Coronavirus – jetzt wird die Bundeswehr aktiviert

Foto: Bundeswehrsoldaten (über dts Nachrichtenagentur)

Angesichts der Corona-Epidemie fordert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die Einbindung der Bundeswehr zur Krisenbekämpfung. „Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen“, sagte der CSU-Chef den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Das sei „angesichts dieser Krise unabdingbar“. Söder sprach sich außerdem dafür aus, die Steuern schnell zu senken. „Eine Halbierung der Stromsteuer wäre ein richtiger Schritt. Auch die Umsetzung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes drängt“, sagte er. Steuersenkungen hätten den Vorteil, dass sie sofort wirkten, sagte Söder den Funke-Zeitungen. Er hält die Bildung einer „Koalition der Klugen“ aus Wirtschaft und Politik für nötig, um Arbeitsplätze zu erhalten und Wettbewerbsfähigkeit zu stabilisieren.

Mit Blick auf die Kapazitäten im Gesundheitssektor verlangte der CSU-Vorsitzende einen baldigen Pharmagipfel mit der Industrie. „Wir müssen sicherstellen, dass bestimmte Medikamente auch in Deutschland produziert werden.“ Außerdem brauche es eine „Notfallapotheke für Deutschland“, also die Einlagerung von wichtigen Medikamenten für einen bestimmten Zeitraum sowie eine kurzfristige Bereitstellung von Produktionskapazitäten.

Außerdem brauche es bessere Durchgriffsrechte für den Bundesgesundheitsminister und die Gesundheitsminister der Länder im Krisenfall, so Söder. Im Moment gebe es keine Möglichkeit, einzelnen Ärzten Anweisungen zu geben.

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Coronavirus: Logistik-Branche will deutlichen Bürokratieabbau

Die vom Coronavirus besonders stark betroffene Speditions- und Logistikbranche hat das Maßnahmenpaket der Bundesregierung begrüßt, zugleich aber weitere Schritte gefordert. „Genauso wichtig wie die jeweilige Maßnahme ist deutlicher Bürokratieabbau. Deshalb wäre ein Belastungsmoratorium zur Verhinderung von Steuererhöhungen und zusätzlicher Bürokratie hilfreich“, sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben).

Huster warnte davor, dass Produktionsausfälle die Speditions- und Logistikunternehmen „jetzt in existentiell bedrohende Finanznotlagen“ bringen könnten. Die Pandemie zeige, „wie systemrelevant die Logistik für die Beschaffungswege von Industrie und Handel und für die Versorgung der Bevölkerung ist“, sagte er. Um den EU-Wirtschaftsraum zu stärken, forderte der Branchenverbands-Chef die EU-Mitgliedsstaaten zur Zusammenarbeit auf.

Lufthansa streicht Dividende – Buchungen um 50 Prozent eingebrochen

Die Lufthansa streicht für das Jahr 2019 die Dividende. Das habe der Vorstand am Freitag beschlossen, teilte der Konzern mit. Zwar habe die Lufthansa Group das Jahr 2019 mit einem Adjusted EBIT von 2.026 Millionen Euro abgeschlossen, wegen der Corona-Krise hätten die Neubuchungen bei den Konzernairlines in der letzten Woche aber rund 50 Prozent niedriger gelegen als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Darüber hinaus verzeichneten die Airlines eine deutlich steigende Anzahl von Flugstornierungen. In den kommenden Wochen wird das Flugprogramm nach Lufthansa-Angaben weiter um bis zu 70 Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung reduziert. Der Gewinn werde im Jahr 2020 „deutlich unter Vorjahr liegen“.

Der Konzern habe in den vergangenen Wochen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 600 Millionen Euro aufgenommen. Aktuell verfüge die Lufthansa damit über liquide Mittel von rund 4,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen ungenutzte Kreditlinien von rund 800 Millionen Euro.

Weitere Mittelaufnahmen befänden sich aktuell in Umsetzung, so die Lufthansa. 86 Prozent der Konzernflotte befänden sich im Eigentum, davon seien knapp 90 Prozent unbelastet. „Dies entspricht einem Buchwert von rund 10 Milliarden Euro“, hieß es.

Länderspiel gegen Italien doch abgesagt

Das Länderspiel der Nationalmannschaft gegen Italien ist nun doch abgesagt. Das teilte der DFB am Freitagabend mit. Die Stadt Nürnberg habe eine städtische Verfügung erlassen, wonach die Durchführung des Länderspiels am 31. März untersagt sei.

Demnach sind in Nürnberg ab sofort Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen verboten. Da durch die beiden Mannschaften, die Betreuer und die Medienvertreter mit mehr als 100 Menschen gerechnet werden müsse, sei eine Absage des Spiels unumgänglich, hieß es. Bereits zuvor war das Publikum ausgeschlossen worden.

