Linksextremer Anschlag auf SPD-Wahlkreisbüro – doch Esken schwafelt von „rechter Gewalt“

Esken bei einer Mahnwache gegen Faschismus im Januar (Foto:Imago/photothek)

Beißreflexe und Schnappatmung setzen bei Sozialdemokraten automatisch ein, sobald sie und ihresgleichen vermeintlichen Rechtsextremismus auch nur wittern. Den gestrigen Anschlag auf das Wahlkreisbüro des Wuppertaler SPD-Bundestagsabgeordneten Helge Lindh nahm SPD-Chefin Saskia Esken zum Anlass, von „rechter Gewalt“ zu schwadronieren. Dumm bloß: Hinter der Aktion steckten linke Täter.

Lindh selbst berichtete von einem Bekennerschreiben des linksextremen Milieus. Der Parlamentarier vermutet, die Tat stünde in Zusammenhang mit seiner Haltung zur Asylfrage, so der Kölner „Express„. Hintergrund soll die angeblich zu zurückhaltende oder lasche Haltung der SPD in der Flüchtlingsfrage sein. Obwohl Lindh für seine humanitäre Haltung in der Asyl- und Aufnahmepolitik bekannt ist, geht diese den militanten Vorkämpfern der „Willkommenskultur“ anscheinend nicht weit genug.

Die unbekannten Täter hätten drei Pflastersteine und Tintengefäße in die Frontscheibe des Büros geworfen; neben Glasbruch entstand Sachschaden auf dem Fußboden und an einem Waschbecken. Lindh machte seinem Ärger auf Twitter Luft und echauffierte sich heftig über die Täter; Esken, anscheinend über die Hintergründe nicht im Bilde, ging sogleich von einer rechtsextremen Attacke aus und retweetete Lindhs Post:

Screenshot:Twitter

Ob Eskens „Solidarität“ mit „aktiven Kämpfern für Menschlichkeit“ auch dann gilt, wenn sie von Extremisten des eigenen politischen Lagers attackiert werden, denen dieser „Kampf“ anscheinend nicht vehement genug geführt wird? Die Blindheit, mit der die solidarischen Musterdemokraten und Menschenfreunde geschlagen sind, wenn es um linksradikale Übergriffe und Anschläge geht, hat längst zu einer völlig verzerrten Wahrnehmung der politischen Gewalt in Deutschland geführt.

Tatsächlich werden nämlich die allermeisten Angriffe auf parteiliche Einrichtungen nicht von rechts verübt, sondern vom entgegengesetzten, „antifaschistischen“ Lager. Umgekehrt sind Büros der AfD das Ziel der meisten Attacken im Land: Ganze 691 waren es im Jahr 2019. Dagegen nehmen sich 163 Angriffe auf die SPD recht bescheiden aus – wobei, wie der jetzige Wuppertaler Fall zeigt, von diesen eine nicht unbeträchtliche Zahl auf das Konto gewaltbereiter Linken gehen dürfte. (DM)