Merkels und Göring-Eckardts Jugendorganisation: FDJ-Demo in Zwickau

Sachsen/Zwickau – Mit Blauhemden und Fahnen marschierten am vergangenen Wochenende bereits zum zweiten Mal rund 40 aus mehreren Bundesländern angereiste hoch indoktriniere Blauhemden der linksextremen Freien Deutschen Jugend (FDJ) unter Schalmeienklängen und platten Sozen-Parolen durch Zwickau. Das Ziel der Demonstranten: Erst Revolution, dann Sozialismus.

Was am vergangenen Samstag in Zwickau veranstaltet wurde, sah für geschichtlich Ungebildete aus wie eine skurrile Mottoparty. Tatsächlich jedoch handelte es sich um einen Aufmarsch der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Die FDJ war bis 1990 Staatsjugendorganisation der DDR und „Kampfreserve“ der SED. Für die FDJ gilt in Deutschland gespaltenes Recht: die Organisation ist aus historischen Gründen im Osten erlaubt, im Westen illegal. In den neuen Ländern wird die FDJ vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingeschätzt.

Bei den rund 40, in blauen Hemdchen gekleideten und rote und blaue Fahnen schwenkenden Revoluzzern handelte es sich am vergangenen Wochenende großteils um Kinder und Jugendliche, angereist aus anderen Bundesländern, die selbst den Horror des „real existierenden Sozialismus“ nicht erleben mussten. Trotzdem wurden, wie der MDR berichtet, Kommunisten-Parolen unter dem Motto „30  Jahre sind genug. Revolution & Sozialismus“ geschwungen wie: „Die einzige Art und Weise, sich dieses Land zurückzuerobern, ist dafür zu sorgen, dass dieses Rathaus ein Ort und ein Hort der Revolution wird“. Mit einem sogenannten Arbeiterjugend-Open-Air möchten die jungen Kommunisten die Aufmerksamkeit der Zwickauer Bevölkerung gewinnen. Zu dem wirren Spektakel gehört auch das umgedrehte Auto, auf dem eine Hyäne sitzt. Der Trabant soll das unterdrückte Volk symbolisieren, die Hyäne den Imperialismus.

Eine Zwölfjährige aus Regensburg macht „ihre Ziele“ klar: Sie ist hier, weil es um Sozialismus geht! Die um einige Jahre ältere Marlene Stanschuss von der FDJ Bremen weiß indes, dass „die DDR das bessere Deutschland war, denn sie war Garant für 40 Jahre Frieden“, so die Vollblutkommunistin, laut Recherche IGM-Vertrauensfrau und in der DGB-Jugend ebenso aktiv, wie im, vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen VVN-BdA.

Der Kampagnen-Jargon von Stanschuss und Co:
Wer uns tot glaubte,
dem sei gesagt, dass wir leben.
Wer uns für verschwunden dachte, dem sei im Klaren, dass wir nie gegangen sind.
Wer uns für Geschichte hielt, dem sei entgegnet, dass wir die Zukunft sind.
Wer von alledem nichts wissen wollte, dem muss bewusst sein, dass mit dem 3. Oktober 1990 kein Tag verging, an dem die Bestie, die mit dem Raub der DDR auch eine Waffe gegen sich selbst schmiedete, einen kämpfenden Gegner fand,
der nicht müde werden wird. Wer die Waffe in die Hand nahm, ist eine Organisation, die mit der Annexion der Deutschen Demokratischen Republik zu dem wurde, was der Imperialismus niemals verträgt: Der praktische Internationalismus als eine Organisation zweier Länder. Die der revolutionären Jugend der BRD und die der revolutionären Jugend der annektierten DDR.“

Kurz hier noch erwähnt: Angela Merkel, heute Bundeskanzlerin, sowie Katrin Göring-Eckardt, heute Spitzengrüne waren beide hohe FDJ-Funktionärinnen, zuständig für Agitation und Propaganda.

Das sozialistische Geplapper, die Parolen einer menschenverachtenden Ideologie scheinen bei den Zwickauern nicht gut anzukommen. „Dir gehört links und rechts eins auf die Gusche gehauen. Du hast doch gar keine Ahnung“, so ein Rentner, der das abartige Treiben mit einer handvoll weiteren Zuschauern beobachtet. „Ich war in der DDR nicht Mitglied der FDJ und hatte meine Konsequenzen zu tragen“, so der Grünen-Stadtrat Wolfgang Wetzel. „Ich brauche nicht wieder eine neue Diktatur. Egal, ob die von links oder rechts kommt.“ Warum er sich denoch einer Diktatur, dieses Mal einer links-grünen, verpflichtet sieht, mag Wetzels Geheimnis bleiben.

Der FDJ-Zauber soll sich – wie auf dem Kampagnen-Plakat angekündigt – am 3. und 4. Juli in Jena und am 1. bis 3. Oktober in Berlin wiederholen. (SB)