Es geht plötzlich doch: Deutschland schließt Grenzen zu fünf Ländern – aus Sorge vor ausländischen Hamsterkäufen?

Premiere unter Merkel: Grenzschließungen (Foto:Imago/CTK-Photo)

Berlin – Na sowas: Anscheinend bedurfte es eines geballten Aufgebots politischer Schwergewichte, um die halsstarrige Kanzlerin zu einer unverzichtbar gewordenen Maßnahme zu bewegen: Die Ministerpräsident Bayerns, Baden-Württembergs und des Saarlandes, Markus Söder, Winfried Kretschmann und Tobias Hans, einigten sich per Telefonkonferenz darauf, die Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz morgen ab 8 Uhr früh dichtzumachen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte an, bereits um 6 Uhr werde die Grenze zu Dänemark geschlossen; dies habe Innenminister Horst Seehofer ihm zuvor mitgeteilt.

Die bis zuletzt an ihrem Offenheitswahn festhaltende Kanzlerin, die vermutlich sogar im Verteidigungsfall gegen Grenzschließungen wäre, hatte bis gestern noch „harte“ Grenzkontrollen abgelehnt und damit innerhalb des Kabinetts erhebliche Spannungen ausgelöst; Horst Seehofer hatte bereits am Donnerstag die Bundespolizei an die Bundesgrenzen entsandt.

Die nun erfolgte Verständigung zwischen Bundeskanzlerin und den genannten Ministern sieht zwar verschärfte Kontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen vor – allerdings soll laut „Focus“ der Warenverkehr gesichert bleiben, und auch Pendlern sollen weiterhin passieren. Inwieweit der von Lebensmittelhändlern und Grenzschutzbeamten vor allem im Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wiederholt zu hörende Hinweis auf ein „Leerkaufen“ deutscher Supermärkte durch grenznah wohnende Ausländer – in dem Fall Franzosen und auch Schweizer – mitausschlaggebend war, ist fraglich.

Waren vom grenznahen Ausland leergekaufte Läden der Grund?

Ein besonnenes Einkaufsverhalten legten bislang allerdings auch die Deutschen in der Krise nicht gerade an den Tag. Hamsterkäufe hin oder her: Es jedoch kaum angehen, dass Einheimische vor leeren Regalen stehen, weil das umliegende Ausland die Sortimente WC-Papier, Nudeln und Desinfektionsmitteln leerkauft.

Wenn dies bei den Grenzschließungen eine Rolle gespielt haben sollte, könnte man ohne jede Ironie feststellen: Die Angst vor Islamisten brachte die Regierung nicht zum Handeln beim Grenzschutz – wohl aber die Angst um ausgehendes Klopapier. (DM)