FDP-Lindner: Hämische Witze über „gescheiterte“ AfD – und dann selbst abgeschmiert

"Zufriedene Mienen danken es Ihnen": Lindner und die Hamburger FDP-Spitzenfrau Anna von Treuenfels-Frowein (Foto:Imago/Popow)

Hamburg – „Eene meene mu / und raus bist du“: Die FDP ist nun doch nicht in der künftigen Hamburger Bürgerschaft vertreten. Sie ist auf der eigenen Schleimspur ausgerutscht – beim Versuch, bei ihren moralischen Scharfrichtern in den Allerwertesten zu kriechen, nachdem sie zuvor vergeblich um Absolution und Gnade für ihren „Sündenfall“ von Erfurt gebettelt hatten. Die Berichtigung eines Auszählungsfehler sorgte nun dafür, dass die Liberalen in Hamburg „off limits“ bleiben. 

Besonders peinlich: Nach dem vermeintlichen Wiedereinzug hatte Lindner mit Blick auf die AfD hämisch getönt: „Die AfD gehört dem Parlament nicht an. Ich gehöre nicht zu denen, die sich über Misserfolge von Wettbewerbern freuen kann. Im Fall der AfD mache ich allerdings eine Ausnahme.“ Starke Worte – die nun auf Lindner selbst zurückfallen. Während die AfD – trotz einer beispiellosen Einschüchterungs- und Verleumdungskampagne – in absoluten Zahlen nicht einmal Stimmen verlor und prozentual nur aufgrund der gestiegenen Wahlbeteiligung minimal nachgab, sind die eigentlichen Verlierer die Liberalen.

Vorlauter Triumph mit Sofortblamage

Es ist die wohlverdiente Quittung für eine von der Bundes-FDP – in beispielloser Brüskierung ihrer Thüringer Landtagsfraktion – vollzogene Totalkehrtwende, bei der das eigene Tun zunächst gegen die überschäumende Hetze des Linksparteienblocks rational verteidigt worden war, bis dann Christian Lindner in die Knie ging und keine 24 Stunden später „Reue“ zeigte. Mit dieser Strategie hat die FDP Ansehen und Glaubwürdigkeit verloren.

Und sie musste eines lernen: In Deutschland ist es gänzlich gleich, was jemand sagt und tut, wenn er einmal dem Pesthauch des Faschismus-Vorwurfs ausgesetzt war. Alles AfD-Bashing, selbst die schärfste Wortwahl gegen die „Alternativen“ konnte am Ende die FDP nicht retten – sie gilt nicht mehr als Teil der Mitte. Als solche hat sie dann konsequenterweise auch in der Hamburger Bürgerschaft nichts mehr verloren. So kann’s gehen.