Pandemie-bedingter Wucher: Niedrigere Mehrwertsteuer ist schon jetzt durch rasante Teuerung aufgefressen

Bald leere Taschen (Symbolbild: Durch create jobs 51/Shutterstock)

Während sich die GroKo für ihr grandioses Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Corona-Schäden von handverlesenen Wirtschaftsvertretern loben lässt, dämmert immer mehr Verbrauchern, dass es sich hierbei um die dreisteste Volksverdummung der jüngeren Geschichte handelt. Die Preise in nahezu allen Bereichen gehen durch die Decke – bis die Mehrwertsteuersenkung in Kraft tritt, ist sie um 3 Prozent (effektiv nur rund 2,8 Prozent) durch die Teuerung mehr als überkompensiert worden.

Neben steigenden Lebensmittelpreisen, den wieder üppig anziehenden Spritpreisen (trotz der während der Coronakrise angelegten Überbevorratung an Erdöl) und Zuschlägen in vielen Dienstleistungsbranchen wegen der Pandemiebeschränkungen fällt vor allem ein regelrechter Wucher bei medizinischen Verbrauchsartikel, die durch die weiterhin geltenden Corona-Auflagen stark nachgefragt werden, ins Auge.

Zwar haben sich bei einigen der auf dem Höhepunkt der Krise regelrechten Hamsterkäufen ausgesetzten Produkten wieder stabile Verfügbarkeiten eingestellt – so ist etwa WC-Papier wieder fast überall normal zu bekommen; auch Desinfektionsmittel und Einwegmasken sind keine Mangelware mehr – obwohl ihr Verbrauch seit den Lockerungen bei strikt weiterbestehendem Maskenzwang stark zugelegt hat. Doch die Preise für diese im Handel und der Gastronomie vorgeschriebenen, überall bereitgehaltenen Artikel sind verglichen mit vor der Krise enorm.

Nur scheinbare Normalisierung

Zwar zahlt man nicht mehr 30 Euro für 12-Rollen-Packungen WC-Papier wie auf dem Höhepunkt der Pandemie in Deutschland, oder bis zu 25 Euro pro Fläschchen Desinfektionsmittel – wie Mitte April noch die Verbraucherzentrale Hamburg moniert hatte. Die Preise sind scheinbar wieder unauffällig – obwohl etwa für die Standard-Einwegfliesmasken, die noch im Januar 50 Cent pro Stück kosteten, 1 bis 2 Euro aufgerufen werden, und die handelsüblichen Fläschchen mit Standard-Desinfektionslösung heute im Schnitt das Dreifache der Vor-Corona-Preise im Handel kosten.

Dies alles sind unnötige Mehrkosten, die sich aus den Hygienebestimmungen, aber auch den Gesetzen des Marktes ergeben. Der Preisanstieg in allen Bereichen des täglichen Lebens wird sich auch weiter fortsetzen, solange die Betriebe nur eingeschränkt funktionieren können und deshalb den ihnen abverlangten Mehraufwand auf die Kunden abwälzen müssen. Die Mehrwertsteuersenkung ist damit schon Makulatur, ehe sie überhaupt in Kraft tritt.