Quo vadis, Corona?

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Wissen Bürger und Politik überhaupt, wohin die ganze Corona-Reise führt? Man hat den Eindruck: eher nicht.

Bislang geht es Ärzten und Virologen erstens darum, den Verlauf der Corona-Seuche so einzudämmen, dass die medizinische Versorgung in unseren Krankenhäusern und Intensivstationen mit allem, was dazugehört, nicht zusammenbricht und jederzeit gewährleistet ist.

Von Kewil

Zweitens soll möglichst Zeit gewonnen werden, bis ein Mittel gefunden oder erfunden ist, was die Krankheit mildert, und ein Impfstoff, um uns alle und die ganze Welt immun zu machen. Manche glauben dabei an den Osterhasen, Skeptiker rechnen mit bis zu zwei Jahren.

Punkt 1 ist aber scheinbar erreicht. Der Stuttgarter Ministerpräsident Kretschmann verschenkt als EU-Fan bereits Beatmungsplätze im Ländle an die Franzosen. Und es ist ja auch was dran. Wir beklagen derzeit (Stand heute 12 Uhr, John-Hopkins-Uni) nur 130 Corona-Tote – eine klitzekleine Zahl, denn seit Karneval sind in Deutschland ungefähr 78.000 Leute (2.600 im Durchschnitt pro Tag) ganz „normal“ gestorben. Und konstant sterben weniger als 0,5 Prozent der Infizierten bislang hierzulande.

Vielleicht hilft manchen auch ein Taschenrechner, um klarer zu denken? Gehen wir der Einfachheit halber von 80 Millionen Deutschen aus, dann sind 10 Prozent 8 Millionen, 1 Prozent 800.000, 0.1 Prozent 80.000, 0,01 Prozent 8.000, 0,001 Prozent 800 – und 130 Corona-Todesfälle wieviel? Sind 130 Tote die ganzen Ausgehsperren, Ladenschließungen, Firmenpleiten und einen totalen Crash wert?

Bevor Sie jetzt in hysterische Empörung verfallen, bitte warten Sie noch einen Moment: Wenn nämlich nicht schnellstens ein Mittel gegen Corona auftaucht, wird die Regierung die Krankheit ganz offiziell sowieso wieder aufleben lassen müssen. Wie genau, keine Ahnung, aber an der ‚Herdenimmunität‘, bei der 60 Prozent der Bevölkerung infiziert werden und danach wieder gesund und immun sind, führt auf lange Sicht bei einer Seuche dieser Art ohne Impfung kein Weg vorbei. Die bisherigen Maßnahmen sind ganz klar nur eine Verzögerung, ein zeitliches Strecken der Virus-Krankheit, und absolut kein Ende.

Die Politik muss deshalb schnellsten sagen, wie es sinnvoll und ab wann weitergehen soll, anstatt ihren dummen Wählern jetzt populistisch Bußgeldkataloge bei Verstößen gegen das „Kontaktverbot“ zu präsentieren. 80 Millionen Deutsche und 7 Milliarden vom Typ ‚Homo sapiens‘ auf der Erde lassen sich doch nicht monatelang einsperren und aushungern. Wir brauchen also eiligst gangbare, praktikable Ideen trotz des Kampfes gegen das Virus während der unumgänglichen Lockerung der unhaltbaren Abriegelung.

Soll unsere kaum gefährdete Jugend nach Ostern nicht wieder normal in die Schule, während Altersheime immer noch abgeriegelt bleiben? Könnten Kitas nicht gefahrlos öffnen, kleinen Kindern passiert nichts? Sollen nicht wieder langsam die Geschäfte aufmachen dürfen und alle Jüngeren unter 40, 50 oder 60 sukzessive wieder normal arbeiten?

Solche Fragen müssen ernsthaft angegangen und beantwortet werden, anstatt mit Pippi Langstrumpf monatelang auf ein Wundermittel zu hoffen und es vielleicht nicht zu finden. Kommt schnell ein Impfstoff, um so besser.

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