Willkommens-Bürokratie bizarr: Aserbaidschanische Deutschland-Touristen landen im Ankerzentrum

"Asyl-Tourismus" einmal anders (Symbolbild:Shutterstock)

„Schein-Asylanten“ einmal anders: Neuerdings produzieren deutsche Behörden sogar künstlich Asylbewerber, wo gar keine sind. Eine aserbaidschanische Familie bereiste Deutschland als Touristen – und geriet in die Automatismen einer Asyl- und Willkommensmaschinerie, die sich mittlerweile ihre eigene „Kundschaft“ erzeugt. 

Eine 30-jährige Aserbaidschanerin wollte vergangenen Dezember mit ihrer Familie Deutschland bereisen – und hatte sich hierzu gültige Touristenvisa besorgt. Nach erfolgter Einreise über Ungarn und Tschechien ging es durch das schöne Sachsen. Doch in Pirna stoppten Bundespolizisten die sprachunkundige sechsköpfige Reisegruppe – und nahmen an, es handele sich bei diesen um Asylbewerber mit ungültigen Pässen.

Die Papiere samt Handies und Bargeld nahmen sie den verdutzten Touristen ab und schickten diese per Zug nach Hannover weiter, wo die Familie in ihrer Not schließlich tatsächlich Asyl beantragen musste, um überhaupt einen legalen Aufenthaltsstatus wiederzuerlangen. Weil ihre Rückflugtickets mittlerweile verfallen waren, wurden sie ins Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf verfrachtet.

Drei Monate nach Beginn ihres Deutschlandtrips, nach Aufklärung des Missverständnisses geht es für die Familie kommenden Dienstag endlich zurück in die aserbaidschanische Heimat, wie die  „Passauer Neue Presse“ (PNP) berichtet: Nach Rücknahme des „Asylbesuchs“ wurde am 19. Februar der Antrag zur freiwilligen Ausreise beschieden. Die Familie nimmt die Erkenntnis mit nach Hause: In allem, selbst in der Idiotie, sind die Deutschen übereifrig. (DM)