Erst Kirchen, dann Moscheen: Immer mehr Klagen gegen Gottesdienstverbote

(Symbolbild:Imago/ANEEdition)

Ganz allmählich regt sich Widerstand gegen die Zwangsmaßnahmen zur Viruseindämmung – auf Seiten der Gläubigen: Zunächst sind es einzelne christliche Gemeinden, die gegen das Gottesdienstverbot gerichtlich vorgehen. Es ist absehbar, dass schon bald Moscheen und muslimische Gebetszirkel folgen werden.

In Berlin klagt der katholische Freundeskreis „St. Philipp Neri“ vor dem örtlichen Verwaltungsgericht gegen die Untersagung öffentlicher Gottesdienste; die Gemeinde will künftig zumindest Versammlungen „mit bis zu 50 Teilnehmern“ abhalten, schreibt die „Süddeutsche Zeitung„, und will sich im Gegenzug verpflichten, dass die Besucher in diesem Fall „beim Betreten und Verlassen des Gebäudes sowie während der Gottesdienste einen Mindestabstand von 1,5 Metern untereinander einhalten“. Auch sollen alle relevanten Personalien erfasst und gespeichert werden.

Die Argumentation, dass bei Gottesdiensten auch kein größeres Ansteckungsrisiko bestehe als etwa beim Einkaufen im Supermarkt, liegt auch in ähnlichen in Bayern anhängigen Verfahren der Klage zugrunde. Allerdings sind weder diese noch die „Philipp-Neri“-Laienvereinigung offizielle Organe der katholischen Kirche; die deutschen Bischofskonferenz, die die Kontaktbeschränkungen mitträgt, distanziert sich von den Klagen und erklärt, diese seien „weder Position noch Linie der Katholischen Kirche in der Corona-Krise“, sondern Alleingänge.

Beobachter gehen davon aus, dass sich solche Klagen in den nächsten Tagen, gerade vor Ostern, häufen werden. Aufmerksam verfolgt wird der Ausgang der aktuellen Gerichtsverfahren von Moscheeverbänden und muslimischen Predigern, die nur auf ein Zeichen für Lockerungen warten, um ihrerseits wieder zum öffentlichen Gebet aufrufen zu dürfen. Man kann davon ausgehen, dass sie jeden Teilerfolg als Ansporn nehmen dürften, ihrerseits die Aufhebung der Verbote und Beschränkungen zu fordern. Die Aufrechterhaltung der Maßnahmen steht auf dünnem Eis. (DM)