Coronaschutz für die Alten: Die große Scheinheiligkeit

Alter Mann mit Rollator - Foto: Imago

Was ist das Schöne an der „Coronakrise“? Kein Zweifel: Die Deutschen haben ihr Herz für die Alten und Kranken wiederentdeckt, gemeinsam sind sie in großer Sorgen um das Wohlergehen der alten Umwelt- und Nazisäue (WDR). Und weil das so ist, bleiben auch alle gerne zuhause, damit die alten Umweltsäue eines Tages wieder unbeschwert im Hühnerstall Motorrad fahren können. Aus Solidarität mit den alten Nazisäuen wiederum liest auch niemand mehr ein Buch auf einer einsamen Parkbank. Denn ein Buch zu lesen, allein, auf einer Parkbank, ist verboten, sagte die Münchner Polizei. Gottlob hat ihr der gütige Landesvater Söder widersprochen. Ein Mann mit Augenmaß. Vielleicht mangelt es ihm auch einfach an Solidarität mit den armen Nazisäuen.

von Max Erdinger

Gunnar Kaiser hat in diesem, noch gar nicht so alten Video, 12 sehr interessante Fragen an Harald Lesch gestellt. Heute kann man sich das kaum noch vorstellen, aber es ging um 12 Fragen zum menschengemachten Klimawandel. Wahnsinn, wofür die Leute sich noch vor wenigen Wochen interessiert haben, oder? „Menschengemachter Klimawandel“ – phhh! Sie wissen schon: Harald Lesch. Das ist die personifizierte Wissenschaft für das Fernsehvolk. Sein Wort ist Gesetz – und genau so spricht und gestikuliert er auch. Was Harald Lesch sagt, entspricht haargenau den Vorschriften der politischen Glaubenskongregation für die Zivilreligionen, Abteilung Mutter-Erde-Schutz. Mutter Erde muß geschützt werden, weil sie die Mutter aller der „die Menschen“ ist. Und die sind ihre lieben Kinder. Alle. Außer die Rechten, die Populisten, Feminimuskritiker, Rassisten, Xenophoben, Islamophoben und Homophoben. Daß die dieselbe saubere Luft atmen sollen wie die liebe Mutter Erde und ihre lieben Kinder, ist ein schier unaushaltbarer Gedanke in seiner ganzen Ungerechtigkeit. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist zwar nicht gut, die Vorgenannten vor der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit zu schützen, wäre aber das allerletzte. Doch ich will jetzt nicht abschweifen.

Jedenfalls ist mit den 12 Fragen des Gunnar Kaiser an „die Wissenschaft“ in Gestalt von Harald Lesch keine Klarheit geschaffen worden, was den menschengemachten Klimawandel anbetrifft, weil „die Wissenschaft“ nicht mehr zu einer Beantwortung kam. Das ist schade. Kaisers Fragen waren wirklich interessant und das Warten auf die Antworten von Harald Lesch verströmte ein Gefühl wie kurz vor der Bescherung am Heiligen Abend. Doch dann kam das „Coronavirus“ – und seither ist der menschengemachte Klimawandel in der Hitparade der zeitgeistigen Realitätsinterpreten vom ersten Platz steil abgestürzt. Inzwischen ist er in der absoluten Unverkäuflichkeit angelangt. Wer heute noch Aktien vom menschengemachten KLimawandel hat, muß erkennen, daß er besser genau die Aktien hätte, die auch der Herr Gates hat. Sie wissen schon: Herr Gates, der Microsoft-Mensch mit dem unglaublichen Vermögen. Der hat wahnsinnig viele Pharmaaktien. Zufälligerweise hat er auch den Impfungsfetischismus als Hobby und deswegen würde er seinem Hobby gern zu mehr weltweiter Popularität verhelfen. Seine eigenen Kinder läßt er seltsamerweise nicht impfen. Vielleicht ist er einfach nur streng mit seinen Kindern und will, daß sie erst einmal etwas leisten, bevor sie ans Hobby denken. Inoffizieller Vizevorstand beim globalen Impfungsverein ist der Herr Gates aber trotzdem bereits. Der Verein nennt sich WHO, was fälschlicherweise mit „Weltgesundheitsorganisation“ übersetzt wird. Tatsächlich ist es mit der WHO nicht anders als mit der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK). Die nennt sich auch „Die Gesundheitskasse“. Weshalb die WHO in Wahrheit auch die Weltkrankheitsorganisation ist, und nicht die Weltgesundheitsorganisation. So, wie die Gesundheitskasse AOK eben auch. Egal, wie sie sich nennt: Sie bleibt eine Krankenkasse.

Hitparade der globalen Krisen

Auf alle Fälle hat aber das Coronavirus dem menschengemachten Klimawandel den Rang abgelaufen, Coronanangst ist jetzt der globale Frühlingshit – und deswegen fällt einem die zwölfte Frage wieder ein, die Gunnar Kaiser an „die Wissenschaft“ stellte. Gunnar Kaiser wollte wissen, ob sich die globalgrüne Gesamtregierung dann, wenn die liebe Menschheit das ganze Weltklima auf der gütigen Mutter Erde per globaler Umstellung auf alternative Formen der Energieerzueugung umgestellt hat, auch wieder auflösen würde. Das Dumme ist halt jetzt, daß „Corona“ zwischen die Frage und die Antwort gekommen ist. Das heißt, daß wir zwar noch immer nicht wissen, wie sich das mit dem menschengemachten Klimawandel genau verhält, daß wir dafür aber ganz genau wissen, wie gefährlich das Coronavirus ist. Wegen wir auch solidarisch die alten Umweltsäue schützen müssen, die für den menschengemachten Klimawandel verantwortlich zu machen sein sollen, ohne daß wir wüßten, ob das tatsächlich stimmt.

Wahrscheinlich liegt es an den 12 Fragen. Es sieht so aus, als ob immer dann, wenn jemand 12 Fragen an die Wissenschaft stellt, eine globale Krise ausbricht, welche die Antworten verhindert. Weswegen man schon einmal darüber spekulieren kann, welche Krise wohl ausbrechen wird, wenn Gunnar Kaiser 12 Fragen an Prof. Drosten von der Charité stellt. An die Kanzlerin braucht er sie nämlich nicht zu stellen. Wie die antworten würde, weiß heute eh schon jeder. So, wie sie alle Fragen beantwortet, nämlich: „Wir stehen gemeinsam vor großen Herausforderungen, die auch eine gemeinsame Bewährungsprobe sind, und ich würde mir mit Ihnen gemeinsam wünschen, daß wir sie gemeinsam in einem lebendigen und konstruktiven Dialog auf Augenhöhe bestehen. Auch wennn es mir nicht leicht fällt. Das dürfen Sie mir glauben.“ Kleinere, situationsangepaßte Abweichungen vom Standardext wären natürlich vorstellbar.

Aber was ist das nun mit diesen Alten auf einmal?

Bis zur „Coronakrise“ in den Köpfen der lieben „die Menschen“ auf ihrer vom anthropogenen Klimawandel gebeutelten Mutter Erde ist es in Deutschland zumeist so gewesen mit den kranken Alten: Die alten Umwelt- und Nazisäue vegetierten in irgendwelchen Heimen dahin und wurden angeredet wie kleine Kinder. – „So, Herr Obersturmbannführer Müller, jetzt tun wir einmal schön unser püriertes Abendessen einnehmen. Es ist schon 16:30 Uhr – und dann machen wir uns einmal schön bettfertig, gell? Freuen wir uns schon auf die lieben Nachwuchsnazis, die uns morgen besuchen kommen?“ – nicht etwa: „Wann darf ich Ihnen Ihr Abendessen servieren, Herr Müller?“ Als noch der menschengemachte Klimawandel die Hitparade der Realitätsinterpreten anführte, gingen Politikern die Rentner und Pflegefälle „am Arsch vorbei“, wie man mundartlich sagt. Und genauso ging der Politik die Bezahlung derjenigen „am Arsch vorbei“, die sich um die alten Umwelt- und Nazisäue kümmern.

It´s Coronatime!

