Weitere Einschränkungen wegen Corona: Bundesländer handeln, Merkel liest vom Blatt ab

Die Sendbotin des Unheilvollen: Angela Merkel (Foto: JouWatch)

Eine Kanzlerin, die zur Sprecherin ihrer eigenen Regierung im Wortsinne herabgesunken ist, tritt vor die Kamera – und kündigt mit halbsediertem Timbre für ganz Deutschland das vor, was sowieso schon jeder kommen sah – bzw. was einzelne Bundesländer längst beschlossen haben (Beispiel Bayern, das den Katastrophenfall ausrief). Wenn man hierzulande wissen will, welche Maßnahmen mit drei Tagen Verzögerung auch bei uns kommen, muss man nur nach Österreich oder Frankreich schauen.

Man gewinnt den Eindruck, dass Merkel auch in dieser Krise wieder nicht führt, sondern eher als eine Art „Sprechpuppe“ das vorträgt, was im Zusammenspiel von Krisenstäben und Landesregierungen entschieden wurde. Ein wirkliches Konzept scheint ihre Regierung nicht zu haben: Was heute zur Beschwichtigung zurückgewiesen wird, ist übermorgen schon alternativlose Wirklichkeit.

Ihre gerade veröffentlichte Erklärung von 18 Uhr über jetzt auch bundesweite Einschränkungen, wonach grundversorgungsrelevanten Einrichtungen zwar geöffnet bleiben (Supermärkte, Lebensmittel- und Getränkeläden, Drogerien, Sanitätshäuser, Post- und Bankfilialen, Dienstleister wie Friseure, natürlich alle Arztpraxen), alles andere aber dicht gemacht oder geschlossen wird, war nicht wirklich überraschend.

Auch hier wenig Neues von planloser Merkel

Die „Maßnahmen, die es so noch nie gegeben hat“ sahen die Deutschen längst kommen. Auch dass beispielsweise Restaurants nur noch in Zeitfenstern mit Sitzplatzbeschränkungen und Distanzregelungen geöffnet bleiben dürfen, während Bars, Discos, Clubs, Sporteinrichtungen, Bäder, alle Kultur- und und Freizeiteinrichtungen ab morgen geschlossen bleiben, war ebenso absehbar. Es sind im wesentlichen dieselben Schritte, die gestern Bayern und heute Mittag Baden-Württemberg bereits auf Landesebene eingeleitet hatten.

Interessanterweise wurde auch ein Totalverbot von religiösen Zusammenkünften erlassen, Gottesdienste – und auch Versammlungen in Moscheen und Synagogen. Die Einschränkungen für Muslime dürften Merkel dabei mindestens so schwergefallen sein wie ihre zähneknirschende Hinnahme der gestern verordneten Grenzschließungen… (DM)