Achille Demagbo: Deutschland ist kein strukturell rassistisches Land

Der schleswig-holsteinische AfD-Politiker Achille Demagbo (Foto:Imago/Jeske)

Angesichts der aktuellen Diskussion, den Begriff „Rasse“ aus dem Wortlaut von Artikel 3 des Grundgesetzes zu streichen und durch den Begriff „rassistisch“ zu ersetzen (um durch diese Begriffszensur der Wirklichkeit einen linken Deutungsrahmen aufzuzwingen), stellt sich die Frage nun auch auf parlamentarischer Ebene, ob die Bundesrepublik tatsächlich ein „rassistisches“ Land ist. Lobbyistisch organisierte „People of Color“ hierzulande und Black-Lives-Matter-Aktivisten, eng verzahnt mit internationalen Linksextremen wie der „Antifa“ und Trump-Gegnern, bejahen dies vehement. Doch es gibt auch schwarze Deutsche, die dies völlig anders sehen.

Zum Beispiel der AfD-Politiker Achille Demagbo, beruflich als Dolmetscher erfolgreich und 2003 aus Benin in Deutschland eingewandert. In der AfD war er bereits zwei Jahre Mitglied, bevor er 2015 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt. Im Webmagazin „Flinkfeed“ gab Demagbo ein aufschlussreiches Interview zur gegenwärtigen Situation in Deutschland, wie er sie als gebürtiger Afrikaner erlebt. Von einer latent „rassistischen“ Stimmung im Land ist ihm – als Angehörigem der Gruppe, die davon betroffen sein müsste – bezeichnenderweise nichts bekannt.

Anders als die meisten von der gegenwärtigen Stimmung aufgewiegelten Schwarzen empfindet Demagbo die Frage „Woher kommst du?“ in keiner Weise als rassistisch. Ganz im Gegenteil sei diese Frage „zuallererst ein Zeichen für Neugier und Interesse, sogar oft für Sympathie“, und somit zutiefst menschlich. Demagbo wörtlich: „Ich kann gar nicht zählen, wie oft mir diese Frage in Afrika gestellt wurde. Eigentlich kannte ich diese Frage aus Afrika, weil Afrika kulturell sehr vielfältig ist.“ Vor allem von Migranten, weniger von Deutschen werde er hierzulande nach seiner Herkunft gefragt.

Entschieden stellt Demagbo eines fest: Deutschland ist kein strukturell rassistisches Land. Er sei hier noch nie Rassismus begegnet, sondern verurteilt eine grundfalsch verstandene Toleranz, die zu diversen gesellschaftlichen Problemen und zu System-Missbräuchen durch Zuwanderer führt. Die Unterstellung von SPD-Chefin Saskia Esken, in der deutschen Polizei gäbe es einen „latenten Rassismus“, hält er für nicht belegt. Esken solle Beweise dafür liefern; „mir ist sowas nicht bekannt“, so Demagbo.

„Rassismus ist keine Einbahnstraße“

Dass es hingegen umgekehrten Rassismus gegen hier geborene Deutsche gäbe, sei keine Spekulation, sondern eine Tatsache. „Rassismus ist keine Einbahnstraße“, so der AfD-Politiker, der auf den Fall des Frankfurter ICE-Mordes vom Juli 2019 verweist, bei dem hat ein Eritreer eine deutsche Frau und ihren 8jährigen Sohn auf die Bahngleise gestoßen hatte; das Kind starb. Diese Tat, so Demagbo, lasse sich durchaus als rassistisch motiviert bezeichnen.

Die Schieflage der öffentlichen Wahrnehmung gilt, wie Demagbo feststellt, auch auf internationaler Vergleichsebene. Dass etwa in Südafrika eine besorgniserregende rassistische Bewegung an Zulauf gewinnt, wird hierzulande kaum thematisiert. In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten sind bereits über 70.000 weiße Südafrikaner durch die verbrecherische linksradikale Organisation EFF („Economic Freedom Fighters“) unter der Komplizenschaft das „African National Congress“ (ANC), einst die politische Bewegung Nelson Mandelas, teilweise bestialisch ermordet worden. Hundertausende sind mittlerweile aus ihrer lange angestammten Heimat geflohen. „All das findet beinahe unbemerkt von der deutschen und europäischen Öffentlichkeit statt“, entrüstet sich Demagbo.

Und niemand der „Black Lives Matter“-Bewegung hat solche Gräueltaten auf dem Schirm – dafür wird ein einzelner durch exzessive Polizeigewalt getöteter Verbrecher zum Märtyrer eines allgegenwärtigen Rassismus umgemünzt. „Der BLM-Protest in den USA ist für mich nichts anderes als eine traurige politische Manipulation gegen den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump“, so Demagbo.

Und abschließend gefragt, wie er als Schwarzer in der AfD aktiv sein könne, wird er geradezu zornig: „Die Leute, die mein Engagement in der AfD für einen Widerspruch halten, sollten zuerst einmal versuchen, die Programmatik der AfD zu sichten. Ich habe diese Art von Stigmatisierung satt, die einfach die zunehmende Verblödung der deutschen Gesellschaft darstellt.“ (DM)