Behördenirrsinn: Saunabad darf gemäß „Hygiene-Konzept“ öffnen – ohne Sauna und ohne Bad

(Symbolbild:Grafik: Shutterstock)

Zwickau – Welcher Aberwitz sich dank Corona inzwischen in Deutschland breitgemacht hat und mit welchen schildbürgerlichen behördlichen Auflagen die wieder anlaufenden Unternehmen schikaniert werden, macht zuweilen sprachlos. Ein besonders dreister Fall aus Zwickau sorgt derzeit für Kopfschütteln im Netz: Dort wurde der Inhaberin eines Saunabads diese Woche die Genehmigung zur Wiedereröffnung erteilt – mit einer klitzekleinen Einschränkung…

Das Gesundheitsamt beim Landratsamt im Landkreis Zwickau sandte am Mittwoch an Ines Perthel, Chefin des „Saunabads Großer Teich“ in Limbach-Oberfrohna bei Zwickau, die langersehnte Erlaubnis, ihren Betrieb endlich wieder aufnehmen zu dürfen – allerdings dürfe „die Sauna nicht geöffnet und nicht genutzt“ werden, und es sei sicherzustellen, dass „der angrenzende Badeteich durch die Besucher nicht zum Baden genutzt wird“. Mit anderen Worten: Besucher können sich die geschlossenen Einrichtungen ansehen – und den Parkplatz benutzen.

Das Behördenschreiben an das
Saunabad „Großer Teich“ (Screenshot:Facebook/Netzfund)

Es ist so, als würde die Bundesliga den Spielbetrieb ohne Ball und Rasen aufnehmen, oder als dürften Gastronomen für Gäste wieder öffnen, aber keine Speisen und Getränke anbieten. Ob die Ämtler im Zwickauer Gesundheitsamt in bürokratischer Verbohrtheit die kafkaeske Widersinnigkeit ihres „Genehmigungsschreibens“ selbst gar nicht realisierten, oder ob sie diese in voller Absicht zu Papier brachten, erschließt sich dem Leser nicht.

Fakt ist jedoch, dass diese Absurdität einer Verhöhnung der Unternehmerin gleichkommt, die sich nach riesigen wirtschaftlichen Schäden durch die Zwangsschließung jetzt noch zusätzlich verarscht vorkommen muss. Das „Hygienekonzept“, auf das sich der „Genehmigungsbescheid“ beruft, besteht in diesem Fall offenbar darin, den Geschäftsbetrieb trotz „Öffnung“ komplett zu unterbinden.

Besondere Laune macht hierbei natürlich, dass die Behördenmitarbeiter, die solche selbstherrlichen Verwaltungsakte ohne die geringste Sensibilität für die Befindlichkeiten und verzweifelten Nöte der Betroffenen herausschicken, selbst als rundumversorgte Staatsdiener durch die Corona-Krise überhaupt keine Nachteile hatten – aber anderen vermöge ihrer Amtsautorität das Leben schwermachen. Man darf gespannt sein, wie lange sich vor allem der Mittelstand diese Zustände noch bieten lässt. (DM)