Heinsberg-Studienmacher: „Die Veröffentlichung zu Heinsberg war nicht leichtfertig“

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Ziel schmutziger Anfeindungen: Prof. Hendrik Streeck (Foto:http://hiv-forschung.de/essen-lab-members/streeck)

Nachdem der Leibvirologe der deutschen Bundesregierung, Christian Drosten, alles weggebissen hat, was seinen Status gefährden könnte und auch auf die Ersteller der Heinsberg-Studie nach deren Veröffentlichung eingeschlagen hat, wehrt sich nun das Team rund um den Virologen Professor Hedrik Streek.

Die sogenannte Covid-19 Case-Cluster-Study, umgangssprachlich auch „Heinsberg-Studie“ genannt, ist die bislang einzige Studie im Deutschland, die sich mit der Erhebung repräsentativer Daten zu Letalität, Dunkelziffer und Immunität bezüglich der Corona-Infektion befasst hat um daraus Handlungsempfehlungen ableiten zu können.

Drosten beißt alles weg, was seinen Status gefährden könnte

Nachdem das von der Bundesregierung zur Instanz erhobene Robert-Koch-Institut (RKI) es bislang nicht für nötig erachtete, solch eine Studie durchzuführen, startete Professor Dr. Hendrik Streek, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen Ende Februar mit einem Team im besonders von Covid-19-betroffenen Kreis Heinsberg besagte Erhebung. Erste Ergebnisse der Studie wurden am 9. April 2020 bei Facebook und Twitter durch die PR-Agentur StoryMachine unter dem Namen Heinsberg-Protokoll – gendergerecht – veröffentlicht .

Die Reaktion des zum Leibvirologen von Bundeskanzlerin Merkel aufgestiegenem, unangefochtenem Deuter der Covid-19-Epidemie – Christian Drosten von der Berliner Charité – kritisierte sodann die Studie und die Empfehlungen Streecks. Die verwendeten Antikörpertests hätten technisch bedingt eine hohe Rate falsch-positiver Ergebnisse. Gegenüber den Mainstreammedien kanzelte Drosten die Methodik der Studie herab und urteilte, dass man aus der abgehaltenen Pressekonferenz aufgrund der mangelnden Erklärungen „gar nichts“ ableiten könne. Die Studie sein nichtssagend. Unisono warnten dann Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sowie Merkel vor voreiligen und „leichtsinnigen“ Schritten.

Christian Drosten (Twitter)

„Die Veröffentlichung zu Heinsberg war nicht leichtfertig“

Hendrik Streeck hat nun die Kritik an der Veröffentlichung eines Zwischenergebnisses zu seiner Studie scharf zurückgewiesen. Zum einen halte die Feldstudie – anders als Drosten es darstellt -alle Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein, so der Virologe gegenüber dem Tagesspiegel. „Wir übererfüllen sogar diese Empfehlungen“, so Streeck zur Covid-19 Case-Cluster-Study, die 1000 Menschen aus 400 Haushalten untersucht hat. Auch sei der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht verfrüht gewesen. Den Vorwurf, die Veröffentlichung sei leichtfertig erfolgt, wies der Wissenschaftler zurück. „Zwischenergebnisse werden auf Kongressen ständig und auf der ganzen Welt mitgeteilt. Nur dies ermöglicht eine jeweils aktuelle wissenschaftliche Diskussion.“ Zu behaupten, dies sei unwissenschaftlich, stimme schlichtweg nicht, so Streek. Die benannte Pressekonferenz wurde von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eröffnet.

Einmal mehr stellt sich die Frage nach der Motivation des Herrn Drosten, andere Sichtweisen auf die Covid-19-Infektion nicht zuzulassen und alles und jeden wegzubeißen, was seinen Status gefährden könnte. Beifall – verbunden mit totalitären Forderungen –  bekommt er von seiner Twitter-Gemeinde allemal:

Anja Herrmann (Bild: Twitter)

Ebenfalls sollte hinterfragt werden, warum Streeck und sein Team offensichtlich gezwungen sind, ihre Studienergebnisse bei einer PR-Agentur zu veröffentlichen. Der Beteuerung von StoryMachine, die Heinsberg-Studie sei von „überragender Wichtigkeit und wissenschaftlicher Bedeutung für den weiteren politischen und gesellschaftlichen Umgang mit dieser Krankheit“ und man wolle eine breite Öffentlichkeit informieren, klingt löblich. In Anbetracht der Tatsache, dass die Gründer der Agentur auf die Namen Philipp Jessen (Ex-stern.de Chef), Michael Mron (Eventmanager) und Kai Diekmann (Ex-Bild-Chef) hören und mit Rückblick auf deren Engagement in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ ihre Leser 2015 auf maximale Regierungslinie brachten, verunsichert – neben der Rolle des CDU-Funktionärs Armin Laschet – dann doch. (SB)

Pressekonferenz: