Reiche abknallen als „Satire“: Facebook-Sperre für Dresdner „Partei“-Stadtrat

Dresden – Selten genug, dass der Schablonen-Vorwurf „Hassrede“ mal anderen Urhebern angelastet wird als aus dem rechtsextremen oder vermeintlich „neurechten“ Spektrum – doch manchmal kommt dann sogar der einseitig-voreingenommene Zuckerberg-Laden nicht umhin, allzu plumpe Ergüsse aus dem Verkehr zu ziehen. Zum Beispiel einen Post des Dresdner Stadtrats Max Aschenbach von „Die Partei“, der sich als Trittbrettfahrer an den Wirbel um den „Reiche-erschießen“-Ausspruch einer „Linken“-Rednerin anhängen wollte.

Der 34-jährige Aschenbach meinte, in dem (mit vollem Ernst im Rahmen der Kasseler Linken-Strategiekonferenz geäußerten) Zitat den richtigen Anlass gekommen zu sehen, noch einmal an ein „Wahlversprechen“ der wohl unlustigsten politischen Kraft Deutschlands, der „Satire“-Truppe „Die Partei“, erinnern zu dürfen: Darin heißt es: „Die 100 Reichsten abknallen… Und wenn’s für die gesellschaftliche Akzeptanz nötig ist, dann verkleiden wir sie halt vorher als Flüchtlinge und erledigen das an der griechischen Grenze!“

Anscheinend hatte der Spaßvogel keine Ahnung von den restriktiven Sperralgorithmen der Plattform, die seit dem Netzwerkdurchsuchungsgesetz in mehreren Etappen verschärft wurden und wo inzwischen völlig harmlose Inhalte der Zensur zum Opfer fallen. Dass eine „Satire“ –  wobei man hier durchaus am satirischen Gehalt zweifeln darf – als solche nicht erkannt wird, übrigens ganz ohne „Correctiv“-Faktenchecker – hätte der Schlaumeier wissen müssen. Wie „Tag24“ berichtet, darf der Stadtrat Facebook nun 30 Tage lang nicht nutzen. Dumm gelaufen… (DM)