Wie in der DDR: Urlaub für Deutsche nur im Inland

Auslandsreisen - in Deutschland auf unabsehbare Zeit kein Thema... (Foto:Imago/ZUMAWire)

Zagreb / Frankfurt am Main – Während andere EU-Staaten den Freiheitsdrang – und auch das Erholungsbedürfnis – ihrer Bürger ernstnehmen und zum Maß ihres politischen Handelns machen, schaltet Merkeldeutschland auf stur und verharrt in seinem Betonkurs – trotz faktisch immer positiverer Entwicklung der Corona-Pandemie im Land. Jetzt legt Außenminister Heiko Maas nach – und erteilt den Urlaubsplänen eine Pauschalabsage.

Die Meldung weckte Sehnsüchte bei vielen Deutschen, aber ließ vielen auch den Kamm schwellen: Kroatien plant bereits eine schrittweise Öffnung für den Sommertourismus. Laut „dts Nachrichtenland“ will die Adriarepublik die schrittweise touristische Öffnung des Landes vorantreiben – und zwar noch für die Sommersaison 2020. „Die Anzahl der Touristen, die sich in den verschiedenen Destinationen befinden werden, wird geringer sein als sonst. Für Gäste und Einheimische wird es eine außergewöhnliche Erfahrung sein“, so Romeo Draghicchio, Direktor der Kroatischen Zentrale für Tourismus, gegenüber „T-Online“.

Es sind ungewohnte Töne, denn seit Woche hatte die Corona-Pandemie für drastische Kontaktverboten in Europa gesorgt. Ganz vorne in den Reihen der Bremser und Blockierer: Natürlich Deutschland. So hatte das Auswärtige Amt in Berlin zuletzt seine weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni verlängert, was das Außenministerium unter Heiko Maas ausdrücklich betont hatte.

Bedenkenträger Maas

Zumindest bis dahin braucht niemand hierzulande – geht es nach der Regierung –  keine Reisepläne ins Ausland schmieden. In völligem Kontrast dazu verteidigt Draghicchio den Plan der Kroaten, dennoch Sommerurlaube ermöglichen zu wollen. „Kroatien hat in der Coronakrise sehr auf die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung geachtet.“

Zwar bestehen hinsichtlich des Pandemiegeschehens massive Unterschiede zwischen dem Rest der EU und dem kaum betroffenen Kroatien, wo es bisher nur 2.000 Corona-Fälle gab – womöglich auch eine Folge unzulänglicher Tests. Trotzdem werden fast keine Neuinfektionen mehr festgestellt. Das seien Voraussetzungen, die hoffen ließen, dass man das Land für Touristen langsam und kontrolliert öffnen könne.

„Das Leben soll langsam wieder zur Normalität zurückkehren und alle Attraktionen sollen wieder zugänglich werden“, sagte Draghicchio. Es wäre wünschenswert, wenn sich diese pragmatische Haltung allmählich auch in Deutschland durchsetzen würde, wo die Pandemie so gut wie zum Erliegen gekommen ist. Doch angesichts des zögerlichen Lockerungskurses der Bundesregierung, die sich unausgesprochen auf einen noch viele Monate andauernden Ausnahmezustand einzurichten scheint, bleibt dies wohl ein frommer Wunschtraum. (DM)