Corona-Freud & Corona-Leid: Das große Corona-Gejammer

Sorgt für Gelächter im Bundestag: Cem Özdemir - Foto: Imago

Wenn man den Berichten der Hofberichterstatter glauben darf, die ihre Leser allerweil mit Studien, Experten und Umfragen bombardieren, dann ist es so: Profitiert hat von der Coronakrise vor allem die GroKo mit der Frau Bundeskanzlerin an der Spitze. Wenn das wahr ist, dann braucht man eigentlich nicht mehr vor Mitleid mit denen zu zerfließen, denen die Coronakrise einen gewaltigen Strich durch ihre Lebensplanung gemacht hat. Sie könnten Merkel dennoch für ihre tolle Supernanny halten. Drei Geschichten aus der Bundesrepublik Narrenland.

von Max Erdinger

Bento schildert das Schicksal eines jungen Mannes, der kurz vor dem Abschluß seines Studiums steht. Drei Fremdsprachen hat er sich angeeignet, Politik und Soziologie studiert. Und nun das: „Sie hatten einen Plan für ihre Zukunft, dann kam Corona: Menschen zwischen 20 und 30 treffen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie härter als jede andere Altersgruppe, Jobs und Ausbildungsplätze brechen weg. In unserer Serie „Generation Corona“ berichten einige von ihnen, was die Krise für sie bedeutet. In dieser Folge: Philipp Heilgenthal, 26, muss nur noch seine Masterarbeit abgeben, dann ist er fertig mit dem Politikstudium. Doch nach Jobs suchte er in den vergangenen Wochen vergeblich.“ – Das wäre auch ohne Corona ein feiner Plan für die Zukunft gewesen. Immer schön in Staatsnähe bleiben. Nur nichts studieren, mit dem sich später Wertschöpfung betreiben ließe. Als Master in Political and Social Sciences standen die Chancen schon vor der „Pandemie“ gottlob sehr schlecht. Was glauben solche jungen Männer eigentlich, wer später einmal das Geld berappen soll, das sie für ihr studiertes Geschwätz gern einkassieren wollen? – Und wenn es jetzt nichts wird mit der geplanten Karriere, dann liegt es an Corona? – Wohl kaum. Es ist ziemlich unerheblich, ob du fast keine Chancen hast, oder ob du überhaupt keine hast. Bemerkenswert ist der mitleidsvolle Ton, der den Bento-Artikel von Maximilian Senff durchzieht. Das klingt alles sehr nach: „Junger Mann, ich helfe Ihnen mal beim Hilferufen.“ Die Logik: Es ist im Grunde egal, ob man einen Master of Political and Social Sciences dafür bezahlt, daß er arbeitet, oder ob ihn der Steuerzahler dafür alimentiert, daß er es bleiben läßt.

Interessant ist das Anspruchsdenken des jungen Masters. Er habe nicht sechseinhalb Jahre lang studiert, um sich dann als Pizzalieferant zu bewerben. Dabei wäre in einem multikulturellen und multisprachlichen Land wie Deutschland ein Pizzabote, der drei Fremdsprachen kann, gar nicht verkehrt. Jedenfalls, solange es nach dem Krisen-Amoklauf der Regierung noch Weltmenschen im Land gibt, die sich eine Pizza leisten können. Aber auch die Jobs als Pizzalieferanten oder Regale-Einräumer im Supermarkt sind knapp geworden für die narrenländischen Masters of Political and Social Sciences. Da wäre das Studium altchinesischer Dialekte vielleicht sinnvoller gewesen. Damit könnte man wenigstens die anderen Spülkräfte im Chinarestaurant erheitern und so für gute Laune in der Krise sorgen. Wer in aller Welt braucht einen Master of Political and Social Sciences, der bei Politik und Soziologie zuvörderst an seine eigene Karriere denkt?

