto:jouwatch)

Die Geschichte in Ost/-Südosteuropa scheint sich zu wiederholen: Während im bosnischen Staatsfernsehen gestern Bilder langer Karawanen von „Flüchtlingen“ zu sehen waren, die sich entlang der Landstraßen Richtung Kroatien bewegen, wächst auch der Druck auf die ungarische Südgrenze: Nachdem es zu Warnschüssen bei illegalen Grenzübertrittsversuchen gekommen war, versammelten sich bei Tompa vorgestern hunderte illegale Migranten. Ungarn riegelte den Grenzübergang ab.

Ministerpräsident Victor Orbans Chefberater für Innere Sicherheit, György Bakondi, erklärte, dass es seit Jahresbeginn schon rund 4100 illegale Versuche zum Grenzübertritt gegeben habe. Neben der bisher üblichen Flüchtlingsroute Bosnien-Herzegowina-Kroatien-Slowenien strömen immer mehr sogenannte Flüchtlinge über Serbien zur ungarischen Grenze oder an das ungarisch-serbisch-rumänische Grenzdreieck, wie die österreichische „Kronen-Zeitung“ berichtet.

„Danke Merkel!“

Anscheinend funktioniert die digitale Vernetzung der Migranten so gut, dass diese immer ganz genau up-to-date-sind, „an welchen Grenzabschnitten die größten Chancen für ein Durchkommen bestehen“, so die Zeitung. Dies deute auf professionelle „Fluchtbegleitung“ durch Schlepper hin, die das Grenzüberwachungssystem gemeinsam mit den Migranten auf Schwächen testen wollten. In manchen Grenzabschnitten hat etwa der Grenzzaun Lücken oder ist beschädigt, was sich prompt herumspricht.