Dekadent, ausländerfeindlich, antieuropäisch: „Spiegel“-Stokowski in Bestform

Margarete Stokowski (Foto:Imago/photothek)

Neues von „Spiegel Online“-Kolumnistin Margarete Stokowski: Diesmal entblödet sie sich nicht, die hohe Kunst der Spaltung – die sie ansonsten den AfD-„Faschisten“ vorwirft – höchstselbst zu vervollkommnen. Bei ihr allerdings werden nicht Deutsche gegen Ausländer, sondern Ausländer gegen so genannte Flüchtlinge ausgespielt: Statt rumänische Erntehelfer sollten ihrer Meinung nach lieber Kinder aus den griechischen Lagern eingeflogen werden.

Was könnte für linke Moralhünen in diesen Tagen wichtiger sein als Humanität und Hilfsbereitschaft – nicht für die eigenen Landleute, versteht sich, sondern für „Flüchtlinge“ an den Pforten Europas, deren „Rettung“ selbstverständlich mit der Direktüberführung in die deutschen Sozialsysteme identisch sein muss – Corona hin oder her.

Für die immer hart an der Grenze zum Linksextremismus entlangschrammende rote Margarete sind „50 Kinder“, die die Bundesregierung herholt (tatsächlich sind es gemeinsam mit anderen EU-Staaten übrigens insgesamt 1600 Minderjährige, die aufgenommen werden), skandalös zu wenige. Besser soll ihrer Meinung nach wohl die Ernte auf den Feldern verrotten:

Screenshot:Twitter

Zu fressen hat Deutschland ja genug – da können die Spargeln ungeerntet auf den Feldern verderben; und 80.000 südosteuropäische Erntehelfer, die meisten von ihnen aus Rumänien, dürfen ebenfalls ruhig mit ihren Familien verhungern! Denn Hauptsache, die makellose Gesinnung triumphiert und jeder Euro wird in den Import Schutzbedürftiger gesteckt. Aufschlussreich: Bei Refugees spielen die „geschlossenen Grenzen“, die Stokowski in Erinnerung ruft, natürlich keine Rolle, anders als bei Saisonarbeitern aus EU-Partnerländern.

Die naive Aufrechnung von Geldern, die für die einen reichlich da sind und den anderen dafür fehlen, ist Wesenselement aller populistischen Debatten. Genau so argumentieren die rechten Stammtischbrüder, Stokowskis bevorzugtes Feindbild, wenn sie die Kosten für Flüchtlinge gegen die zu kurz kommenden deutschen Rentner aufrechnen. Das ist Hetze, par excellence – in dem Fall paradoxerweise gegen Ausländer – nämlich die Rumänen und ihre Nachbarn, die seit Jahren die deutsche Landwirtschaft entlasten und auf ihren Erntelohn angewiesen sind – und damit auch gegen die EU.

Die Phantasie kennt keine Grenzen, wo sich noch überall Mittel einsparen ließen, um davon die Aufnahme von noch mehr unbegleiteten minderjährigen Migranten zu finanzieren: Zum Beispiel könnte der „Spiegel“ die Honorare für Stokowskis journalistische Ergüsse in die Flüchtlingshilfe investieren. Besser angelegt wäre das Geld dort allemal. (DM)