Amthor noch rechtzeitig zusammengeschrumpft

Foto: Philipp Amthor (über dts Nachrichtenagentur)

Schwerin – Während immer mehr „Korruptionsvorwürfe“ gegen das größte Talent, was die CDU je hatte, laut werden, zieht der „Junge“ jetzt den „Schwanz“ ein:

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor wird nicht für die CDU-Landesspitze in Mecklenburg-Vorpommern kandidieren. Das wurde am Freitagabend nach einem Treffen des Landesvorstands mitgeteilt. Damit zog der CDU-Politiker Konsequenzen aus der Lobbyismus-Debatte um seine Person.
Statt ihm wird der CDU-Politiker Michael Sack, Landrat im Landkreis Vorpommern-Greifswald, für den Posten als Landeschef kandidieren. Amthor war wegen seines Engagements für ein US-Unternahmen stark in die Kritik geraten. Der „Fall Amthor“ hatte erneute Forderungen nach einem Lobbyregister und nach einer lückenlosen Aufklärung des Sachverhalts hervorgerufen.
Amthor selbst hatte sein Engagement für die Firma im Nachhinein als „Fehler“ bezeichnet.

Für diesen Schachzug gibt es dann natürlich auch gleich Lob:

Eckhardt Rehberg, kommissarischer CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, hat sich zufrieden gezeigt über die zurückgezogene Kandidatur Philipp Amthors für den CDU-Landesvorsitz. „Philipp Amthor hat sich entschieden, seine Kandidatur für den Landesvorsitz zurückzuziehen und in Absprache mit mir Michael Sack als Kandidaten für den Landesvorsitz vorgeschlagen“, sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben). Dieser Schritt stelle keine Festlegung für die Spitzenkandidatur der CDU Mecklenburg-Vorpommerns für die Landtagswahl 2021 dar, so Rehberg.

„Aber klar ist: Der Landesvorsitzende hat das erste Zugriffsrecht auf die Spitzenkandidatur“, so Rehberg. Der CDU-Bundestagsabgeordnete äußerte sich anerkennend über den Entschluss Amthors. „Die Entscheidung von Philipp Amthor verdient Respekt“, sagte er.

„Philipp Amthor ist ein politisches Talent. Er hat einen Fehler begangen und eingesehen, dass es richtig ist, auf die Kandidatur zu verzichten“, sagte der kommissarische CDU-Landeschef. Philipp Amthor wolle „Schaden“ von der Partei abwenden.

„Er muss jetzt zur Ruhe kommen und die Prüfung seiner Reisen durch die Bundestagsverwaltung abwarten“, sagte Rehberg dem RND. Nach Bekanntwerden des umstrittenen Firmen-Engagements Amthors war Rehberg auf Distanz zu seinem Parteikollegen gegangen. Rehberg lobte Michael Sack, den neuen Kandidaten für den Landesvorsitz. „Michael Sack hat sich bei der Landratswahl in Vorpommern-Greifswald 2017 mit 80 Prozent der Stimmen gegen die AfD durchsetzen können. Er wird von der kommunalen Familie sehr geschätzt“, sagte Rehberg dem RND. Sack stellt sich am 7. August auf einem Landesparteitag zur Wahl.

War’s das mit Amthor schon? Wer die CDU kennt, weiß, dass es für so ein „Talent“ immer eine zweite Chance gibt und bei dem Vergehen hat er einfach das Zeugs zum Kanzlerkandidaten. (Mit Material von dts)