Der Nigerianer mit dem goldenen Herzen: Neuer Song-Tip für Xavier Naidoo?

Symbolfoto: Von Stephen Coburn/Shutterstock

Lennetal – Flüchtlings-Schnurren mit Happy End, die jedem Bahnhofklatschers das Herz aufgehen lassen: Vor allem deutschen Lokalzeitungen wird die Zuwanderung gerne mit „aus dem Leben gegriffenen“ Geschichten romantisiert und auf Rosamunde-Pilcher-Niveau heruntergebrochen. Gestern übertraf sich das Lokalblatt „come on„, das zur „Märkischen Allgemeinen“ gehört, in seiner Lennetaler Ausgabe selbst – und brachte eine anrührende Geschichte von dem 34-Jährigen Cyril Onwachei, der „aus Nigeria geflohen“ ist und in Nachrodt „eine neue Heimat“ fand.

Damit nicht genug: Er fand dort auch „die Liebe“ – und deswegen verlässt er vermutlich bald die ihm von Flüchtlingshelfern der Doppelgemeinde zur Verfügung gestellte Unterkunft. Wer sich an dieser Stelle wundert, wo der Nachrichtenwert dieser herzerwärmenden Schnurre liegt, dem sei gesagt: Nirgendwo, es gibt keinen. Doch weil der Mann „Flüchtling“ ist und es gilt, dem angeblich vorurteilsbehafteten Flüchtlingsbild positive Impressionen entgegenzusetzen, wird hier gemenschelt bis zum Limit.

Dass Onwachei sich „sich verliebt“ hat, ist deshalb zu lesen, wie auch dies: „Er ist schon verlobt!“ Und zwar mit einer Deutschen, „wie er sichtlich glücklich beim Begegnungscafé im katholischen Vereinshaus erzählt“. Seine Herzdame habe er „im Internet“ kennengelernt, so der 34-Jährige. Und dann folgt die volle Dröhnung der Migrationsverherrlichung, eine Aufzählung guter Eigenschaften, die dieses Goldstück als Idealtyp deutscher Integrationsziele aufscheinen lässt: Der Nigerianer, der sich christlich stark engagiere, hat „einen Job als Pflegeassistent im Kohlberghaus“, doch er würde „sehr gerne eine Ausbildung machen, vielleicht Lager/Logistik“.

Gutmenschen-Märchen aus 1001 Nacht

Am besten in der Nähe von Stuttgart, denn „dort wohnt seine Liebste“. Dem mit ihm beim Interview für „come-on“ versammelten reifen Damen, die so aussehen wie die Ortsgruppe von „Omas gegen rechts“, verspricht er mit einem Kloß im Hals: „Aber ich komme dann immer zu Besuch“. Denn besonders habe ihm in seiner Nachrodter Zwischenheimat gefallen, dass er dort „immer ein offenes Ohr bei engagierten Frauen“ fand, die sich „um das Begegnungscafé für Einheimische und Flüchtlinge kümmern“.

Wenn Migration nach Deutschland doch nur überall so positiv verliefe, wie sie hier mit feuchten Augen und bunten Strichen gemalt wird! Dies sind echte „Einzelfälle“, die gerne verallgemeinert werden dürfen – während es als „Hetze“ gilt, über die leider schon rein quantitativ als Regelzustand zu bezeichnenden Störfälle von schlecht- bis gar nicht integrierten, kulturinkompatiblen Zuwanderern, die meist allesamt abgelehnte Asylbewerber sind, zu schreiben oder berichten.

Hätte Xavier Naidoo besser über diese Geschichte auf Instagram ein Liedchen geträllert – er säße nicht nur mit Bohlen & Co. weiter in der Jury, sondern würde vermutlich von Smudo zum Duett aufgefordert. (DM)