Der junge Master-Student: „Die FH Würzburg-Schweinfurt hatte im März eine Stelle als Erasmus-Koordinator ausgeschrieben, das wäre mein Traumjob gewesen. Meine Freunde und meine Familie sagten, es gäbe dafür niemand Geeigneteren als mich. Ich habe während des Studiums ehrenamtlich das Erasmus-Referat meiner Uni als Vorstand geleitet, habe selbst zwei Auslandssemester gemacht und ein Praktikum in Brasilien absolviert. Aber ich wurde nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Ich kann mir das nur mir der derzeitigen Ausnahmesituation erklären.“ – Knallharter Realitätsverlust im Lande der eigenkonstruierten Realität. Freunde und Familie sagen, es hätte keinen Geeigneteren als den jungen Mann für die Stelle eines Erasmus-Koordinators gegeben. Wenn er darauf etwas gibt, dann muß er unterstellen, daß seine Freunde und seine Familie alle anderen kennen, die außer ihm als Koordinator in Frage gekommen wären. Das dürfte in einem durchsoziologisierten, korrektpolitisierten und völlig versozialpsychologisierten Narrenland eine unüberschaubare Menge sein. Nein, es ist nicht so, daß er sich seine derzeitige Lage nicht anders als mit der derzeitigen Ausnahmesitutation erklären kann. Er will nur nicht. Das ist bequem. Weil er sonst selbst verantwortlich für seine „Berufswahl“ wäre. Die Coronakrise ist schuld. Na Gottseidank …

Das Klima braucht eine sozialistische Planwirtschaft

So steht es in der „taz„. Das Blatt wirbt für sich mit dem Slogan: „Wir schreiben aus Überzeugung“. Wie das mit den Überzeugungen so ist, hat uns weiter oben schon der junge Master of Political and Social Sciences von der FH Wörzenbörg and Swineford erklärt. Hauptsache, man kann behaupten, man hätte eine Überzeugung. Ehrlich, wer nach allen gescheiterten planwirtschaftlichen Experimenten des vergangenen Jahrhunderts für die „die Menschen“ ernsthaft glaubt, daß soziale Planwirtschaft „für das Klima“ funktionieren könnte, der kniet vermutlich auch vor völlig überraschten Schwarzen nieder und verblüfft sie mit dem Ansinnen, ihnen die Füße zu waschen. Weil er sich für den Antirassismus-Papst hält. Aber gut, sollte die sozialistische Planwirtschaft „für das Klima“ ausnahmsweise mal funktionieren: Was für ein Klima dürften wir dann wohl erwarten? Ach so, darum geht es gar nicht. Es geht darum, was die „die Menschen“, die in 150 Jahren vielleicht leben für ein Weltklima hätten, weswegen „wir“ heute eine sozialistische Planwirtschaft „für das Klima“ einführen sollen.

Hallo Houston!? Wir haben ein „neverending german problem“! Unsere teutschen Utopisten und Visionäre, die selbsternannten Großdenker, Weltdesigner und politkorrekten Großmäuler überleben hierzulande jede Krise, ob wirtschaftlich, ob virologisch oder historisch: Sie sind einfach nicht totzukriegen. Was sollen wir tun? – „Nuke´em!“ – „Sorry, Houston, wir haben auch keine Nukes.“

