Die Grünen und Corona – Feuchte Sozialistenträume

Nein, hier handelt es sich nicht um einen typischen Grünwähler. (Symbolfoto: Von Yevhen Marienko/Shutterstock

Es gibt Menschen, die die Pandemie und ihre Folgen voller Ingrimm und Genugtuung als überfällige Zeitenwende, als Zivilisationsbruch beschwören, nach der nichts mehr so sein wird – oder darf – wie davor. Was sie eigentlich meinen: Aus den Trümmern der corona-moribunden Wohlstandsgesellschaft soll sich ein linksgrünes Utopia erheben – klimagerecht, sozialistisch, autoritär.

Vertreter der großen Kirchen feiern und beschwören – vom christlichen Gleichheitsansatz ausgehend – Nächstenliebe und Solidarität, die als bleibende Folge der Krise auch danach das Miteinander prägen sollen. Dem EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm genügt dies bekanntlich nicht: Er rückt die „Verteilungsgerechtigkeit“ in den Mittelpunkt und fordert von den Reichen des Landes nach Corona eine Vermögensabgabe für den Wiederaufbau. Wohlfeile Worte: Seine eigene Kirche, die jährliche Milliardenzuwendungen aus Kirchensteuer und Staatszuwendungen verbucht, wie Alexander Wendt gestern in einem lesenswerten Beitrag auf „Publico“ darlegte, wäre dabei gut beraten, hier mit noblem Beispiel voranzugehen – und auf öffentliche Gelder zu verzichten.

Noch eine Stufe verlogener sind jedoch die Verstaatlichungs- und Enteignungsphantasien von Grünen-Politikern, die dank Corona – am Vorabend einer epochalen Rezession – alle Hemmungen fallen lassen und von fundamental neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodellen träumen, gegen die sich realsozialistische Spinnereien noch harmlos ausnehmen. Dazu darf der Niedergang dann sogar ruhig proaktiv beschleunigt werden, indem die Wirtschaft vorsätzlich an die Wand gefahren wird. Der Dresdner Grünen-Stadtrat Robert Schlick setzte gestern folgenden entlarvenden Tweet ab:

Screenshot:Twitter

Die Menschheit als soziologisch-ökonomisches Experimentierlabor: Das 20. Jahrhundert lässt grüßen, in dem über 100 Millionen Menschen mit ihrem Leben zahlten für das „Ausprobieren von etwas Neuem“. Auch wenn etliche Parteifreunde und Sympathisanten diese Wahnsinnsforderung nach einem „Systemwechsel“ teilten und guthießen, war ein erwartbarer Shitstorm die Folge, auf den hin Schlick seinen Erguss prompt löschte… Das Netz vergisst jedoch glücklicherweise nicht – und so kann und soll jeder nachlesen, welche antiliberale, wirtschaftsfeindliche Grundgesinnung die Ökostalinisten vertreten, die in Deutschland trotz Corona-Ausnahmezustand auf satte 20 Prozent der Wählerstimmen kommen.

Die Lust an der Selbstzerstörung, an der planmäßigen Sabotage der diesen Sozial- und Rechtsstaat tragenden Grundstrukturen treibt auch die niedersächsische Nachwuchsorganisation der Partei zu kühnen Postulaten: Die Grüne Jugend Niedersachsen extrapolierte ganz nassforsch die von Parteichef Robert Habeck seit Jahresbeginn erhobene Forderung nach Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus den griechischen Insellagern – und forderte gleich die komplette Evakuierung aller 42.000 „Geflüchteten“ nicht nur nach Deutschland, sondern speziell Niedersachsen:

Screenshot:Twitter

Immerhin, der Slogan „Zu Ostern nicht nur an Jesus denken“ markiert eine der denkwürdigsten Stilblüten mit Religionsbezug, die es durchaus mit dem Humor von „Das Leben des Brian“ aufnehmen kann, und zeugt von unfreiwilliger Realsatire. Ostern als Anlass für die Aufnahme zehntausender muslimischer Migranten: Bekloppter wurde das Fest der Auferstehung ganz sicher noch nie für eine politische Botschaft missbraucht. (DM)