Doch plötzlich ist „Coronatime“: Die Politiker vergehen fast vor lauter Sorge um die lieben Seniorinnen und Senioren. So sehr sorgen sie sich, daß sie bereit sind, die ganze Wirtschaft an die Wand zu fahren, von Zwölf-Stunden-Arbeitstagen für alle anderen zu reden, aufs Geld ihrer Wähler zu scheißen, den Ungeimpften dauerhaft die Reisefreiheit zu nehmen und-und-und. Was für ein löblicher Sinneswandel! Aber woher kommt er auf einmal? Woher diese plötzliche Wertschätzung für die alten Umwelt- und Nazisäue, die nichts als Arbeit und Kosten verursachen? Ob es wohl sein könnte, daß die alten Umwelt- und Nazisäue den Politikern noch immer „am Arsch vorbei“ gehen, und daß sie gerade bloß noch instrumentalisiert werden zu ihrem Unglück obendrein? Ist es denkbar, daß außer den Alten, die zu Umwelt- und Nazisäuen geworden sind, jetzt auch noch der Politiker zur „Volksvertretungsdrecksau“ mutiert ist und folgendermaßen kalkuliert: „Wenn ich glaubhaft meine totalethische Sorge um die lieben alten Menschen und Menschinnen behaupten kann, um allen anderen die Befreiung aus ihrem „Lockdown-Gefängnis“ in Aussicht zu stellen, wenn sie sich zum Schutz der anbetungswürdigen Senioren und Seniorinnen impfen lassen, dann macht das alleine in Deutschland bei 35 Euro pro Impfung 1,3 Milliarden Euro im Jahr für meine Freunde von der Pharmaindustrie. Weil die wiederum ein großer Sponsor der Weltkrankheitsorganisation ist, und die wiederum eine Unterorganisation jener Vereinten Nationen, die bis zum Jahr 2030 Weltregierung sein wollen, wäre meine Sorgen um lieben alten Mitbürgerinnen und Mitbürger eine nette Empfehlung für ein gut dotiertes Pöstchen in der Zukunft. Und dann alle diese Medikamente,die es gegen Covid 19 zu verkaufen gäbe und die ganzen Tests alle, und die Atemschutzmasken, 500 Stück pro Jahr und Mensch … das sind Milliarden und Abermilliarden! Wenn ich das durchsetze, dann wird mir der liebe Bill Gates als globaler Zuchtmeister der Krankheit doch wohlgesinnt sein, oder? Gott, was sind mir auf einmal diese alten und kranken „die Menschen“ ans Herz gewachsen. Eine egoistische Sau ist, wer da noch an seine Grundrechte denkt. Das muß ich dann nur noch genau so auch kommunizieren. Da würde auch niemand mehr nach Verantwortlichen für die Weltwirtschaftskrise fragen, weil es einfach unverschämt wäre, wo ich mich doch gerade so um unsere lieben Alten sorge.“

WHO & IPCC

Ganz unzweifelhaft ist es so, daß der globale Schnack vom menschengemachten Klimawandel zuletzt schwer unter Druck gekommen war. Es ist überhaupt merkwürdig, wie sich die politischen Problemlagen im vergangenen halben Jahrhundert geändert haben. Da war immer weniger Regionales dabei, dafür umso mehr Globales, fast schon ungreifbar. Naturschutz und Waldsterben waren noch einigermaßen irdisch, aber mit dem Ozonloch fingen die Problemlagen an, ungreifbarer zu werden, globaler auch. Dann kam der anthropogene Klimawandel, der auch unbewaldete Weltgegenden betraf, und nachdem der nicht mehr so richtig zog, folgte die globale „Coronakrise“, die insofern eine Steigerung darstellt, als daß jetzt die lieben „die Menschen“ nicht mehr umständlich und indirekt durch eine gefährlich werdende Umwelt bedroht werden, sondern ganz direkt durch ein Virus. Da läßt sich ganz eindeutig eine allmähliche Intensivierung der Angst vor dem Leben feststellen. Und die großen Propagandisten der Angst vor dem Leben gehorchen alle ein und derselben Organisation: Den Vereinten Nationen, die ein klar definiertes Ziel haben: Weltregierung 2030. Das sieht fast danach aus, als hätten die Vereinten Nationen mit der „Coronakrise“ nur das Standbein gewechselt. Vom Weltklimarat (IPCC) als dem primären Angstmacher auf die Weltkrankheitsorganisation (WHO). Das sieht sehr nach einem Spiel mit der menschlichen Angst vor dem Tod aus. Und je gründlicher der Tod als fundamentaler Bestandteil des Lebens aus den Köpfen der Ängstlichen von heute verdrängt werden konnte, desto größer wurde der Horror vor ihm. Unzweifelhaft konnte man keiner Menschheitsgeneration jemals so viel Angst mit ihrer eigenen Sterblichkeit machen wie der heutigen. Zumindest in der westlichen Welt, wo kaum noch jemand die Hoffnung auf ein ewiges Leben nach dem irdischen Tod hegt. Nicht mehr am Leben zu sein, kommt dem heutigen Menschen vor wie niemals dagewesen zu sein.

