Saarland-Regierung in Spendierlaune: 5 Einwegmasken für jeden Bürger auf Steuerzahlerkosten

Masken fürs Volk (Symbolbild:Imago/ZUMAWire)

Saarbrücken – Es liest sich wie ein verspäteter Aprilscherz – und ist geradezu typisch für das logistische Tohuwabohu, das mangels vernünftigter Planung in Bund und Ländern bei der Ausrüstung mit Corona-Schutzartikeln herrscht: Das Saarland „schenkt“ jedem Bürger fünf Einwegmasken – ein Tropfen auf den heißen Stein und natürlich alles auf Steuerzahlerkosten.

In Deutschland sind medizinische Schutzmasken bekanntlich Mangelware – und dies war wochenlang auch der Hauptgrund, warum es – anders als in anderen Ländern, etwa Österreich – auch keinen Maskenzwang gab. Weil man schließlich auf die Idee verfiel, Schal, Tücher oder selbstgenähte Gesichtsbedeckungen seien immer noch besser als gar keine Maske, kommt die gesetzliche Pflicht am Montag nun doch. Natürlich vergrößert die Maßnahme die Nachfrage auf professionelle Einwegmasken noch weiter – mit der Folge, dass sie in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen erst recht knapp werden.

So werden schon ein paar professionelle gesundheitliche Einweg-Masken inmitten all der selbstgebastelten Provisorien zum Luxusgut. Einen Hauch von diesem Luxus will nun Saarlands CDU-Ministerpräsident Tobias Hans, der gemeinsam mit Bayerns Markus Söder einer als der Hardliner der Corona-Restriktionspolitik gilt, seiner Bevölkerung zuteil werden lassen: Wie „Bild“ berichtet, hat seine Regierung fünf Millionen Einwegmasken bestellt, die nun mit Hilfe eines Verteilplans an die Menschen im Saarland verteilt werden sollen. Aktuell werden die Masken in einem zentralen Lager im Großraum Saarlouis gelagert – und stehen unter Polizeischutz.

Abgesehen, dass es sich hierbei um eine fast schon sarkastische Symbolgeste handelt (denn was bringen fünf Einwegmasken bei einer unbefristeten Dauerpflicht?): Lustig ist in diesem Zusammenhang der Begriff „schenken“ – die Regierung kann kein Geld ausgeben, das nicht die Bürger selbst zuvor erwirtschaftet haben; derselbe Denkfehler liegt der staatlichen Allmachtserwartung zugrunde, die Folgen der durch ihn selbst angerichteten Giga-Rezession durch Sonderzahlungen, Kredite oder Bürgschaften schultern zu können. Von der Schutzmaske bis zum Milliarden-Hilfspaket: Die Last muss von allen getragen werden, die jetzt vermeintlich „profitieren“ – es ist eine Hypothek für Generationen.

Form sarkastischer Symbolpolitik 

Verteilt werden soll das Masken-Set laut „dts Nachrichtenagentur auf unterschiedliche Art und Weise: Zum einem werden die Masken direkt nach Hause gebracht – dabei helfen u.a. Ortsvorsteher oder auch die Feuerwehr. Das gilt vor allem für kleine Orte. In Städten, wie beispielsweise Saarbrücken, gibt es Verteilstellen. Zudem gibt es eine „Drive In“-Option auf großen Plätzen. Hier können die Saarländer ihre Masken mit dem Auto abholen. Um die Masken zu erhalten, müssen sich die Saarländer ausweisen.

Im Saarland gilt eine der schärfsten Maskenpflichten im Vergleich aller Bundesländer: ab Montag ist das Tragen für alle (auch für Kinder ab sechs Jahren) vorgeschrieben; zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind die Bürger dann dazu verpflichtet, in Supermärkten, Geschäften, Wochenmärkten sowie in Bussen, Taxen und Bahnen Masken zu tragen. Auch an Bahnhöfen, Bushaltestellen oder in Kundenzentren von Verkehrsunternehmen ist das Tragen von einfachen Masken obligatorisch. (DM)