Neu auf dem Medien-Markt: Fake-News von Links

Foto: Von Berke/Shutterstock

So perfide die aktuelle Hetzkampagne gegen die Werte-Union und einzelne ihrer Mitglieder auch ist: Es ist doch positiv zu vermerken, dass sich in die Entrüstungs- und scheinbaren Enthüllungsstories auch kritische Töne einstreuen; zwar nicht, was den bodenlosen, ehrabschneiderischen Umgang mit einer völlig legitimen, konservativen Unterorganisation der Union betrifft – doch was die fahrlässige Weiterverbreitung Meldungen aus dubiosen Quellen betrifft.

Denn zunehmend betreiben linksextremistische Agitationsportale, die sich als sogenannte „antifaschistische“ Rechercheplattformen oder „-netzwerke“ ausgeben, absichtliche Desinformation, um den wildgewordenen Nazi-Jägern mit Schaum vorm Maul Munition für ihr Scherbengericht zu liefern.

Als dieselben unseriösen und teilweise verfassungswidrigen Quellen nach den Ereignissen von Chemnitz im Spätsommer 2018 ihr Gift versprühten und ungeniertes Fact-Mongering über fiktive „Hetzjagden“ betrieben, hatte es bezeichnenderweise keinen gestört. Damals wurde den „Rechercheuren“ blind geglaubt – eigneten sich ihre Lügen doch bestens, um verhasste Reizfiguren wie den damaligen Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen abzuschießen… was dann ja auch gelang.

Diesmal sind zumindest sorgfältig arbeitende Medien sensibler und kritischer – und warnen immerhin ihre Kollegen vor mutmaßlich kompromittierten oder unglaubwürdigen Kanälen. Die „Welt“ etwa schreibt über das laut Eigenbezeichnung „antifaschistische“ Rechercheportal „Exif“, das diese Woche den Vorwurf verbreitet hatte, der diese Woche nach massiven Zusetzungen als Sprecher der Werte-Union zurückgetretene Medienanwalt Ralf Höcker habe 2016 eine Waffe „in einem rassistischen Onlineshop“ bestellt. Höcker wies dies umgehend zurück und verteidigte sich, seine E-Mail-Adresse sei missbraucht worden.

Bereitwillig angenommene Munition für linke Hetzer

Doch da war der Vorwurf bereits im Äther unterwegs; „tatsächlich ist er es bis heute“, konstatiert die „Welt“ bitter. Mit fatalen Auswirkungen: Die im Stil einer Agenturmeldung, pseudonachrichtlich abgefassten News wurden in den Sozialen Medien unzählige Male als vermeintliches Faktum geteilt.

Vor allem die primitivsten Hetzer im Netz bissen sofort an: Etwa CDU-Politiker Rupert Polenz, der inzwischen weit unterhalb jeder Würde- und Schamgrenze, jenseits des messbaren geistigen Niveaus seine Nazi-Paranoia gegen alles und jeden auslebt, der nicht auf Kurs der linksgewendeten Kanzlerinnenunion mitgondelt. Polenz nutzte die Chance, auf seinen Parteifreund Höcker einzudreschen, erwartungsgemäß sofort:

Screenshot: Twitter

Die „Welt“ greift „Exif“ mit deutlichen Worten an: „Die seröse Aufmachung der Website scheint den Exif-Rechercheuren Glaubwürdigkeit zu verleihen, ebenso ihre Beteuerung, ‚unabhängig‘ zu arbeiten. Dabei ist ihre Berichterstattung ein Problem. Im Schutz der Anonymität werfen die Autoren journalistische Mindeststandards über Bord. Die im Pressekodex festgeschriebenen Selbstverpflichtungen seriöser Journalisten (Sorgfalt, Schutz der Ehre, Unschuldsvermutung) scheinen im Netz nicht zu gelten.“

Auch der neue Merkel-Domestike als Ostbeauftragter, Staatssekretär Marco Wanderwitz – ausgerechnet der, der sich durch sein primitives Gauland-Bashing für sein neues Amt ausgezeichnet hatte – sollte offenbar von interessierter linksextremer Seite in Misskredit gebracht werden. Wie die „Welt“ berichtet, war es in seinem Fall das auf Twitter aktive sogenannte „Recherchenetz“, das Wanderwitz seine Nähe zur Gruppierung „Heimattreue Niederdorf“ vorwarf und ein entsprechendes Foto von 2016 zeigte. Dazu wurde die Meldung verbreitet, der „Niederdorf“-Vorsitzende sei laut Verfassungsschutz „rechtsextrem“. Unerwähnt blieb, dass laut „Welt“ der Verein 2016 noch gar nicht im Visier des Verfassungsschutzes stand – und Wanderwitz – was auch sonst – bei seinem dortigen Auftritt die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung verteidigt hatte.

Auch Merkel-Handlanger Wanderwitz steht am Pranger

„Die Betroffenen“, schreibt die „Welt“, „bringt diese neue Form der Anklage in Bedrängnis. In der Folge sind sie möglicherweise Hetze und Schmähungen ausgesetzt, die bis zu Bedrohungen reichen“. Als Folge davon, in offenkundiger Reaktion auf den Artikel, sind inzwischen auch andere Medien, so gern sie hemmungslos die Anklage gegen die allgegenwärtigen Rechten um immer weitere Vorwürfe erweitern würden, deutlich zurückhaltender geworden und übernehmen nicht mehr jede linksradikale Ente als Tatsache. Die von den jetzigen Rufmordkampagnen Betroffenen erfahren damit diesmal immerhin eine Rücksichtnahme, die Maaßen & Co. nach Chemnitz nicht gewährt wurde.

Es ist ein Anfang. Würde dieselbe Wachsamkeit und Kritik jetzt auch noch bei den sogenannten „Faktencheckern“ – etwa von dpa, ARD und einschlägigen tendenziösen Printmedien, vor allem aber bei denen von Correctiv – obwalten gelassen, dann wäre schon viel gewonnen. (DM)