Regierungsergebene Kulturschaffende: Volksbühne-Intendant beschimpft Lockdown-Kritiker

Vorauseilender Gehorsam und Ergebenheitsadressen an die Regierung: Auf seine Kulturschaffenden kann sich der neue deutsche Linksstaat verlassen, auch in Pandemie-Zeiten. So distanziert sich Volksbühne-Intendant Klaus Dörr demonstrativ von den Gegnern des autoritären Corona-Maßnahmen – und nennt sie „veritable Lügner“.

Dass vor allem deutsche Theatermacher eine andere politische Verortung als linksaußen aufwiesen, ist schon seit den 1960ern undenkbar – doch während Regisseure wie Claus Peymann oder Jürgen Flimm damals noch als revolutionär und subversiv galten und gegen ein Establishment aufbegehrten, so sind viele dieser Generation heute selbst längst Teil des Establishments – und von einer staatsloyalen Angepasstheit, die sie zu Verbündeten der Herrschenden im Kampf gegen „Systemfeinde“ macht.

Klaus Dörr, der 59-jährige Interims-Intendant der Berliner Volksbühne geht nun medienwirksam auf Abstand von den wöchentlichen „Hygiene-Demos“ – weil diese sich ausgerechnet vor seinem Theater versammeln. Mit Schaum vorm Maul wütet Dörr laut „B.Z.„, die Anmelder der Demonstrationen seien „veritable Lügner und Provokateure“. Gegenüber dem Programm „radioeins“ des Berlin-Brandenburgischen Rundfunks (rbb) sagte Dörr am Montag wörtlich: „Sie benutzen unsere Adresse, ohne das jemals mit dem Theater oder der Leitung des Theaters abgestimmt zu haben!“ Als seien demokratische Kundgebungen im öffentlichen Raum, die zufällig vor Kultureinrichtungen stattfinden, von diesen genehmigungspflichtig.

Mit paternalistischem Selbstverständnis erklärt Dörr zudem, „mit Sicherheit“ habe „niemand aus der Volksbühne irgendwas mit diesem Verein zu tun“. Anscheinend ist der Intendant über Gesinnung und persönliche Meinung zur Corona-Politik von jedem seiner Untergebenen genau im Bilde? Um sich von den Aktivisten der „Hygiene“-Demos abzugrenzen, hatte die „Volksbühne“ am Samstag ein augenfälliges Banner aufgehängt mit der Parole: „Wir sind nicht eure Kulisse“.

Pauschalverunglimpfung bewährter Feindbilder

Es ist völlig in Ordnung, wenn sich der Intendant von dem anmeldenden Verein der Demos, der „Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand“, distanziert – zumal dieser aus ungeklärten Gründen  als Vereinsadresse die Volksbühne angegeben hatte. Dass Dörr jedoch alle Demonstranten über einen Kamm schert (die lagerübergreifend gegen die massivsten Grundrechtseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik auf die Straße gehen und sich eben gerade nicht nur aus „Rechtspopulisten“ oder „Verschwörungstheoretikern“ speisen!), geht zu weit.

Mit seiner Pauschalverleumdung der Protestler als „veritable Lügner“ jedenfalls schlägt der Intendant in dieselbe Kerbe, in die auch bereits das linksextreme „Berliner Bündnis gegen Rechts“ gedroschen hatte, die vor einer Teilnahme an den Demos warnen. Aus Sicht der militanten „Antifaschisten“ demonstrieren dort nicht Verfechter des Rechts auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit, sondern Verschwörungstheoretiker, Akteure der „Neuen Rechten“ und „verurteilte Holocaustleugner“. Es ist das bewährte Feindbild – ob gegen Flüchtlinge oder Corona, die Stereotypen bleiben gleich, und für linksaffine Kulturvertreter ist der Fall natürlich klar. Nach bewährter deutscher Devise „Kauf nicht beim Juden“ bzw. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ heißt es heute, in den Worten Dörrs: „Man sollte immer darauf achten, mit wem man spazieren geht.“ (DM)