Lebenserfahrung: Das zerebrale Immunsystem gegen Propaganda

Eine sehr wichtige Funktion dabei hatte das Separieren der Generationen. War es noch vor einem Jahrhundert so, daß Kinder sehr häufig sowohl an der Seite ihrer Eltern als auch an der ihrer Großeltern aufwuchsen und deshalb auch Zugriff auf die Lebenserfahrung von zwei älteren Generationen hatten, haben sie heute oft nicht einmal mehr Zugriff auf diejenige ihrer eigenen Elterngeneration, außer in der gemeinsamen Freizeit. Das heißt, sie können in der Infantilität gehalten werden bis weit in das Alter hinein, in der sie dann die „werberelvante Zielgruppe“ geworden sind. Dessen sollte man sich bewußt sein, wenn man schier daran verzweifeln möchte, daß sich so viele Zeitgenossen mit dem Coronavirus schier um den Verstand bringen lassen. Eine infantile Gesellschaft ist aber auch das ideale Opfer für alle, die ihnen ein Überleben unter der Herrschaft der Vereinten Nationen als einer Art Weltregierung versprechen. Die alarmierende Bereitschaft, sich seine Grundrechte nehmen zu lassen, um im Gegenzug dafür am Leben bleiben zu dürfen, ohne daß sich noch jemand fragt, was für ein Leben das denn überhaupt sein soll, das einem da vermeintlich bleibt, zeigt, daß tatsächlich grundsätzliche Änderungen unseres Lebensstils anstehen. Allerdings ganz andere, als Regierung und UN sich das vorstellen.

Die Generationen

Die Trennung der Generationen hat aufzuhören. Jeder Mensch braucht zu seiner Entwicklung die Gegenwart aller anderen Menschen jeden Alters, wenn er nicht dumm bleiben soll. Es gibt keinen Kinderlärm. Es gibt spielende und tobende Kinder, eines der schönsten Geräusche,die das Leben bereithält. Mehrgenerationenhäuser und die Zusammenlegung von Waisenhäusern mit Altenheimen wären sehr zu begrüßen. Kinder müssen die Gedankenwelt ihrer Großelterngeneration so gut kennenlernen wie die ihrer Eltern und ihre eigene. Vor allem lassen sich die Alten dadurch nicht mehr als politische Jongliermasse für völlig charakterlose Opportunisten und scheinheilige Heuchler mißbrauchen. Es ist ein Wahnsinn, daß anscheinend kaum jemand mehr bemerkt, wie verlogen die Instrumentalsierung jener Alten ist, die gestern noch als Umwelt- und Nazisäue sowie als irrelevante Gruppe bezeichnet wurden, die sich möglichst aus politischen Weichenstellungen herauszuhalten haben. Auf einmal sollen alle ihre Grundrechte bei einem völlig übergeschnappten Staat abgeben, der sich selbst für den lieben Gott hält, und das Überleben der Alten dient als Begründung dafür. Natürlich muß man sie schützen. Aber nicht dadurch, daß man ein ganzes Volk „zu ihrem Schutz“ in Geiselhaft nimmt, obwohl man eigentlich ganz andere Ziele erreichen will. Die Abrechnung mit denen, die diesen Versuch unternommen haben, darf nach der „Coronakrise in den Köpfen“ keinesfalls ausbleiben. Da werden „Köpfe rollen“ müssen. Dieses System, das Merkelregime, hat fertig zu haben, wenn man vor ähnlichen Machenschaften in Zukunft einigermaßen sicher sein will. Weg damit! Und vielleicht beantwortet Harald Lesch als die personifizierte Wissenschaft noch die 12 Fragen von Gunnar Kaiser zum „menschengemachten Klimawandel“, damit deutlich wird, wie vertrauenswürdig die öffentlich-rechtliche „Fernsehwissenschaft“ und die mainstreamige „Zeitungswissenschaft“ auch in anderen Fragen ist – zum Beispiel in virologischen und in pandemiologischen.