Im Kopf des „taz“-Schreibers sieht es so aus: „Benzin muß kontingentiert werden. Um das Klima zu retten, brauchen wir gleiches Benzin für alle: Jeder bekommt eine bestimmte Menge zugeteilt – die er dann auch wieder verkaufen kann„. Brillant ist die Bedingung, an die das geknüpft ist: Zu marktüblichen Preisen weiterverkaufen. Alter Schwede. Warum sollte sich jemand Benzin kaufen, das er selbst nicht braucht, um es dann zum selben Preis weiterzuverkaufen? Weil es nichts schöneres im Leben gibt, als die Sinnerfüllung in fruchtloser Benzindealerei zu finden? – So muß es wohl sein. Was weiß man sonst noch bei der „taz“? – Das hier: „Schon 1896 formulierte der spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius die Erwartung, dass durch die anthropogenen Kohlendioxid­emissionen eine globale Erwärmung zu erwarten sei. Als Schwede versprach er sich dabei allerdings durchaus eine Verbesserung für die skandinavische Landwirtschaft.“ Der alte Svante ist übrigens ein Blutsvorfahr der jungen Greta Thunberg, jener beschulungsbefreiten Tausendsässin, die sich nicht nur total beim CO2 auskennt, sondern auch bei den Viren und den Rassisten. Das ist schade, wo doch der alte Svante Arrhenius ein derartiger Nationalist gewesen ist, daß er sich nicht als Wissenschaftler, sondern als Schwede für die skandinavische Landwirtschaft gefreut hat. Und daneben gelegen hat offenbar auch noch. Heutzutage gäbe es keinen Grund zur Freude, wenn das Wetter wärmer werden würde. Die erste Maihälfte 2019 war die kälteste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, und wenn der Juni 2020 so weitermacht, dann wird es wohl die kälteste Junimitte seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Mehr Kälte, bitte!

Völlig unkritisch unterstellt der „taz“-Mensch, daß der Mensch alles, alles, alles unter Kontrolle hat. Die ganze Welt. Und den Weltraum vermutlich auch noch. Deswegen kann der Mensch auch machen, daß sich das Klima ändert. Ein wahrer Macher der unbegrenzten Möglichkeiten ist er, der Mensch im Kopf des „taz“-Artiklers. Global anderthalb Grad weniger? – Kann er machen, der Mensch. Am besten sollten das solche Menschen erledigen, die schon in kleinen Dingen gezeigt haben, was sie auf dem Kasten haben. Die grünen Feinstaubler sind die allerbesten. Die haben erst Diesel-Fahrverbote erlassen, um die Feinstaubkonzentration in der Luft nach unten zu bringen, dann kam Corona, es gab sehr viel weniger Straßenverkehr als zuvor – und Meßwerte bestätigten, daß die Luft in ihren Schädeln sogar noch feinstaubhaltiger geworden ist. Das sind genau die richtigen Kandidaten, um das Weltklima zu retten. Ob sie wohl besser ein Rettich geworden wären?

Aber gut: Wie rettich jetzt als einer von 80 Mio. Bundesbürgern das Weltklima durch die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter 1,5 Grad? – Das geht: „Zum Beispiel so: Jedem Bundesbürger müssten pro Jahr nur noch 444 Liter Kraftstoff zustehen, mehr erst mal nicht.“ Das ist aber nur ein Beispiel, wie der „taz“-Rettich schreibt. Es gäbe wahrscheinlich auch andere. 443 Liter zum Beispiel, oder meinetwegen, nach einem Schnäpschen, auch 445. Das wären dann insgesamt schon – Sie denken doch mit? – drei sagenhafte Beispiele, wie „wir“ das Weltklima retten könnten. Das bißchen Überredungskunst, das „wir“ den Chinesen, den Russen und den Amerikanern gegenüber anwenden müssten, damit sie unserem leuchtenden Vorbild folgen, ist nur noch ein Klacks. Vielleicht, wenn „wir“ sie auf jeden einzelnen Liter gesondert hin ansprechen? – Und wehe, sie bezeichnen uns Menschheits-, Planet- und Weltklimabesorgte banausenhaft als nervtötend. Dann kommen wir aber mit der klimagerechten Bundeswehr, daß großes Heulen und Zähneklappern einsetzen. Bundesrepublik Narrenland …

Einmann fährt mit Auto in Menge von „Black Lives Matter“-Demonstranten

Deutlich zu viel Sprit hatte wieder einmal der berüchtigte Einmann übrig, der global alle möglichen Straftaten begeht, ohne daß er endgültig festgenommen werden würde. In Seattle ist der unidentifizerte Einmann mit seinem Auto in eine „Black Lives Matter“-Demonstration hineingefahren. Als ihn Demonstranten aufhalten wollten, zog er eine Waffe und schoß einem 27-Jährigen in den Arm. Die englische Dailymail berichtete.

