Angeblich jetzt auch Infektionsgefahr durch Sprechen: Einfach mal die Fresse halten?

(Symbolbild: Voyagerix/fotolia)

Je merklicher die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland abebbt, als je weniger gravierend sich die gesundheitlichen Auswirkungen der Pandemie hierzulande faktisch herausstellen, desto lauter trompeten die Medien ihre täglichen Horrormeldungen, Warnungen und Schreckensszenarien hinaus. Kein Tag ohne irgendeine neue Studie, mit der sich die Panikmache aufrechterhalten lässt.

Die jüngste bahnbrechende Erkenntnis vermeldete gestern die „Süddeutsche Zeitung„: Wissenschaftler der US National Institutes of Health (NIH) wollen herausgefunden haben, dass Corona jetzt auch „beim Sprechen“, sogar trotz Abstand, übertragen werden kann. Eine Tröpfcheninfektion soll demnach nicht nur durch die gängigen Übertragungswege Husten, Spucken, Niesen, sondern auch durch normale Unterhaltungen möglich sein.

Schon in den letzten Wochen waren permanent Studien erschienen und begierig von der Presse ausgeschlachtet worden, die – freilich hypothetisch, unter lebensfremden Laborbedingungen – potentielle Ansteckungsgefahren durch die Luft, über Oberflächen oder gar durch Nichteinhaltung eines Sicherheitsabstands von nicht weniger als 20 Metern zu Joggern in freier Natur angeblich belegten.

Neue Studien wie am Fließband

Begierig werden daraus Empfehlungen und Verhaltensregeln für die Bevölkerung abgeleitet, die in der Praxis überhaupt nicht umsetzbar und überdies schon deshalb fragwürdig sind, weil trotz all der ständig neu ermittelten Ansteckungsrisiken die Reproduktionsrate des Virus fällt und fällt.

Oft sind manche Meldungen auch schlichtweg unvollständig oder grob falsch; zwar erbrachten verschiedene Studien den Nachweis, dass sich das Virus Sars-CoV2 „tagelang“ auf Oberflächen halten könne – doch tatsächlich wurde noch kein einziges Mal lebendes Virenmaterial nachgewiesen, nur tote Virenfragmente. Dementsprechend fehlt auch jeder klinische Beweis für diesen Übertragungsweg.

Der „Süddeutschen“ jedenfalls kommt die Vorstellung, dass jeder zur Virenschleuder wird, der in diesen Tagen nur den Mund aufmacht, bei ihrer dramatisierenden Berichterstattung sehr gelegen. Damit lässt sich dann auch die propagierte Maskenempfehlung schneller zu einer allgemeinen Maskenpflicht steigern: Am besten sollten statt Atemmasken Maulkörbe ausgegeben werden. Wenn keiner mehr spricht, schweigen auch die Moserer und Kritiker der autoritären Corona-Maßnahmen. (DM)