Wellenreiter Wieler: Der nächste Lockdown kommt bestimmt…

RKI-Boss Wieler in typischer Pose (Foto:Imago/IPON)

Wenn RKI-Boss Lothar Wieler seinen kummervollen Blick bemüht, die Stirn in Falten legt und mit weinerlichem Timbre zum Vortrag ansetzt, dann weiß inzwischen die halbe Nation: Gleich folgt das neueste Katastrophen-Bulletin von Deutschlands gesundheitspolitischer Ober-Unke in Sachen Corona. Seinem Ruf als Bedenkenträger wurde Wieler auch gestern wieder gerecht.

Diesmal war es die Warnung vor der „zweiten Welle“, mit der Deutschlands oberster Regierungs-Seuchenbekämpfer der allfälligen Erleichterung und Euphorie einen Dämpfer verpassen wollte, die sich angesichts des „Frühlingserwachens“ infolge der verkündeten weiteren Lockerungen der nächsten Wochen zuletzt breitmachte. Dass es sich bei den „positiven Zahlen“, die Wieler immerhin bestätigte, lediglich um eine „Momentaufnahme“ handelte, durfte in seinem Rapport ebenso wenig fehlen wie die Prognose, die Zahl der Toten werde „weiterhin steigen“.

Auch die zuversichtlich stimmenden wissenschaftlichen Schlussfolgerungen aus der Landkreis-Heinsberg-Studie des Bonner Chefvirologen Hendrick Streeck relativierte Wieler natürlich prompt: Die Daten gälten lediglich „für den Ort Gangelt“; sie auf ein ganzes Land zu übertragen, sei „problematisch“, so der Institutschef laut „Welt„. Zweckpessimistischer Tenor des RKI, einmal wieder: Auch wenn es genau anders kam, als wir wochenlang prophezeit haben – es könnte bald schon genau wieder so kommen.

Tatsächlich dient die permanente Zurückhaltung und Sorge des RKI nämlich nicht primär dazu, die Bevölkerung zur Vorsicht und Aufrechterhaltung der Disziplin zu gemahnen. Den Ernst der Lage hat diese längst begriffen, auch ohne staatliche Restriktionen sind die Menschen – schon aus Sorge um die eigene Gesundheit – sehr wohl sensibilisiert und handeln überwiegend verantwortungsbewusst (und wer sich dennoch unbedingt leichtsinnig verhalten will, der tut dies auch trotz aller Verbote).

Permanenter Ausnahmezustand als Steady-State

Nein, was durch die verantwortungslose Panikmache eigentlich bezweckt werden soll, ist eine Art „mentale Konservierung“ des permanenten Ausnahmezustands: Die Regierung will das Volk sublim darauf einstimmen, dass Lockdowns, Shutdowns und Grundrechtseinschränkungen auch künftig zur Normalität gehören werden. Auch der „zweiten“ Welle wird irgendwann eine dritte folgen, eine vierte, eine zehnte oder hundertste, sofern nötig (zumal das Virus ständig mutiert!); und wenn es nicht mehr Corona ist, wird es eine besonders heftige Influenza-Welle, Salmonellen, Legionellen, Vogel- oder Schweinegrippederivate oder eine sonstige Infektionskrankheit mannigfaltigster Art sein, die zur Bedrohung ausgerufen wird – und so als Anlass für die nächste Anwendung des (dann novellierten) Infektionsschutzgesetzes herhalten muss.

Die Konditionierung der Deutschen durch Corona – sie soll nachhaltig wirken. Ganz nach der Devise des letzten Kanzlers (vor Angela Merkel), der Deutschland in den Abgrund führte: „Und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“ (DM)