Klatsche für Spahn: Wirtschaftsministerium neuerdings für Schutzausrüstung zuständig

CDU-Minister Altmeier, Spahn (Foto:Imago/Thiel)

Bekam ein überforderter Gesundheitsminister, der sich seit Wochen um jeden Preis als oberster Krisenmanager zu profilieren versucht, jetzt etwa eins auf den Deckel? Gestern wurde bekannt, dass die Bundesregierung die Zuständigkeiten in der Coronakrise neu organisieren wird. Teilweise übernimmt Wirtschaftsminister Peter Altmaier Aufgaben aus dem Ressort von Jens Spahn.

Dies betrifft vor allem die von Dauerproblemen, Planungs- und Logistikpannen und peinlichen Nachschubengpässen gezeichneten Bereich der Beschaffung von Schutzausrüstung. Ganz offenbar sah das Kabinett CDU-Gesundheitsminister Spahn in dieser Frage überfordert: Wie das Portal „Business Insider“ unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, soll nun im Wirtschaftsministerium ein Stab aufgebaut werden, der sich unter anderem um den „Aufbau einer nationalen Produktion“ kümmern soll.

Berlins Nöte mit der Beschaffung von Schutzausrüstung

Gerade dies erweist sich als immer wichtigere Aufgabe, da der Bund bislang große Schwierigkeiten hat, sich auf dem Schutzausrüstungs-Weltmarkt durchzusetzen, schreibt „dts Nachrichtenagentur“. Zuletzt hatte die Bundesregierung deshalb laut „Business Insider“ mehrere Firmen mit Kauf und Logistik beauftragt, weil sie mit ihren international guten Kontakt helfen können. Seit Wochen gibt es immer wieder Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), weil in Praxen und Krankenhäusern, aber auch bei Polizeien und anderen wichtigen Behörden nicht ausreichend Schutzausrüstung vorhanden ist.

Wie das Portal weiter berichtet, gibt es aktuell in Deutschland laut einer internen Unterlage des Gesundheitsministeriums mit Stand 4. April rund 37 Millionen Schutzmasken (8,6 Millionen FFP2, 423.000 FFP3, 28 Millionen OP-Masken), die von Kassenärztlichen Vereinigungen, Bund und Ländern beschafft wurden. Dazu kommen 24,4 Millionen Schutzkittel. Der Bedarf allein in den deutschen Arztpraxen beträgt für sechs Monate jedoch 15 Millionen FFP2/FFP3-Masken, schreibt der „Business Insider“ unter Berufung auf eine Berechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. (DM)