So weit, so unschön. Richtig blöd ist aber, daß sie ein Foto des unidentifizerten Täters veröffentlichte, das sehr gut zu seiner Identifizierung taugt. Wenn man natürlich auch seinen Namen nicht wissen kann: Ein Weißer ist der notorische Einmann auf jeden Fall nicht. Vermutlich ist er auch deswegen „unidentifizert“. Und Zufälle gibt es immer wieder, das glaubt man gar nicht. In dem Artikel wird berichtet, daß der Polizist, der in Minneapolis den schwarzen George Floyd ermordet haben soll, 44 Jahre alt ist und Derek Chauvin heißt. Beruht doch der Rassismus der Weißen – einen anderen gibt es ja nicht – auf dem weißen Chauvinismus.

Wie war das damals eigentlich bei dem NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe? Hießen deren drei zunächst vorgestellte Verteidiger nicht auch zufällig Stahl, Helm und Heer? Wenn ich mich recht erinnere, dann hießen die so. It´s a strange world. Vielleicht sollte man dem „unidentifizierten“ Schützen von Seattle einmal etwas erzählen, das er noch nicht zu wissen scheint: Black Lives Matter.

Na gut, die „Dailymail“ ist eine englische Zeitung. Und die Briten waren „uns“ schon vor zwanzig Jahren weit voraus in Sachen politkorrekter Hirnwäsche. Der dortige Ungeist steht dem narrenländischen in nichts nach. Deswegen reist meinereiner schon seit Jahren nicht mehr auf die Insel. Der gesamte öffentliche Raum dort ist eine einzige Zumutung für jeden Selberdenker, zugepflastert mit Ermahnungen und Verboten auf Schildern. Wer wissen will, wie albtraumartige Zeichensetzerei aussieht, der fahre einfach einmal von Dover nach Canterbury. Bis er dort ist, hat er sich mindestens 200 Mal ermahnen lassen müssen. Besonders fies ist die geheuchelte Höflichkeit, hinter der sich der Totalitarismus versteckt. In Narrenland ist man wenigstens in der Hinsicht ehrlicher. Hierzulande heißt ein Rauchverbot noch Rauchverbot. Auf der Insel heißt es „Thank you for not smoking“. Und wehe, es liegt einem nichts am Dank der Höflichen. Dann ist es schnell vorbei mit der Höflichkeit.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß ein Land, in dem die Supernanny mit ihren Kopfnickern regiert und Masters of Political und Social Sciences ihre beruflichen Minuschancen einem Virus anlasten, während wieder andere die sozialistische Planwirtschaft „für das Klima“ einführen – , an die „Volksgenossen und Volksgenoss*Innen“ (Zitat: GröFaZ) 444 Liter Sprit verteilen – und alles verteuern wollen, was mit Transport zusammenhängt, einfach keine glorreiche Zukunft mehr vor sich hat. Daß die Briten wiederum lieber in ihrem eigenen Wahnsinns-Saft, statt demjenigen aus Brüssel schmoren wollen, ändert nicht viel. Die ticken auch ohne EU-Mitgliedschaft nicht grundsätzlich anders, als das politkorrekte Establishment in Narrenland.

Wenn sich das Blatt noch einmal insgesamt zum Positiven wenden soll, dann müsste man das Grundproblem eindeutig benennen und dann auch beheben: Es sind linke Gesinnungsethiker, denen keine Idee zu abstrus und keine Unwahrheit zu abgefeimt wäre, um nicht dennoch an ihren utopistischen Visionen festzuhalten. Sie bestehen im Grunde aus nichts anderem. Wo solche Leute das Sagen haben, ist das Ende bereits vorprogrammiert.