Alle Macht den Fachidioten? Deutsche fordern mehr politische Mitsprache für Wissenschaftler

Durchblick ist alles (Foto: Von Stock-Asso/Shutterstock)

Mehr politischer Einfluss für Wissenschaftler und Experten, Bedeutungsgewinn für Technokraten: Angeblich ist dies der Wunsch eines Großteils der Deutschen, als Konsequenz aus dem bisherigen Corona-Krisenmanagement. Der „Spiegel“ wittert bereits Morgenluft und sieht eine Chance auch für andere globale Zukunftsthemen – vor allem die Klimapolitik.

Wie praktisch: Beim Thema Klima gilt der wissenschaftliche Diskurs ja bereits als final abgeschlossen, es gibt nur noch die angebliche übergroße Mehrheit der Reinen Lehre – und die fahrlässigen „Skeptiker“, „Leugner“, „Ungläubigen“, die ohnehin nicht ernstzunehmen sind. Bei Corona sind es die Renegaten ihres Fachs, die „Verharmloser“ oder – seit neuestem – „Verschwörungstheoretiker“, die der Mehrheit der „seriösen“ Virologen zu widersprechen wagen.

Und genau so, wie die Regierung in der Pandemiekrise auf die offiziellen Epidemiologen und „glaubwürdigen“ Virologen hörte, sollen künftig – in den feuchten Träumen staatshöriger deutscher Journalisten – auch beim Thema Klimaschutz die legitimen, passenden Wissenschaftler mit Vollmachten ausgestattet werden, die über die reine Ratgeberfunktion hinausgehen. Das ist es angeblich, wie der „Spiegel“ mit Genugtuung berichtet, was sich „neun von zehn Deutschen“ für die Zukunft wünschen.

Grundlage dieser Nachricht ist eine von der „Deutschen Bundesstiftung Umwelt“ (DBU) beauftragte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa, derzufolge es 55 Prozent der Befragten „sehr gut“ und weitere 38 Prozent“ gut“ finden, wenn – so der „Spiegel“ – wissenschaftliche Themen „…ähnlich wie in der Coronakrise fortan auch bei anderen Themen wie dem Klimawandel mehr Gehör finden“ würden.