Waren es wütende Migranten? – Kirche auf Lesbos zerstört

„Kaum Syrer unter Migranten an der griechischen Grenze“ vermeldet nun auch – Tage später – die deutsche Mainstreampresse. Dafür lässt sie wieder eine andere Meldung unter den Tisch fallen: Auf Lesbos nahe der „Flüchtlingshauptstadt Moria“ haben „Vandalen“ die kleine Kirche Hagios Georgios zerstört. Bewohner machen die neuen Einwanderer für die Tat verantwortlich.

Es sind schlimme Bilder: Die kleine Kirche Hagios Georgios (St. Georg) in der Nähe des Dorfes Moria wurde am Montag von Unbekannten Angreifern zerstört, berichtet u.a. Greece Reporter. Zerschlagenes Mobiliar, kaputte Ikonen und Heiligenbilder auf dem Boden, hier war jemand so richtig wütend.

Einige Einheimische beschuldigen eine Gruppe von Migranten, die im nahe gelegenen Lager leben, der Tat. Als die Polizei einen Aufmarsch von hunderten Migranten verhinderte, die nach Athen gebracht werden wollten, ging eine etwa zwanzigköpfige Gruppe in die kleine Kirche und rächte sich, indem sie das Kirchenschiff und den Altar zerstörten. Hagios Georgios wurde laut Anwohnern in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach angegriffen und zerstört. Nach dem Kirchenvandalismus vom Montag gab es keine Festnahmen.

Die Situation auf Lesbos sei angesichts des überfüllten Lagers und den mittlerweile fast 20.000 anwesenden Migranten weiterhin angespannt, so Greece Reporter. Viele von seien angesichts der Lebensbedingungen verärgert. Fast täglich gäbe es Zusammenstöße mit der Polizei.

Das Flüchtlingslager Moria sollte ursprünglich 3.000 Personen aufnehmen. Laut Médecins Sans Frontières (MSF), der einzigen großen internationalen NGO, die im Camp präsent ist, waren im Juni vergangenen Jahres 5.000 Menschen dort.

In den letzten sechs Monaten hat sich Moria zu einer „Baracken-Stadt“ mit 19.000 Einwohnern entwickelt, in der 40 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahre alt sind.

Ungefähr 13.000 dieser Menschen leben in einem schmutzigen inoffiziellen Lager mit Planenzelten und provisorischen Hütten aus Paletten in einem Olivenhain rund um den Hauptstandort.

Es gibt keinen Strom, nicht genug Wasser und Flüsse aus Schlamm und Müll fließen durch die Zelte, so Greece Reporter.

Unterdessen muss auch die Welt zugeben, was nicht zu übersehen ist: Das was sich da an sogenannten Flüchtlingen an der griechisch-türkischen Grenze sammelt und um Einlass begehrt, sind keine Syrer (jouwatch berichtete). „Öffnet das Tor, wir wollen nach Griechenland“, hätten hunderte Migranten am Grenzübergang Pazarkule gerufen. Als ihrer Forderung nicht stattgegeben wurde, hätten sie versucht, die Grenze zu stürmen. Die griechische Bereitschaftspolizei setzte Wasserwerfern und Tränengas ein, um die Grenzstürmung zu verhindern, berichtet die Welt. „Die meisten hier kommen aus dem Iran und Afghanistan“, erklärte ein junger Mann aus Aleppo gegenüber dem Blatt. „Wir Syrer sind eindeutig in der Minderzahl.“

Inzwischen sind nach offiziellen Angaben mehr als 30.000 Grenzübertritte in der türkisch- griechischen Grenzregion Evros verhindert worden. Es gab über 200 Festnahmen, berichtet Greek City Times.

Und alle wollen wohl nach Deutschland weiterreisen. (MS)