Ganz im Sinne des Systems Merkel: Weltärztepräsident fordert Absage von CDU-Parteitag wegen Corona

Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery (Foto:Imago/Wölk)

Berlin – Demokratieabbau durch die Hintertür – im Namen von Corona? Während „gute“ Demonstrationen für noble Inhalte wie „Antirassismus“ stattfinden dürfen, die plötzlich wichtiger sind als das Leben von Covid-19-Risikopatienten, sollen natürlich alle sonstigen Großveranstaltungen weiterhin gestrichen werden – auch Parteitage. Politische Basisteilhabe wird so wirksam unterdrückt. Die Pandemie macht’s möglich.

Genau dies fordert jetzt nämlich kein Geringerer als Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Wegen der Corona-Gefahr plädiert er für die Absage des für Dezember geplanten CDU-Bundesparteitages: „Wir müssen unbedingt weiter Abstand zueinander halten, die Hygieneregeln beachten, und Massenevents dürfen auf gar keinen Fall wieder zugelassen werden“, so der Funktionär laut „dts Nachrichtenagentur“ unter Berufung auf die „Neue Osnabrücker Zeitung„. Natürlich gelte das auch für Parteitage. „Die wären riskant und sollten in diesem Jahr abgesagt oder nur online abgehalten werden.“

Auch eine Öffnung von Fußballstadien, wie sie von einigen Ministerpräsidenten wieder erwogen wird, „wäre verheerend und könnte uns wieder weit zurückwerfen“. Wegen des Virus hatte die CDU ihren für Ende April geplanten Sonderparteitag zur Wahl einer neuen Parteispitze bereits abgesagt. Nun soll auf dem regulären Parteitag Ende des Jahres ein Nachfolger für Annegret Kramp-Karrenbauer bestimmt werden. Als Termin steht der 3. bis 5. Dezember im Parteikalender. Die von den Gesundheitsämtern gemeldeten niedrigen Neuinfektionszahlen könnten über das Ausmaß der Gefahr täuschen, sagte der Weltärztechef.

Das heiße laut Montgomery nicht, dass nicht weiterhin viele Infektionen im Verborgenen stattfinden. Aus China sei bekannt, dass Menschen auch nach überstandener Covid-19-Erkrankung noch Viren aufweisen und deswegen weiter ansteckend sind. „Bei uns wird das nicht getestet, hier lauert also eine unentdeckte Gefahr“, so der Mediziner und langjährige Präsident der Bundesärztekammer. Auch durch die Grenzöffnungen und den Tourismus komme wieder ein neues Risiko hinzu, dass Menschen aus anderen Ländern das Virus einschleusen.

Keine Stadien mit Besuchern, keine Parteitage

Die linken Massendemos hingegen sind für Montgomery wohl eine Art Naturgewalt; es gebe „nun einmal“ die sogenannten Superspreader-Events, bei denen einige wenige Infizierte auf einen Schlag ganz viele Menschen ansteckten. „Wir sind noch lange nicht auf der sicheren Seite“, warnte Montgomery. „Wenn, wie es jetzt schon mehrfach in Deutschland geschehen ist, ein Mensch 60 oder 80 andere anstecken kann und wir das nicht merken, sind es eine Woche später schon wieder 600 oder 800.“ Daher könne eine zweite Welle im Herbst oder Winter nach wie vor nicht ausgeschlossen werden. „Die Chance, dass sie uns erspart bleibt, ist allerdings in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Wenn wir die Regeln weiter einhalten und Massenveranstaltungen verboten bleiben, bin ich zuversichtlich“, sagte der Weltärztechef.

Bezogen auf den CDU-Parteitag, bei dem mit der Abwahl der bereits zur Lame Duck erklärten Interimsvorsitzenden AKK und einem neuen Parteichef eigentlich ja ein neues Kapitel eingeläutet werden sollte, bedeutet dies, dass der Wechsel an der CDU-Spitze nochmals aufgeschoben wird und Merkel im Führungspatt ihrer Partei quasi-unbeschränkt weiterregieren kann. Corona sei Dank. (DM)