R2G-Berlin: Jusos finden „sozialistische Demokratie“ leider geil!

Realisten aller Länder, vereinigt euch! - Foto: Imago

Wenn jemand die Auswirkungen der Bildungskatastrophe erleben möchte, der besuche am besten die demnächst stattfindende Landeskonferenz der Berliner Jusos. Bereits im Vorfeld hat die Jugendorganisation einen Leitantrag über ihre Vorstellungen der zukünftigen deutschen Politik „formuliert“. Geführt wird diese – nach eigenen Angaben 6.000 mitgliederX*Innen starke Gruppierung – von Annika Klose, welche seit 2011 (!!!) Geschwätz… äh, Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert und sich für eine Kandidatur im EU-Parlament bewirbt. Zur Erinnerung, das ist der SPD-Nachwuchs. Dies sollte so einiges erklären.

Die Redebeiträge bei der Landeskonferenz laufen dann auch nach total „modernen“ Regeln ab. „Das Wort erhalten Personen der drei Geschlechter dann jeweils im Wechsel weiblich/männlich/divers nach dem Reißverschlußprinzip.“ Wenn dann keine Frauen mehr auf der Liste stünden, sei die Debatte beendet. Das klingt wirklich fortschrittlich. Hoffentlich kommen nicht zu viele „genderfluide“ Menschen. Ansonsten wird es eine ziemlich lange Veranstaltung. Nach dieser humoristischen Einlage kommen aber nun die bedenklichen Bestandteile des Leitantrages zum Vorschein.

„In Tradition der Arbeiterbewegung streben wir danach, das ausbeuterische kapitalistische System zu überwinden. Wir streiten für eine Demokratisierung aller Lebensbereiche, eine Vergemeinschaftung der Produktionsmittel und des erwirtschafteten Mehrwerts sowie für ein sinnerfülltes Leben ohne Existenzängste für alle“, heißt es in dem Dokument. Zu überwinden sei aber nicht nur der Kapitalismus, sondern auch die „patriarchalen und heteronormativen Strukturen der Gesellschaft“. Die eigene „privilegierte und westeuropäische Position“ müsse dabei hinterfragt werden. (…) Die „Frage nach systemüberwindenden Reformen und Revolutionen“ gelte es weiterzuführen und einen „mutigeren Umgang unter anderem mit Umverteilungsthematiken in der SPD zu institutionalisieren“.

Sollte der Verfassungsschutz noch ein paar Kapazitäten freihaben, könnte diese Veranstaltung recht ergiebig sein. Denn hier wird unverhohlen zur Beseitigung der FDGO aufgerufen. Es ist wirklich erschreckend, dass diese Leute aus der Geschichte nichts gelernt haben. Überall auf der Welt haben sozialistische Systeme die jeweiligen Völker in Not und Elend gestürzt und sind über kurz oder lang implodiert. Trotzdem fordern heutige Jungsozialisten erneut, dieses Gesellschaftexperiment einzugehen. Welche „bewusstseinserweiternden“ Mittel müssen dafür eingenommen werden?

Aber passt eigentlich. Denn die Jusos fordern konsequenterweise eine Legalisierung von Cannabis. Wieso? Im Gegensatz zum Rauchen beruhigt das „Kiffen“ nicht nur sondern macht erwiesenermaßen auch doof und apathisch. Könnte sich so der „demokratische Sozialismus“ besser ertragen lassen? Denn nach Ansicht dieser Neo-Sozialisten sei das gewünschte Modell nach einer „grundlegenden Transformation der Gesellschaft“ DIE Antwort auf die globalen Kapitalismusphänomene, der Digitalisierung, des Klimawandels, den Fluchtbewegungen und dem Erstarken der Neuen Rechten.

Bezeichnenderweise soll sich dann auch der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) einem Untersuchungsausschuss, gemeint ist wohl eher ein sozialistischer Schauprozess, stellen, weil er „rechten Organisationen Vorschub geleistet“ habe. Hoffentlich gehört Herr Maaßen nicht zu jenem Prozentsatz, dem die Linken besondere „Beachtung“ schenken.

Doch damit hört der ganze Schwachsinn noch nicht auf. Des Weiteren fordern die Jungsozialisten die „Abschaffung der Zwangsberatung für Schwangere, die eine Abtreibung durchführen lassen wollen“, die Verankerung der „Familien- und Lebensgemeinschaft“ im BGB und die Gleichstellung von „Lebensmodellen wie Mehrgenerationen-Familien, Patchwork-Familien, Regenbogenfamilien und Co-Elternschaften (???)“ zur Ehe. Haben die Jungsozialisten nicht ein alternatives „Lebensmodell“, dass spätestens seit 2015 immer mehr Verbreitung findet, vergessen? Ach, selbstverständlich sind auch Grenzen „menschliche Konstrukte“ und es gibt ein Recht auf globale Migration.

Die o.g. „Demokratisierung aller Lebensbereiche“ schließt selbstverständlich auch die „Lufthoheit über die (Kinder)Betten“ ein. Wenn also z.B. zwei wildfremde Jungsozialisten in ihrer ungestümen „Art“ die Präservative oder sonstige Schutzmaßnahmen vergessen, sollen die gesetzlichen Krankenkassen (sprich die wertschöpfende Allgemeinheit) „Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten übernehmen“. Denn die Krankenkassen sollen die „Lebensrealität der Menschen“ berücksichtigen. Ob diese Menschen schon einmal etwas von Eigenverantwortung gehört haben?

Anbahnungen dieser Art können wiederum in der „Club- und Kulturszene“ erfolgen. Nach Ansicht der Jusos habe der Staat die Verantwortung, diese zu unterstützen. Eine Koordinierungsstelle könne sich für „nachhaltige sowie antikapitalistische Konzepte zur Stärkung von kulturellen Freiräumen einbringen“. Wer wohl dann in diesen „Koordinierungsstellen“ sitzen mag – Sozialwissenschaftler vielleicht? Daß bereits schon heute in der „Kulturszene“ ohne staatliche Unterstützung, auch Förderung genannt, praktisch gar nichts läuft, ist den Jungsozialisten wohl entgangen.

Bei all diesen „demokratischen“ Vorschlägen ist selbstverständlich auch der Klassiker dabei – der Kauf, der Neubau und die Enteignung von Wohnraum. Wie gut das funktionierte, konnte jeder in der DDR sehen. Als Experimentierfeld gilt den Jungsozialisten das heutige Berlin, welche in den kommenden Jahren in eine „sozialistische Stadt“ umgewandelt werden soll. Gestern musste R2G eine herbe Schlappe auf diesem Weg hinnehmen. Denn das Landgericht Berlin entschied, daß der „Mietendeckel“ verfassungswidrig ist. Wie konnte das nur geschehen?

Zum Schluß wünschen sich die Jungsozialisten eine stärkere Zusammenarbeit mit den Jugendbewegungen der Grünen und der Linkspartei sowie „vorpolitischen“ Bewegungen wie der Flüchtlingsorganisation „Seebrücke“. Wonach klingt das wohl?

Wie sagte schon Albert Einstein (ein richtiger Wissenschaftler): „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Was er wohl nach dem Lesen des Juso-Leitantrags sagen würde?