PRESSESCHAU – Warum wir kaum noch brauchbare Nachrichten bekommen

Die doppelte Herausforderung aus Coronavirus und verschärfter Migrationslage wächst jeden Tag. In dieser Phase bleibt die Kanzlerin abgetaucht und der Innenminister muss in Quarantäne. Eine politische Kaste, die ideologisch verblendet und überfordert ist, wird zusätzlich geschwächt. Die Medien behelligen uns derweil mit Nachrichten und Kommentaren, die nicht aus unserer Welt zu stammen scheinen. BILD bezeichnet Jens Spahn als „Anpack-Minister“, der uns durch die Corona-Krise führt. FOCUS behauptet, mit dem Virus werde „kein Geld verdient“. Die ZEIT freute sich gestern am rabenschwarzen Börsenmontag (9.3.2020), dass beim Dax der Schlussverkauf startet. Und die FAZ amüsierte sich über „Die unsinnige Angst vor Verlusten“, was in den sozialen Kanälen verständlicherweise empörte Kommentare provozierte. Für die Witze von „Leuten, die sich keine Sorgen machen müssen“, über das Schicksal ihres eigenen Publikums hat man kein Verständnis. Bei Spiegel+ wird ein Epidemiologe zitiert, der die Ausbreitung des Coronavirus in manchen Gebieten für „außer Kontrolle“ hält. Dieselbe Zeitung schimpft ihre Leser, die aufgrund der frisch verbreiteten Angst Hamsterkäufe tätigen, „Wohlstandsfaschisten“. Und die FAZ, die in einem Beitrag erklärt „Warum Panik Leben rettet“ und wieso Panik „geradezu zur Bürgerpflicht“ wird, schimpft ihre Leser am anderen Tag, weil die Tafeln unter den Hamsterkäufen leiden. Der Journalismus, der uns über die wichtigsten Entwicklungen aufklären soll – und auch vorgibt dies zu tun – scheint uns nur noch aus Parallelwelten zu erreichen, aus einem ganz anderen Universum.

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