Ein weiteres Jahr unter Sadiq Khan: Wahlen wegen Corona abgesagt

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Auch Großbritannien ist im „Corona-Fieber“. Die Londoner dürfen sich besonders freuen. Dort werden die anstehenden Wahlen  – Corona sei Dank – um ein Jahr verschoben. Die „Messer“-Hauptstädter bekommen weitere 12 extra Monate unter ihrem muslimischen linken Bürgermeister Sadiq Khan geschenkt.

Die Abstimmung zur Wahl des nächsten Bürgermeisters von London sowie eine Reihe weiterer Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen, die im Mai stattfinden sollten, wurden wegen Bedenken hinsichtlich des Coronavirus für 12 Monate ausgesetzt.

Während die britische Regierung bisher keine weiteren Schritte wie Grenzkontrollen oder das Reiseverbot von und nach Italien unternommen hat, um die Öffentlichkeit zu schützen, habe sie sich am Freitag zum Schutz der Politiker entschlossen, den Wahlkampf für die am 12. Mai anstehenden Neuwahlen auszusetzen, erklärte der Londoner Bürgermeister auf Twitter.

Kommunalverwaltung und Bürgermeister – einschließlich der Abstimmung über den Bürgermeister von London – werden nun erst am 12. Mai 2021, 12 Monate nach ihrem Fälligkeitsdatum, stattfinden. Ob die Amtszeiten wegen der Verschiebung gekürzt werden, sei laut Breitbart noch unklar.

Die Entscheidung bedeutet mindestens 12 Monate mehr für den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der sich nach seiner ersten vierjährigen Amtszeit den Wählern stellen sollte. Obwohl die Kriminalität unter ihm ungeahnte Höhen erreichte und London nun als die Hauptstadt der Messerangriffe und Toten gilt, erfreut sich der Muslim großer Beliebtheit im bunten London. Seine Umfragewerte sind  – noch – gut und es wurde erwartet, dass er als Sieger aus den Wahlen hervorginge.

Die Verschiebung könnte möglicherweise dem konservativen Herausforderer Shaun Bailey zugute kommen, der im Vergleich zu den Schwergewichten, die traditionell um die Position des Londoner Bürgermeisters gekämpft haben, vergleichsweise wenig bekannt ist. Eine Kampagne für ein zusätzliches Jahr kann es ihm ermöglichen, sein Profil zu verbessern.

Die Entscheidung, die Abstimmung aufzuschieben, wurde am Donnerstag von der Wahlkommission auf Empfehlung der Regierung getroffen. Die Kommission hatte der Regierung mitgeteilt, dass „wachsende Risiken“ für die Wahlen bestehen und dass viele Menschen möglicherweise nicht wählen könnten, berichtet der Daily Telegraph.

Wahlkampagnen beinhalten in der Regel viel persönlichen Kontakt, Reisen und Klopfen an die Türen von Fremden, ein Risiko das der amtierende Premier Boris Johnson offenbar nicht eingehen will.

Vor wenigen Tagen hatte Bürgermeister Khan dem Londoner Radio-Publikum mitgeteilt hat, dass die stattfinden würden. Es gäbe „keinen logischen Grund, die Wahlen zu verschieben oder abzusagen. Wenn jemand Angst hat, in ein Wahllokal zu gehen, ist es wichtig, die Briefwahl so einfach wie möglich zu gestalten“, so der 43-Jährige. (MS)