SPD-Heuchelei im Minikleid: Wenn AfDler Komplimente machen, ist es „Sexismus“

Die Mecklenburg-Vorpommersche SPD-Abgeordnete Nadine Julitz (Foto:Imago)

Schwerin – Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zählt auch die SPD-Abgeordnete Nadine Julitz zu den attraktiveren Politikerinnen Mecklenburg-Vorpommerns  – vor allem unter Deutschlands Sozialdemokratinnen bewegt sie sich am entgegengesetzten Ende der von Saskia Esken gesetzten Zumutungs-Benchmark in Sachen Auftreten, Anmut und Grazie. Julitz kann enge Kostüme und kurze Kleidchen tragen – und sie tut es bisweilen auch. Bloß Komplimente sollte man ihr dafür nicht machen – jedenfalls nicht, wenn man in der AfD ist.

Genau dies tat jedoch der AfD-Abgeordnete Jens-Holger Schneider, der bei einer Sitzung im Mai die Kollegin beim Aufstehen halblaut auf ihr „knappes Kleid“ angesprochen habe. Seither jammert Julitz über den erbarmungslosen „Sexismus“ im Parlamentsbetrieb und lässt keine Gelegenheit aus, aus der angeblich aufdringlichen, „frauenverachtenden“ Bemerkung politisches Kapital zu schlagen. „In diesem Moment haben alle, die es verstanden haben, mir auf den Arsch geguckt“, so Julitz über den traumatischen Moment X; „ich musste das ertragen.“ Seither, so „n-tv„, tobt in Schwerin eine Debatte.

Wäre die identische Bemerkung nicht von AfD-Schneider, sondern aus den eigenen Reihen gekommen, hätte sich Julitz höchstwahrscheinlich geschmeichelt gefühlt. Doch so bietet sich für sie die willkommene Gelegenheit, die „Faschisten“ auch gleich noch zu „Sexisten“ zu stempeln. Selbst dass Schneider sich entschuldigend erklärt hatte, er habe der Kollegin nur ein Kompliment machen wollen, nahm die geltungssüchtige 30-jährige zum Anlass, den Vorfall gleich ein zweites Mal im Plenum anzusprechen: „Die Bemerkung mit dem Kleid ist kein Kompliment, das ist Sexismus!“, rief Julitz in gespielter Erregung – und erntete dafür  großen Beifall aus den Reihen sämtlicher Altparteien – obwohl unter deren männlichen Abgeordneten mit hoher Wahrscheinlich keiner gewesen sein dürfte, der angesichts Julitz‘ Aufmachung nicht zumindest dasselbe gedacht haben mochte, was Schneider ihr – durchaus anerkennend – damals zugeraunt hatte.

Spiel mit der Sexismus-Falle

Julitz aufgesetzte Empörung ist – ob innerhalb oder außerhalb der Parlamente – kein Einzelfall. Mit engen, kurzen Kleidchen im Parlament flanieren, kess mit dem Popo wackeln und im vollen Bewusstsein der Wirkung aufs andere Geschlecht mit Sexyness kokettieren – doch dann mit geheuchelter Entrüstung über die erzielte Aufmerksamkeit an die Decke gehen und männliche Anzüglichkeit anprangern: Für so manche Feministin 2.0 ist das gekonnte Spiel mit der Sexismus-Falle Teil ihrer „emanzipierten“ Identität. Sie bedienen allzu gerne aufreizende Stereotypen, um so erst den „Sexismus“ zu hervorzurufen, über den sie sich dann lautstark entrüsten. Und hält man ihnen diese Masche vor, setzen sie es mit Victim Blaming gleich – als sei ein Kompliment die Vorstufe zur Vergewaltigung.

Speziell wenn es Vertreterinnen von SPD und gesellschaftlich ähnlich „progressiver“ Parteien mit vergleichbarer Toleranz bis zur Brechgrenze sind, die derartige absichtsvolle Rollenspiele zelebrieren, möchte man ihnen einen gutgemeinten Rat geben: Wenn Ihr Euch zuverlässig gegen angeblich überall lauernde männliche Lüsternheit wappnen wollt, dann nehmt doch einfach Anleihen bei der Religion, die ihr sonst bis aufs Messer verteidigt – und greift zu Kopftuch und Verschleierung, die für euch doch sonst auch Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung sind! Genau der Prävention solcher gar „schrecklichen“ Komplimente liegt im Islam nämlich der Sinn textiler Verhüllung. Mehr „Emanzipation“ geht praktisch nicht mehr. (DM)