Deutsche in Marokko: Hilfe, wir können nicht zurück!

Marokko (Symbolbild: shutterstock.com7Von Laurens Hoddenbagh)

In Marokko sollen mehrere hundert Deutsche – vornehmlich mit Wohnmobilen im Gebiet um Dakhla-Oued Ed Dahab – festsitzen. Jouwatch wollte von der Bundesregierung wissen, ob diese Gestrandeten vom Auswärtigen Amt nach Hause geholt werden.

Jouwatch wurde davon in Kenntnis gesetzt, dass in Marokko, vornehmlich im Gebiet der Westsahara hunderte Deutsche mit ihren Wohnmobilen festsitzen. Diese Mail erreichte uns vor kurzem:

„Wir sind auf einem 300 × 50 m Parkplatz eingesperrt und dürfen diesem Parkplatz noch nicht mal zum einkaufen oder zur Apotheke verlassen!

In unserem Falle, hier auf einem Parkplatz in Dakhla / Western Sahara sind noch 50 Wohnmobile, darunter mit Sicherheit die Hälfte Deutsche!

Manchmal wird Brot oder Gemüse gebracht, diese Zulieferung ist aber eher schlecht als recht!

Im Prinzip sitzen wir hier in einem Freiluftgefängnis!

Marokko lässt uns nicht ausreisen, des weiteren dürften wir noch nicht mal mehr von unserem Standort in Richtung Norden zu einer Fähre fahren, wenn dann eine gehen würde!

Die Fährgesellschaft GNV würde Europäer abholen zur Ausreise, allerdings dürfen sie nicht in den Hafen hinein!

Das ein Einreiseverbot besteht verstehe ich, aber dass man uns gefangen hält und nicht ausreisen lässt, ist eine andere Sache!

Es ist keine Lösung in Sicht und wir sitzen hier weiterhin auf ungewisse Zeit gefangen!“

Nachdem das Bundeaußenministerium in der vergangenen Woche mitteilte, vorerst die Rückholaktionen  aufgrund der Corona-Epidemie im Ausland gestrandeter Deutscher zu beenden, wollte jouwatch wissen, was mit den festsitzenden Bundesbürgern passiert.

Hier die Antwort der Auswärtigen Amtes:

„Die Rückholaktion ist nicht beendet. Richtig ist, dass heute der letzte von 20 Rückholflügen aus Südafrika in Frankfurt gelandet ist. In Südafrika gab es ursprünglich etwa 15 000 deutsche Reisende, die dort gestrandet waren. Damit sind wir zum ersten Mal seit Beginn dieser Aktion an einem Punkt, wo keine weiteren Charterflüge mehr in Planung sind. Die Rückholaktion ist damit nicht beendet, denn wir wissen, dass sich immer noch Deutsche im Ausland befinden, die zurück möchten. Das sind sicherlich mehrere Hundert. Wir kümmern uns jetzt mit den frei gewordenen Kapazitäten an unseren Botschaften und Konsulaten weiter um diejenigen, bei denen sich diese Rückkehr schwierig gestaltet. Dabei geht es oft um sehr komplizierte Einzelfälle, um Menschen, die ohne Transportmöglichkeiten Hunderte oder Tausende Kilometer vom nächsten Flughafen entfernt sitzen. Deswegen werden jeweils individuelle und pragmatische, teils auch kreative Lösungen gefragt sein.

Wir arbeiten aber auch eng mit unseren europäischen Partnern zusammen, auf deren Rückholflügen viele Deutsche in den letzten Tagen und Wochen nach Hause zurückkehren konnten. Umgekehrt haben wir auch viele Europäer und Drittstaatsangehörige mitgenommen.
„Unter 2“ – „Aus dem Auswärtigen Amt heißt es“, o.ä.:
Seit Ankündigung der Rückholaktion konnten rund 240.000 Reisende nach Deutschland zurückkehren, darunter auch ca. 6.000 Reisende aus Marokko. Wir wissen von Fällen, in denen sich Deutsche noch in Ländern befinden, für die derzeit keine weiteren Flüge möglich sind. Unser weltweites Netz von Auslandsvertretungen steht bereit, die Betroffenen zu konsularisch zu unterstützen und in Notlagen Hilfe zu leisten.

Zu diesen Ländern zählt auch Marokko. Unsere Botschaft in Rabat ist für den konsularischen Notbetrieb weiterhin geöffnet und steht in engem Kontakt zu den marokkanischen Behörden, um pragmatische Lösungen zu finden und Ausreiseperspektiven für die verbliebenen Deutschen zu schaffen. Die Botschaft informiert die Betroffenen unverzüglich über ihre Social Media-Kanäle, wenn sich Ausreisemöglichkeiten ergeben. Beispielsweise konnten am letzten Dienstag (21.04.) 30 Camper mit ihren Fahrzeugen per Fähre von Tanger ausreisen; morgen soll es einen Sonderflug einer polnischen Fluglinie (LOT) geben, auf dem nach Vermittlung durch unsere Botschaft voraussichtlich auch etwa 60 deutsche Staatsbürger ausreisen können.“