Corona: Das Geschäft mit der Panik

Gerald Grosz: „Und irgendwo auf dieser Welt sitzen die nimmersatten Gierschlunde der Pharmaindustrie in ihren Büros, reiben sich die Hände, zählen das Geld und verdienen Milliarden auf Kosten des Sicherheitsgefühls von Bürgern. Nicht zu vergessen sind auch jene Krisen- und Kriegsgewinnler, die ganz gezielt an den Märkten, also an den Börsen, auf den Niedergang von ganzen Volkswirtschaften spekulieren. Und auch die Grippemaskenschacherer oder die Medien – alle sind glücklich, machen Geld oder Quote und tanzen zu Anatevkas Melodie „Wenn ich einmal reich bin“. Der gut gelegte Tanzboden dafür ist unsere schier unendliche Angst vor der jüngsten Labordelikatesse aus Wuhan in China. Corona zwingt die Welt in die Knie, Krisenstimmung allerorts, Panik bricht aus. Ein Großteil der Menschen hat berechtigte Angst krank zu werden, das eigene Leben zu verlieren. Diese verantwortungslos geschürte Angst beherrscht den Alltag. Und zu diesem hypochondrischen Gemisch gesellen sich Politiker, also unwissende Laiendarsteller, die in der hektischen Krisendarbietung das absolute Gegenteil von besonnener Vorsicht, von Augenmaß und Vernunft darstellen. Die Fahnen werden hochgezogen, Pressekonferenzen mit immer wiederkehrenden Silben abgehalten, War Rooms mediengerecht eingerichtet als müsste man den III. Weltkrieg gewinnen. Sondersendungen im Minutentakt über alle Sender, gleich journalistischer Schlangen, die sich vor den zitternden Häschen, also vor den TV-Zusehern, aufbäumen. In Deutschland managt ein gelernter Bankkaufmann die Krise, in Österreich ein Volksschullehrer. Nach der Vogelgrippe H5N1, der Schweinegrippe, SARS, MERS, dem Klimawandel und Co, die nächste biblische Plage, die die Menschheit dahinraffen wird. So oder so ähnlich wird doch den unbedarften Bürgern Angst und Schrecken eingeimpft. Dabei ist es doch recht einfach: Dieser Virus ist längst unter uns, wie übrigens auch der ordinäre Grippe-Virus, der ohne jegliche Panik und mediales Aufsehen, ohne Krisenkabinette und Pressekonferenzen still und heimlich, leise jährlich 650.000 Menschenleben weltweit dahinrafft. Warum dieser Virus binnen weniger Stunden geballt in Italien, Österreich, Deutschland, den restlichen Europäischen Staaten explosiv auftritt? Recht einfach: Weil wir erst seit kurzem in Europa gezielt testen. Ja, weil dieser Virus sich bereits Anfang Dezember in China etabliert hat, in Wahrheit einen Monat verschwiegen und vertuscht wurde und Europa sich gerade einmal vor drei Wochen ernsthaft damit befasst hat. Aber nun herrscht Ausnahmezustand: Denn am Abend werden die einen Faulen fleißig und die anderen kassieren.“

(Quelle)