Umweltkiller Windkraft: Hofreiter geht die Versteppung Deutschlands nicht schnell genug

Foto: Anton Hofreiter (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter ist einer der kompromisslosesten Verfechter der „Verspargelung“ Deutschlands durch möglichst flächendeckende Windkraftanlagen. Vogel- und Insektensterben, Flächenvesiegelung, Verödung und Steppenbildung sowie Landschaftsverschandelung nimmt er für die Klima-Planwirtschaft im Energiesektor gerne in Kauf – und ausgerechnet er macht jetzt die GroKo verantwortlich für Naturschäden.

Union und SPD seien verantwortlich für den zum Teil sehr schlechten Zustand von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen, so Hofreiter. Der aktuelle Bericht zur „Lage der Natur“ dokumentiere dies eindrücklich und stelle der Bundesregierung „ein schlechtes Zeugnis aus“, so Hofreiter heute gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In dem Bericht sei der „dramatische Artenverlust in Deutschland“ dokumentiert, ebenso wie die „unzulängliche Naturschutzpolitik von Union und SPD.“

Der Bericht zur Lage der Natur in Deutschland war gestern von der Chefin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, gemeinsam mit SPD-Bundesumweltministerin Svenja Schulze in Berlin vorgestellt worden. Ihm zufolge sei nur noch eine Minderheit der Tierarten und Lebensräume in Deutschland in einem guten Zustand.  Zu diesen gehören allerdings auch Opfer der Energiewende: seltenen Greife und geschützten Vogelarten, die von den WKA’s in bedenklichen Zahlen zerhäckselt werden, sowie Milliarden von Insekten im Einzugsgebiet der Windräder, mit empfindlichen Auswirkungen auf die Nahrungsketten.

All dies ignoriert Grünideologe Hofreiter; unverdrossen fordert er stattdessen weiterhin den grundlegenden Richtungswechsel in mehreren Bereichen der Politik: „Wir brauchen endlich eine Agrarpolitik, die auf starke Bauern und gesunde Böden setzt, statt auf Agrokonzerne und Güllefluten. Wir brauchen eine Verkehrspolitik, die Natur schont und nicht zerschneidet. Wir brauchen eine Baupolitik, die Flächen spart und nicht versiegelt“, so Hofreiter laut „dts Nachrichtenagentur“.

Geheuchelte Umwelt- und Naturliebe

Vor allem letzterer Einwand ist drollig: kaum eine Energieform ist mehr für Flächenversiegelung und Bodenerosion berüchtigt als die Windkraft, sofern diese nicht in Offshore-Anlagen erzeugt wird. Und auch der Vorwurf, dass die Bundesregierung achselzuckend zusehe, wie „Lebensgrundlagen zerstört“ würden, blendet in gewohnt grüner Wahrnehmungsverengung aus, wie die Lebensgrundlagen von Menschen in unmittelbarer Nähe der Windanlagen zerstört werden – durch Lärmbelästigung, psychischen Stress, Folgen von Bodenversiegelung.

Auch im „Deutschlandfunk“ heulte sich Windkraftlobbyist Hofreiter aus: Schuld an der Krise der Windkraft sei CDU-Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, auf den nicht nur die Eindampfung der Windkraftförderung zurückgehe, sondern der zudem „nicht die Widerstände“ dagegen angehe. Stattdessen hätte er „de facto den Ausbau der Windkraft endgültig ruiniert“. Seinem Zorn lässt der Grüne freien Lauf: „Man darf eins nicht vergessen: Die Bundesregierung hat ja bereits für einen massiven Einbruch gesorgt. Der Ausbau der Windkraft in diesem Jahr hat sich extrem reduziert im Vergleich zu vor zwei Jahren und im Vergleich zum letzten Jahr. Da ist es ja auch schon massiv eingebrochen. Deshalb: Man hat nicht den Eindruck, dass es darum geht, Widerstände zu überwinden, sondern dass es darum geht, eine weitere Erneuerbare-Energien-Branche aus dem Land zu vertreiben. Nachdem die Fotovoltaik schon vernichtet worden ist und damit Tausende von Arbeitsplätzen, ist jetzt als nächstes die Windkraft-Branche dran.“

So klingen enttäuschte Dirigisten, Bevormundungsbesessene und Ökostalinisten, wenn sie ihre Felle schwimmen sehen. (DM)