Messias Obama, „Versager“ Trump: Karl Lauterbach als Corona-Hellseher

Lauterbach beim Wahrsagen (Foto:Imago/Spicker)

Ein getwitterter Ostergruß von Ex-US-Präsident Barack Obama gerät bei SPD-Tausendsassa Karl Lauterbach zum Aufhänger für übelstes Trump-Bashing samt Totalbreitseite gegen dessen angeblich katastrophale Corona-Politik – inklusive Wiederholung des Mythos, es läge am verhassten „Orange Man“, dass so viele Schwarze an Covid-19 sterben.

Tatsächlich ist die überproportionale Sterblichkeit bei Schwarzen, die nach dem britischen „Guardian“ begierig auch von den linken Meinungswerkstätten in Deutschland vermeldet wurde – so etwa in der „Süddeutschen Zeitung“ (die von „tödlicher Ungleichheit“ schrieb) oder in der „Tagesschau“ – keine Folge von „Rassismus“. Vielmehr sind vor allem Hot-Spots mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit betroffen – etwa New Orleans in Louisiana oder bestimmte Viertel in der drittgrößten US-Metropole Chicago.

Da die meisten Schwarzen in sozial schwachen Verhältnissen leben und auf keine hochwertige Gesundheitsversorgung hoffen können, sind bei ihnen die Opferzahlen höher; dies ist allerdings keine Frage der Hautfarbe, eher der gewachsenen sozialen Strukturen in den USA – und nicht die Schuld Trumps, der seit drei Jahren im Amt ist.

Legende der „rassistischen“ Pandemiebekämpfung

Kein Wunder, dass sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach – nach Ralf Stegner und Sawsan Chebli der dritte im Bunde der inoffiziellen SPD-Pausenclowns auf Twitter – des Thema ebenfalls annimmt und Trump zum Todesengel für Afroamerikaner stempelte:

Screenshot:Twitter

Obama-Verherrlichung und Trump-Verteufelung sind bei deutschen Politikern wie Journalisten zwei Seiten derselben Medaille. Je länger die in ihrer Bilanz magere, wirtschafts- und außenpolitisch sogar verheerende Doppelamtszeit Barack Obamas zurückliegt, desto wolkiger wird dessen Wirken verklärt. Tatsächlich klafften politische Agenda und Umsetzung, Anspruch und Wirklichkeit, Wahlversprechen und Erfüllung beim ersten schwarzen Präsidenten der Geschichte weiter auseinander als bei irgendeinem anderen US-Staatoberhaupt der jüngeren Geschichte. „Keinem der Projekte, die vom Lieblingspräsidenten der Deutschen gemeinsam mit den Europäern angestoßen wurden, war Erfolg beschieden“, resümiert Roger Letsch auf „unbesorgt.de“ und spricht von „diplomatischen Luftnummern“.

„Populist und Antiamerikaner“

„Selbst wenn Trump auf dem Wasser gehen könnte, würde Lauterbach noch behaupten, dieser sei zu dumm zum Schwimmen“, so Letsch, der sich regelrecht in Rage schreibt: „Der Mediziner in ihm sollte dem Populisten und Antiamerikaner Lauterbach doch eigentlich längst klar gemacht haben, dass das Virus nicht zwischen links und rechts regierten Staaten unterscheidet. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, die katastrophale Lage in Spanien und Italien den dort regierenden Sozialisten oder gleich der sowieso für alles verantwortlichen EU in die Schuhe zu schieben. Und so etwas würde man Brüssel nie verzeihen, oder, Herr Lauterbach?“

Und noch eines hat Lauterbach in seinem absurden Tweet vergessen, wie Letsch völlig richtig anprangert: Die in seiner Partei sonst so großgeschriebene Political-Correctness-Neusprech: Die Verwendung des Begriffs „Schwarze“ zählt nicht nur für die die LGBTQ-Gemeinde als rassistisch; die korrekte Bezeichnung lautet „People of Color” (PoC). Wer moralisch so unfehlbar auftritt wie Lauterbach, sollte hier die Worte auf die Goldwaage legen. Letsch kommentiert: „Drei Fettnäpfchen auf 41 Wörter – das ist eine glatte 7 auf der nach oben offenen Stegner-Skala!“ (DM)