US-Börsen legen nach Trump-Rede kräftig zu – 9 Prozent Plus

Die US-Börsen haben am Ende einer turbulenten Handelswoche doch noch einmal kräftig zugelegt. Zum Börsenschluss in New York wurde der Dow mit 23.186 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vortag. Insbesondere in den letzten Handelsminuten schoss der Index nach oben, nachdem US-Präsident Donald Trump einerseits den Nationalen Notstand ausgerufen, andererseits aber auch die Bereitstellung von rund 50 Milliarden US-Dollar und den Ankauf von Öl für die strategische Reserve angekündigt hatte.

Auf Wochensicht bleibt trotzdem ein Minus von über zehn Prozent. Der Goldpreis war hingegen am Freitag stark im Rückwärtsgang. Am Abend wurden für eine Feinunze 1.522,01 US-Dollar gezahlt (-3,52 Prozent).

Das entspricht einem Preis von 44,22 Euro pro Gramm. Auch das Edelmetall hat in Dollar gerechnet auf Wochensicht rund zehn Prozent nachgelassen. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Freitagabend schwächer.

Ein Euro kostete 1,1067 US-Dollar (-0,98 Prozent).

Lehrerverbands-Präsident kritisiert Corona-Vorgehen

Nach der Entscheidung diverser Bundesländer, ab kommender Woche alle Schulen zu schließen, kritisiert der Vorsitzende des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Bundesregierung. „Wir kritisieren, dass in so einer zentralen Frage, wo alle Bundesländer von Corona betroffen sind, keine bundeseinheitliche Lösung gefunden wurde“, sagte Meidinger dem Nachrichtenportal „Watson“. Er habe sich zwei Dinge gewünscht: „Erstens ein gemeinsames Vorgehen, denn die Verunsicherung wird in den Ländern, wo die Schulen nicht geschlossen werden, umso größer sein. Zweitens erleben wir leider, dass es offensichtlich keinen Notfallplan gegeben hat.“ In allen Bundesländern, in denen die Schulen geschlossen würden, warteten die Schulen noch auf Lösungsvorschläge für die Umsetzung. Probleme gebe es vor allem bei Schülern, die noch Leistungen für ihre Versetzung erbringen müssten oder sich auf das Abitur vorbereiten hätten sollen, sagte Meidinger.

Zwar vertraue er in die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts. „Ich habe immer gesagt, wir als Lehrerverband sind keine Fachleute für Virologie.“ Er sei auch nicht generell gegen Schulschließungen, sie dürften aber keine isolierte Maßnahme sein.

„Im schlechtesten Fall bleiben die Kinder zuhause, die Eltern sind auf der Arbeit und die Großeltern als Hauptrisikogruppe passen auf die Kinder auf. Das wäre ein großer Fehler.“

Über 3.600 Infektionen – Zahl der Corona-Todesfälle steigt auf acht

Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus ist auf acht angestiegen. Ein 85-jähriger Mann aus dem Landkreis Göppingen, der erst am Donnerstag positiv auf das Virus getestet worden sei, sei verstorben, teilte das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Freitagnachmittag mit. Es ist bereits der dritte Todesfall in Baden-Württemberg im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Zuvor gab es vier Todesfälle durch das Coronavirus in Nordrhein-Westfalen und einen in Bayern. Nach Abfrage der dts Nachrichtenagentur bei den Landesministerien, Städten und Kreisen stieg die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen bis Freitagabend, 18 Uhr, auf 3.628 Fälle. NRW hat mit 8,3 bestätigten Infektionen pro 100.000 Einwohner die höchste Dichte, klammert man den besonders stark betroffenen Kreis Heinsberg aus, sind es 5,27. Eine hohe Dichte haben auch Bremen (6,2), Baden-Württemberg (5,1), Hamburg (4,8), durchschnittlich sind Berlin und Bayern (je 4,3).

Unterdurchschnittlich ist die Dichte an bestätigten Infektionen im Saarland mit 3,5 laborbestätigten Tests je 100.000 Einwohnern, gefolgt von Niedersachsen (2,9), Mecklenburg-Vorpommern (2,7), Rheinland-Pfalz (2,5) und Hessen (2,1). Die geringste Dichte wird in Sachsen (1,9), Sachsen-Anhalt (1,5), Brandenburg (1,2), Schleswig-Holstein (1,1) und Thüringen (0,7) registriert. Im bundesweiten Durchschnitt gab es bis Freitag 4,4 bestätigte Infektionen je 100.000 Einwohner, die Mortalitätsrate lag bei 0,2 Prozent.

Lufthansa Cargo profitiert von Corona-Krise

Bei der vom neuartigen Coronavirus wirtschaftlich schwer getroffenen Lufthansa stellt sich die Frachtsparte als möglicher Krisenprofiteur heraus. Weil auf Flügen etwa nach China oder in die USA größere Kapazitäten der Frachträume von Passagiermaschinen auf dem Markt fehlen, stützt dies das Geschäft von Lufthansa Cargo, berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Weil Güter durch die Unterbrechung der Lieferketten nun schnell transportiert werden müssen, wird öfter Luftfracht anstelle von Seecontainern eingesetzt.

Lufthansa erwägt nach Informationen des Nachrichtenmagazins daher, sechs ältere Maschinen vom Typ MD-11 nun doch nicht vorzeitig außer Dienst zu stellen, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.