Gute Nachrichten für alle Großfamilien: 300 Euro „Bonus“ pro Kind

Berlin – Kinder können sich seit langem im Prinzip nur noch die in Deutschland leisten, die auf die eine oder andere Weise vom Staat leben – sei es durch Übertragungseinkommen (Sozialleistungen), oder durch gutdosierte Beamtengehälter, Diäten oder sonstige Bezüge. Und wer schon viele Kinder hat, der bekommt dank Corona bald mehr Geld: Die Regierung plant einen „Familienbonus“ pro Kind.

Nur wessen Existenz abgesichert ist, wer auch im Fall von Arbeitsunfähigkeit oder Krankheit dauerhaft weich fällt und weit über die gesetzliche Lohnfortzahlung hinaus keine wirtschaftlichen Nöte befürchten muss, der kann sich hierzulande den Luxus des Kinderreichtums erlauben. Selbständige, Freiberufler, Unternehmer können von einer derartigen „Work-Life-Balance“ hingegen nur träumen. Flexible Arbeitszeitmodelle, üppige Elternzeiten, Sabbatjahre oder Auszeiten für Kindererziehung oder Familienweltreisen – das ist für die, die selbst ihr Auskommen sichern müssen, ein Ding der Unmöglichkeit, vor allem dann, wenn beide Elternteile berufstätig sind.

Gewiss verdienen diese Haushalte ihrer Mehrleistung entsprechend oft auch weit überdurchschnittlich – aber eben nur, solange die Wirtschaft boomt, solange es der Arbeitsmarkt hergibt und sie sich dem Stress bereit sind auszusetzen. In der gegenwärtigen Pandemiekrise fallen sie alles andere als weich. Doch auch solange es „rund“ läuft, können Manager, Ärzte, Anwälte, führende Angestellte in der freien Wirtschaft nicht mal eben ein paar Monate pausieren, oder sich für ein politisches Intermezzo für die Dauer eines Mandats freistellen lassen, und dann später mit voller Jobgarantie wieder zurückkehren; wer länger von der Bildfläche verschwindet oder das Hamsterrad verlässt, verliert an Bedeutung, Reputation, Kunden, Umsatz – weshalb es viele zeit ihres Arbeitslebens in der Arena hält.

Leistungsträger haben kaum Zeit für Kinder

Selbst bei nur einem oder zwei Kindern ist es für diese Leistungsträger, die das Risiko der Unabhängigkeit eingegangen sind, oft schwer, Privat- und Arbeitsleben zu vereinbaren. Von der Freiheit, die etwa Lehrer, Hochschulbedienstete und die Millionen im öffentlichen Dienst tätigen Deutschen genießen, können sie nur träumen. Kinderkriegen ist vor allem dort attraktiv, wo der Staat – entweder durch unkündbare lebenslange Absicherung, oder gegenleistungsfrei durch Hartz-IV – den Familien den Rücken freihält.

Vor allem dort, im unteren sozialen Segment, ist ein weit ausgeprägterer Kinderboom bemerkbar. Auch und gerade Zuwandererfamilien, Flüchtlinge und Asylbewerber, die in besonderem Maße vom Staat leben (bei manchen Ethnien, Syrern und Afghanen liegt der Hartz-IV-Anteil bei 65 bzw. 80-Prozent), ist eine hohe Kinderzahl der Normalfall – und kein Problem in Deutschland.

Und ausgerechnet diese Schichten profitieren nun von einer weiteren staatlichen „Hilfsausschüttung“, die Finanzminister Olaf Scholz für Familien vor dem Hintergrund der Corona-Krise plant:  Ein „Familien-Bonus“ soll im Rahmen des von der Bundesregierung vorgesehenen „Konjunkturpaket“ Eltern pro jedes eine Einmalzahlung von 300 Euro bescheren, wie der „Spiegel“ gestern berichtete.

Das Prekariat profitiert

Die für den Steuerzahler fünf bis sechs Milliarden Euro teure Maßnahme soll vordergründig die „Kaufkraft“ stärken, schreibt „Focus“ – ist jedoch in Wahrheit eine typische sozialistische Umverteilungsidee, mit der gesellschaftspolitisch vor allem die Familien noch mehr gepampert werden, denen ihr Kinderreichtum dank Kindergeld oder sowieso schon ein arbeitseinkommensersetzendes Auskommen bringt.

Profitieren werden also auch hier wieder diejenigen deutlich stärker, die dem Staat bereits auf der Tasche liegen – oder jene Familien, die dank entspannter Jobs im öffentlichen Dienst sicheres Einkommen mit viel Freizeit verbinden und sich deshalb mehr Kinder „leisten“ konnten als andere.

Indirekt bestätigt so auch diese Wohlfahrtsmaßnahme des Kinder-„Bonus“ wieder die bittere Einsicht, die Millionen Selbständige, Unternehmer und Freiberufler in der Krise erlangt haben: Am besten fährt in diesem Staat stets der, der sich vom Staat abhängig macht – und seine Lebens- und Familienplanung auf den Schultern der Gemeinschaft aufgebaut hat. (DM)