Polen lockert Maßnahmen, RKI blockt weiterhin ab

Foto: Bedienung in einem Café (über dts Nachrichtenagentur)

Ausgerechnet das von vielen westlichen Politikern gescholtene Polen will zum 19. April die Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie lockern. Das berichtet der „Tagesspiegel„. Es geht darum, die Wirtschaft langsam hochzufahren.

In Deutschland dagegen sieht es düster aus. Zumindest kann man das zwischen den Zeilen lesen, die der Chef-Virologe der Kanzlerin heute morgen der Presse vor die Füße warf:

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, sieht zwar „einige positive Tendenzen“ bei der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Einhaltung der Hygieneregeln werde aber auch in Zukunft nötig sein, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, sagte Wieler am Dienstagvormittag. „Unsere Maßnahmen wirken. Das sind gute Nachrichten.“ Für eine Entwarnung ist es dem RKI-Chef zufolge aber noch zu früh. Die Zahlen hätten sich auf einem „relativ hohen Niveau“ eingependelt.

„Es gibt im Moment noch keinen eindeutigen Hinweis darauf, dass die Zahlen auch weiterhin zurückgehen“, so Wieler. Zudem gebe es weiterhin „starke regionale Unterschiede“.

Also wird sich Angela Merkel weiterhin alle Zeit der Welt nehmen, um Deutschland wieder in den Normalzustand zu bringen.

Allerdings werden immer mehr Stimmen laut, die ebenfalls eine Lockerung fordern:

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch über eine Fortsetzung oder Lockerung der Schutzmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie hat zum Beispiel der stellvertretende FDP-Vorsitzende und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ein Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens ab nächster Woche gefordert. „Ich glaube, dass der Lockdown spätestens nach dem 19. April schrittweise aufgehoben werden muss“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zwar müsse ein solcher Ausstieg „immer unter besonderer Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes“ geschehen.

Doch empfahl Kubicki konkrete Schritte zur Rückkehr in die Normalität. „Ich würde alle Geschäfte, die derzeit geschlossen sind, wieder öffnen lassen, sofern die Abstandsregeln dort einzuhalten sind. Im Zweifel geschieht das durch eine Einlasskontrolle“, sagte Kubicki.

Auch bei Restaurants hält der FDP-Mann „eine langsame Rückkehr zu normalen Verhältnissen“ für möglich – „mit entsprechendem Abstand zwischen den Tischen“. Für Schulen regte Kubicki einen Vor- und Nachmittagsbetrieb an, um so „die Zahl der anwesenden Schüler zu reduzieren und sogenannte Rudelbildungen zu vermeiden“. Den von anderen Politikern geäußerten Vorschlag, ältere Menschen bei einem Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens zunächst zu deren eigenem Schutz unter Quarantäne zu stellen, lehnte der Jurist ab.

„Ich halte nicht sehr viel von diesem Plan, er wird auch vor dem Bundesverfassungsgericht wahrscheinlich keinen Bestand haben“, sagte er. Denn das Ziel des Gesundheitsschutzes „wäre mit milderen Mitteln als mit einem massiven Grundrechtseingriff zulasten Älterer erreichbar“. So könne man etwa eine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken einführen oder in Supermärkten gesonderte Öffnungszeiten für Ältere anbieten.

(Quelle: dts)