Mehr Särge als Tote: Bestatter als Leidtragende der Corona-Panikmache

Särge-Überkapazitäten (Symbolbild:Imago)

In der Corona-Krise wurde nicht nur beim Klopapier gehamstert: Auch Branchen, die aufgrund der Pandemie mit verstärktem Absatz rechneten, deckten sich weit über Bedarf ein: Etliche Bestattungsunternehmen bleiben nun auf ihren Särgen sitzen – weil die von Politik und Virologen von Mitte März bis Anfang April prophezeiten Covid-19-Todesfälle weit unter den Erwartungen blieben.

Die Panikmache, das Schüren von Urängsten durch geschickt in den Hauptnachrichtenformaten platzierte Bilder – zunächst aus Bergamo, wo Armeelaster angeblich pausenlos Tote in Massengräber fahren mussten, dann in frappierender Ähnlichkeit aus New York mit ähnlichen Motiven – erwiesen sich nicht nur als äußerst nützlich, um die Bevölkerung zu disziplinieren und ihre Akzeptanz von Shutdown und Kontaktregeln sicherzustellen. Nein; sie trieben eben auch Kliniken, Labore und „nachgeordnete“ Dienstleister wie eben Beerdigungsinstitute in hektische Bemühungen, sich gegen den vermeintlich unausweichlichen Ansturm irgendwie zu wappnen.

Doch ebenso wie die meisten der von echten Kranken freigeräumten Betten und sogar Intensivplätze in den Kliniken leer blieben, blieben es auch die Särge – weil eben, entgegen aller Hysterie, NICHT mehr Menschen starben als sonst. Jetzt jammern viele Bestatter über die Überkapazitäten. Särge sind nicht billig; bei Lagerbeständen von 60 bis 100 Särgen kommen je nach Ausführung schnell sechsstellige Summen zusammen, die vorfinanziert werden mussten.

Das Problem tritt nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern auf – etwa in der Schweiz; als das Coronavirus in Italien viele Todesopfer forderte, bereitete man sich – wie das Nachrichtenportal „SRF.ch“ berichtet, auch dort auf die mögliche „Welle“ vor (wohlgemerkt die „erste“ Welle, deren Ausbleiben etliche Politiker und „Experten“ nicht abhält, bereits vor der „zweiten Welle“ zu warnen). Die Befürchtung war auch dort, dass es viel mehr Tote geben könnte, weshalb die Sargbauer viel zu tun hatten. Sie erwies sich nicht als der einzige Irrtum in dieser Pandemie-Krise. (DM)